Herzlicher Empfang in Lidzbark Warminski

Deutsche und polnische Jugendliche posierten gemeinsam vor dem Młodziezowy Dom Kultury (MDK) in Lidzbark Warminski.

Lingener Schüler verbringen mit polnischen Altersgenossen eine von Kreativität geprägte Woche

„Polen ist schön“, sagt Lukas, nachdem er mit 16 weiteren Schülern des Franziskusgymnasiums eine Woche in dem romantisch gelegenen Haus „Zacisze Leasne“ in der Nähe von Lidzbark Warminski verbracht hat.

LINGEN Damit drückt er das Empfinden der ganzen Gruppe aus. Mit „schön“ sind dabei nicht nur die reizvolle Landschaft und das Erscheinungsbild der Ortschaften gemeint, sondern auch die Erlebnisse, Begegnungen mit Menschen und die Aktivitäten rund um den Austausch mit dem Jugendkulturzentrum Młodziezowy Dom Kultury (MDK) in Lidzbark Warminski in Zusammenarbeit mit der Kunstschule Lingen.

Für die deutschen Jugendlichen und die jungen Polen vom MDK war es eine Wiederbegegnung, denn die meisten kannten sich bereits seit der Sommerakademie der Kunstschule in Lingen vor einem Jahr. Spontan fielen sich die Partner beim Wiedersehen in die Arme, und auch die neuen Teilnehmer überwanden schnell die Fremdheit. Das vom MDK zusammengestellte Programm, die äußeren Bedingungen und nicht zuletzt das durchgehend schöne Wetter förderten die Gemeinschaft, die aber ohne die Bereitschaft der Jugendlichen, sich auf alles einzulassen, so nicht funktioniert hätte.

Deutsche wie Polen machten alles mit und steckten einander mit ihrer Fröhlichkeit, Neugier und Spontaneität an. Bereitwillig arbeiteten sie mit Kleister und Farbe, Holz und Papier, wobei sie sich gegenseitig inspirierten. Bei dem schönen Wetter konnten sie in dem großen Pavillon auf dem Gelände von „Zacisze Lesne“ arbeiten, wo genügend Platz war, um zwischendurch spontan zu tanzen. Musik war während der ganzen Woche allgegenwärtig. Mobile Musikplayer machten Tanz- und Mitsing-Musik jederzeit möglich, aber die Jugendlichen waren auch jederzeit bereit, einen „Trockentanz“ hinzulegen und a cappella zu singen. Die Stimmung war großartig. Da war es naheliegend, die Tanzfreude zu nutzen und eine öffentliche Performance im Stadtzentrum durchzuführen. Zum spontanen Tanz inspirierten die Jugendlichen auch historische Kostüme, die sie im Schloss, der ehemaligen Residenz ermländischer Bischöfe, anprobieren konnten. Auch einen Großteil der Freizeit verbrachten beide Gruppen gemeinsam.

Den Organisatorinnen vom MDK war die Freude an dem gelungenen Austausch anzumerken. „Wir sind froh, dass die Integration so wunderbar funktioniert“, sagte die Leiterin Aneta Wiatrak, und die künstlerische Leiterin Marlena Wronowska staunte über die Kreativität und die unermüdliche Schaffensfreude der Jugendlichen. Annette Sievers, Leiterin der Kunstschule Lingen, die mit der Dozentin Elke Schürhaus die Gruppe begleitete, fühlte sich nach dieser Woche in Polen darin bestätigt, den Austausch fortzuführen. „Das gemeinsame kreative und künstlerische Gestalten bot den Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten zum gegenseitigen Austausch und zur Kommunikation über Sprachbarrieren und Grenzen hinweg. Begeistert hat mich, mit welch großer Offenheit, Freude und Herzlichkeit die polnischen und deutschen Schüler aufeinander zugegangen sind“, sagte sie.

Christof Tondera, Lehrer am Franziskusgymnasium, der den Schüleraustausch mit Polen seit 19 Jahren begleitet, stellte fest: „Die deutschen und polnischen Schüler bildeten eine harmonische Gruppe, es war diesmal ein Austausch, wie man sich ihn erträumt.“ Für die Jugendlichen steht fest, dass sie sich nächstes Jahr in Lingen wiedersehen

Mit dem Sprachführer in der Hand: Rhian und Magda aus Lingen (von links) üben polnische Sätze, Klaudia aus Lidzbark Warminski hilft ihnen dabei. Foto: MDK, Elisabeth Tondera