Spaghetti für zwei – traditionelle Frühschicht zum Advent

Früh morgens um 05.00 Uhr schon aus den Federn – das Vorbereitungsteam: Julius, Lukas, Rieke und Tobi.

Das Thema lässt nicht gerade auf eine für den Advent typische Veranstaltung schließen. „Spaghetti für zwei“ lässt eher Gedanken rund um ein Essen aufkommen, das wir geografisch zwar in Italien ansiedeln, bei dem es sich aber längst um eines der Lieblingsgerichte von Kindern auch bei uns handelt. Ein warmes Essen also, das den Besuchern an diesem frühen Morgen in Aussicht gestellt wird? Oder gar ein Kochkurs, der eine geglückte Zubereitung der Nudeln in den Blick nimmt?

Nein. Es handelt sich um eine Kurzgeschichte von Federica de Cesco. Sie steht im Mittelpunkt des meditativen Impulses, zu dem sich Schüler, Eltern und Lehrer früh an diesem Morgen vor der 1. Stunde zur inzwischen schon traditionellen Frühschicht versammeln. Kerzenschein und adventlicher Schmuck ringsum künden von der besonderen Zeit im Kirchenjahr. Die Frühschicht beginnt um 06.40 Uhr im übervollen Forum mit eben dieser Geschichte zweier Jungen. Sie schlürfen an einer gemeinsamen Suppe. Tom glaubt, sein Gegenüber – ein Junge von dunkler Hautfarbe – würde auf Lau von seiner Suppe löffeln.  Da werden auf den ersten Blick Toms Vorurteile schnell bestätigt: Wie kann der nur? Wo kommen wir denn da hin? Setzt sich einfach vor meinen Teller! Unverschämt! Machen diese Leute das in ihrem Land etwa immer so?

Mit der Zeit wird deutlich, dass es sich aber genau umgekehrt verhält. Es ist Tom, der aus Versehen sich des Essens seines Gegenübers bedient. Und plötzlich ist er es, der unverschämt daherkommt. Eine gemeinsamer Teller Spaghetti führt die zwei am Ende zusammen. Über vordergründige Unterschiede hinweg. Die Geschichte handelt von Vorurteilen und vom Teilen. Und es geht nicht nur um das Teilen einer Suppe oder von Spaghetti. Advent kann Teilen neu in den Blick nehmen – ausgehend vom Blick auf das Kind im Stall zu Bethlehem. Eine ganz dichte Atmosphäre an diesem Morgen im Forum. Die Musik tut das Ihrige dazu. Lukas und Sandra am Klavier bzw. an der Trompete, Felicia und Anna mit ihrem Gesang begleiten und stimmen ein auf besondere Art und Weise.

Nach der besinnlichen Einstimmung geht es über den Schulhof in die Cafeteria und in benachbarte Flure und Klassenräume. In diesem Jahr mussten besonders viele Sitzplätze hergerichtet werden. Über 300. Frühstück im Kerzenschein. Für alles ist gesorgt. Die heiße Milch für den Kakao ist aus der Küche des Konventes eingetroffen. Schwester Bergitta weiß sich Jahr für Jahr dafür verantwortlich, die Milch zu erhitzen. Danke dafür! Brötchen sind vom Bäcker angeliefert, die Aufschnittteller samt Butter und Marmelade sind von Lukas und Julius aus der Klasse 11a sowie von Rieke aus der 9c auf die Tische gestellt worden. Um das Bedienen der Kaffeemaschinen kümmert sich unser Bufdi Tobi. Die vier sind zusammen mit Herrn Ossing an diesem Morgen bereits um 05.30 Uhr in der Schule. Toll und auch euch Lob und Anerkennung für euren Einsatz. Hier und da gibt es schon mal kleine Warteschlangen, aber wir haben Zeit. Bis zum Gong zur 1. Stunde ist es noch etwas hin, so dass alle satt werden und genug bekommen.

Auch dieses Jahr gilt wieder: Frühschicht am Franziskus – eine gelungene Sache! Auch ohne Spaghetti.