Schülerteams des Franziskusgymnasiums Lingen als Sanitär-Unternehmer aktiv

Regionale Unternehmen ermöglichen Wirtschaftsplanspiel

Für 24 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs am Franziskusgymnasium Lingen ging es in der vergangenen Woche nicht um Englischvokabeln, physikalische Formeln oder historische Zusammenhänge, sondern die am Fach Politik-Wirtschaft besonders interessierten Jugendlichen nahmen eine Woche lang am Wirtschaftsplanspiel Management Information Game (MIG) teil. Ihr Alltag als Vorstände großer virtueller Unternehmen bestand aus Investitionsentscheidungen, der Entwicklung von Marketing-Strategien, betriebswirtschaftlicher Kalkulation und Personalplanung. Organisiert hat das Wirtschaftsplanspiel der Industrielle Arbeitgeberverband in Kooperation mit dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft. Für ausreichenden Realitätsbezug sorgte das Umfeld: Die Jugendlichen waren bei der Volksbank in Lingen zu Gast, weitere Unternehmen unterstützten das Planspiel mit Fachvorträgen und Sponsoring.

Im Planspiel profilierten sich drei konkurrierende Aktiengesellschaften als Hersteller von Bad- und Sanitärzubehör. Sechs Quartale stellten sie sich den Herausforderungen des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs und entwickelten zusätzlich ein Produkt- und Marketingkonzept für einen innovativen WC-Sitz. „Eine WC-Brille ist eigentlich ein Allerweltsprodukt, dessen extravagante Gestaltung den Produzenten so einiges abverlangt“, kommentierte Martin Kolbe, Koordinator für Studien- und Berufsorientierung am Franziskusgymnasium Lingen, die Produktentscheidung der Schüler. Er lobte die unterhaltsame Produktpräsentation. Mit einer gehörigen Portion Humor, sachlich fundiert und mit frischer Kommunikation hätten die Schülerinnen und Schüler ihre Rollen als Unternehmerinnen und Unternehmer gut gespielt.

Am überzeugendsten präsentierte die Smart-Seat 365 AG, die sich über diesen Erfolg sehr freute. Das Unternehmen mit Vorstandssprecher Hendrik Bickers hatte im Lauf der Planspielwoche mit größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen, konnte aber seine Unternehmensstrategie erfolgreich überarbeiten. Die konkurierende Sanifresh AG war ebenfalls gut gestartet, litt aber unter schrumpfenden Umsätzen und zurückgehenden Renditen. Die Produktpräsentation des Unternehmens mit Vorstandssprecher Michael Kupper landete auf Platz 2. Als drittes Unternehmen kämpfte die Cyrus Tec AG um Marktanteile und die Gunst der Kunden und Aktionäre. Ihr Vorstandssprecher Jan Pollmann konnte in der abschließenden Hauptversammlung einen überzeugenden Jahresüberschuss darstellen. Das Unternehmen hatte intensiv in neue Produktionsanlagen investiert und Gelder in die Weiterentwicklung der Produktpalette gesteckt.

Was bleibt nach einer Woche als Unternehmerinnen und Unternehmer? Neben dem Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge und Berufsbilder das Erlebnis, was gute Teamarbeitet ausmacht und welche Stärken man selbst einbringen kann – wertvolle Erfahrungen auch mit Blick auf die Berufsorientierung der angehenden Abiturienten.

Präsentationsstärke bewiesen die Teilnehmer des Wirtschaftsplanspiels MIG unter der Leitung von Steffen Vogt, Bildungswerk d. Niedersächsischen Wirtschaft (1. v. r.), Bildnachweis: Birgit Hölscher, Volksbank Lingen