Von Schülern inspiriert – Paul Davenport schreibt Lektüren

Paul Davenport hat bereits zahlreiche Schullektüren verfasst. Er legt dabei Wert auf zeitgemäße Themen, wie in seinem neuen Werk „The Ghost of Bully Burnes“. Foto: J. Lehbrink

Lingen „The Ghost of Bully Burnes“ ist die neueste Schullektüre von Autor Paul Davenport in englischer Sprache. Im Gespräch mit der Redaktion erzählt der gebürtige Amerikaner nicht nur von seinem Werk, sondern vor allem von seinen Erfahrungen als Schriftsteller.

1975 kam Paul Davenport nach Deutschland – der Liebe wegen. „Nachdem wir eine Weile in den Staaten gelebt haben, dachten wir, wir ziehen um nach Deutschland.“ Er bewarb sich um eine Stelle als Lehrer – und das Franziskusgymnasium in Lingen gab den Zuschlag. Mehr als 30 Jahre hat er dort unterrichtet, bevor er zum Leoninumin Handrup wechselte.

Seine Schüler hätten Davenport in seiner 34-jährigen Laufbahn als Lehrer inspiriert. Begonnen hatte alles mit einem Theaterstück, das er für seine Klasse schrieb. Das Manuskript einer seiner Stücke schickte er schließlich zu einem Verlag, „und siehe da, sie wollten das Manuskript“, sagt er. „The Royal Choice“ war der Anfang. Getan hat sich seitdem einiges, auch sein Stil veränderte sich.

Für seine Lektüren orientiert sich der Autor gerne an der Geschwindigkeit von Fernsehserien. Ihm gefallen schnelle Szenenwechsel. „Ich glaube, meine Lektüren haben ein gutes Tempo für die Schüler, sodass sie gut damit klarkommen.“ Dass Davenports Bücher auf Englisch verfasst sind, hat einen pragmatischen Grund: „Mit dem Schreiben auf Englisch pflege ich meine Sprache. In Lingen gibt es wenig Gelegenheit, Englisch zu sprechen.“

27 Werke hat Davenport verfasst. „Im Laufe der Jahre hat es sich so eingeschlichen, dass Jahr für Jahr eine neue Lektüre erscheint.“ Bei seiner Themenwahl richtet sich sein Blick auf aktuelle Themen wie Sexting, Mobbing und Gewalt. Sein persönliches Lieblingswerk ist jedoch „Pepperspray in Paradise“ – eine Geschichte eines Jungen, der sich nach seinem Umzug nach New Hampshire durch die Hobby-Fotografie an die neue Umgebung gewöhnt. Dabei besteht eine Parallele zu Davenports Leben, denn in den ersten Jahren in Lingen verspürte er Heimweh. „Ich habe instinktiv viele Spaziergänge gemacht“, sagt der große Naturfreund. „Aber nach und nach habe ich gelernt, mich hier wohlzufühlen.“

Täglich ist er im Laxtener Wald unterwegs. „Ich bin keiner, der jeden Monat weiter und weiter schreibt. Ich schreibe eine Lektüre, mache eine Zeit lang etwas anderes, und irgendwann kommt das Jucken wieder. Es ist beinahe wie eine Krankheit“, berichtet er schmunzelnd.

Sein neuestes Werk „The Ghost of Bully Burnes“ handelt von Mobbing. „Die Geschichte fängt mit einer Offenbarung an. Ein Junge sieht Figuren in der Dunkelheit und bemerkt: Es sind Garagendiebe – leider sehr beliebt in den USA“, sagt der Schriftsteller.

Seit 2008 stehen die Lektüren des Amerikaners unter dem eigenen Verlagsnamen „Davenport“, den er mit seinem Sohn gründete. Es sei nicht nur der finanzielle Vorteil, auch fühle er sich freier in seiner Sache. „Ich finde außerdem, das Marketing dazu ist neben dem Schreiben eine schöne Tätigkeit.“

„The Ghost of Bully Burnes“, Englische Lektüre für das 8. und 9. Schuljahr, 84 Seiten, 7,25 Euro. Erhältlich bei der Buchhandlung Holzberg oder unter www.davenport-stories.de. Dort gibt es weitere Infos sowie eine Leseprobe.