Kunstprojekt des Franziskusgymnasiums zum Thema „Integration“ im Emslandmuseum

Im Kunstunterricht wurden in 3 Schulgruppen in etwa lebensgroße Tonköpfe angefertigt. Die Individualität, in der die Tonfiguren ihren Schöpfern ähneln, überraschte wie die Verschiedenheiten zueinander – fast deutlicher als die der realen Menschen.

Beteiligt waren die Klassen 10c und 10d sowie das Seminarfach „Kunst im öffentlichen Raum“ der Jahrgangsstufe 11. In diesem Kurs  wurden zunächst unterschiedliche Konzepte zur Installation der Tonköpfe überlegt und dann speziell für die Abmessungen der Vitrinen des Emslandmuseums Konstellationen probiert.

Die SchülerInnen der Klasse 10c verfassten vor Ort Texte zu den ausgestellten Arbeiten und zum Thema der Installationen „Integration“, hier eine Auswahl:

„Ich finde,dass jeder Mensch gleich ist und keiner schlechter oder besser ist, dass sie im Leben genauso viel erreichen können … Alle Menschen haben unterschiedliches Aussehen. Genauso sind die Köpfe alle auch unterschiedlich geworden. Ich glaube, es kann schwer sein, Köpfe genauso zu bauen, wie wir es wollen. Nur Gott kann gleich aussehende Zwillinge erschaffen. Aber manche Köpfe sind richtig schön geworden.“ (Arash Yousefi)

„Meiner Meinung nach ist ‚Unsere Fußballmannschaft‘ (Anm.: eine der ausgestellten Installationen) ein aktuelles und wichtiges Thema, da es hier immer wieder Gespräche gibt, die das Thema „Integration“ beinhalten. Denn in einer Fußballmannschaft kommen Spieler aus vielen verschiedenen Ländern zusammen, die auch ganz verschieden aussehen und sind. Jedoch spielt dies keine Rolle, weil man da eine Gemeinschaft ist und gemeinsam etwas erreichen will.“ (Franziska Helming)

„Verschieden groß – gleich viel wert“ ist eine Aussage, die weltweit verbreitet werden muss, da viele dies nicht verstehen. Sie haben Angst vor dem, was nicht so ist, wie sie es sich vorstellen. … Die Kunst ist zudem eine wundervolle Art, Dinge auszudrücken. Dabei zählt nämlich nicht die Schönheit oder die Perfektion, sondern die Nachricht, die mit dem Kunstwerk vermittelt wird. Diese Nachricht macht das Werk erst perfekt.“ (Rhian Davison)

„Ich sehe die Installation “Vier von 80 Millionen“ insofern kritisch an, da ich finde, dass das Thema Integration weit über die Grenzen Deutschlands hinaus eine Rolle spielt und überall auf der Welt zu finden ist. Zwar ist die Grundidee, vier zufällig ausgewählte Persönlichkeiten aus Deutschland nebeneinander zu platzieren, meiner Meinung nach gelungen, doch ich denke, dass Integration weit mehr bedeutet als das äußere Erscheinungsbild eines Menschen. Integration bedeutet für mich auch, den Charakter des anderen zu akzeptieren.“ (Eva Greiving)

„Die Installation ‚Aus dem gleichen Material‘ zeigt zwei Köpfe aus neuem und zwei Köpfe aus dunklem Ton. Sie repräsentiert die immer weiter steigende Anzahl der Dunkelhäutigen in Deutschland. Menschen aus verschiedensten Ländern, dementsprechend mit den verschiedensten Merkmalen und Kulturen nehmen Deutschland als ihre neue Heimat an. Doch nicht jeder akzeptiert Immigranten, was in dieser Zusammenstellung gut deutlich wird: Jeder guckt in eine andere Richtung und kehrt den anderen den Rücken zu.“ (Sina Albers)

„Man sollte alle Menschen so akzeptieren, wie sie sind, und ihren Wert nicht ‚runterspielen‘. Die Anordnung der Tonköpfe, die alle verschieden aussehen und verschiedene Größen haben, stellt die Gesellschaft dar, die bunt gemischt ist und in der jeder verschieden aussieht. Auf das Äußere kann niemand reduziert werden.“ (Louis Behrens)

„Ich finde, dass das Projekt gelungen ist und eine positive Message vermittelt. Andere Personen können so ihr Handeln und ihre Einstellung zum Umgang mit Fremden überdenken.“ (Justin Eder)

„Die deutsche Fußballmannschaft passt gut zum Thema Integration. In unserer Mannschaft sind Menschen aus verschiedenen Ländern, mit unterschiedlichen Hautfarben und Religionen. Beim Fußball wird keiner ausgegrenzt, dabei ist jeder willkommen, der Spaß daran hat. Außerdem ist man beim Fußball ein Team. Und so sollten sich auch alle Menschen verhalten – wie ein Team!“ (Jana Frericks)

„Jeder Mensch auf der Welt sollte die Möglichkeit haben, von verschiedensten Leuten integriert zu werden. Ebenfalls sollte sich jeder Mensch auf der Welt wohlfühlen und von niemandem das Gefühl bekommen, anders zu sein als andere oder nicht akzeptiert zu werden.“ Sophia Christiansen)

„Schüler stellen im Emslandmuseum aus“ – LT vom 28.06.2018, Seite 18

 

Fotos von Katharina Krieger (Klasse 10c):