„Gerufen & gesandt“ – Ein Singspiel in St. Josef unter Beteiligung des Franziskusgymnasiums

„Beeindruckend!“ – Das ist das Fazit der vielen Besucher des Singspiels „gerufen&gesandt“ in der vollbesetzten St. Josefkirche in Lingen-Laxten. Beeindruckend deshalb, weil es allen Akteuren gelingt, mit Musik, Spiel und Licht ein Gesamtwerk zu kreieren, das die Sinne in vielerlei Hinsicht anspricht.

Der Cäcilienchor St. Josef unter der Leitung von Werner Hölscher, der sich auch für die Gesamtleitung des Singspiels verantwortlich zeichnet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema „gerufen&gesandt“ musikalisch umzusetzen. Einfühlsam unterstützt werden die Sängerinnen und Sänger dabei von den Musiklehrern des Franziskusgymnasiums. Emanuele Wellenbrock-Roters ist gleich mehrfach gefragt: Sie begleitet die Lieder am Klavier oder mit der Altflöte. Aber auch im Vorfeld steht sie in musikalischen und organisatorischen Dingen Werner Hölscher zur Seite. Ralf Jost-Westendorf (Bassgitarre), Henning Weiß (Schlagzeug) und Manuel Hagen (Gitarre, Klavier) komplettieren die kleine franziskanische Band, die souverän begleitet. Anne Schneider – selbst auch Ehemalige des Franziskusgymnasiums – setzt mit ihrem gefühlvollen Spiel auf dem Altsaxophon weitere musikalische Akzente. Nichts geht an so einem Nachmittag über eine gute Tonqualität. Dass dem so ist, dafür sorgen die Schülerinnen und Schüler der Tontechnik-AG unserer Schule.

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In Zeiten zunehmenden Kirchenfrustes, braucht es Menschen, die gerufen und gesandt sind, den eigenen Glauben weiterzutragen. Mit starken Stimmen und akzentuiertem Gesang gelingt es dem Chor, dieser Berufung, Nachfolge und Sendung in den unterschiedlichsten Liedern Ausdruck zu verleihen. Da geht es um die Sehnsucht des Menschen nach einem gelungenen Leben, vom Ruf Gottes an jeden einzelnen oder von der tröstlichen Erfahrung, dass Gott all unsere Wege mitgeht.

Toll, wie auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule diesen Nachmittag mit ihrem Auftritt bereichern. Die Theater-AG der Klassen 5/6 unter der Leitung von Gesine Redenius-Hoppe und das Seminarfach Darstellendes Spiel unter der Leitung von Silvia Lühn und Antje Zander verstehen es, mit kurzen Szenen, diese Aspekte auf beeindruckende Art und Weise umzusetzen. Die kurzen Impulse laden zum Nachdenken über das eigene Gerufen- und Gesandtsein ein. „Was bedeutet Kirche für dich?“ ist dann auch eine erste Frage gleich zu Beginn. Julius gibt keine fertige Antwort. Er gesteht vielmehr: „Ich weiß es nicht.“

Eine andere Szene fordert zu einem Perspektivwechsel auf. Eindringlich wird der Zuschauer vor die Frage gestellt, wie er handeln würde, wenn er in der Situation des Gegenüber stehen würde.

Beeindruckend, wie an diesem Nachmittag Musik, Spiel und Licht ineinandergreifen. Ansgar Silies, auch ein Ehemaliger des Franziskusgymnasiums, versteht es, mit seiner Komposition des Lichtes Akzente zu setzen und das, was das Ohr hört, mit dem Sehen der Augen noch mehr zu betonen. Die Kirche wird an diesem Nachmittag im wahrsten Sinne des Wortes in ein neues Licht gerückt.

Dass das Thema „gerufen&gesandt“ auch heute wichtig ist, verdeutlicht Pfarrer Hartmut Sinnigen, indem er um 18.05 Uhr das Wort ergreift und an Johannes Prassek, einem der Lübecker Märtyrer erinnert, der an diesem Tag um diese Zeit im Jahre 1943 von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde. Sein Appell: „Fühlt euch gerufen und gesandt, auch heute gegen Unrecht und Gewalt eure Stimme zu erheben.“

Am Ende gibt es lang anhaltenden Applaus, für ein Gesamtwerk, an dem Akteure von 12-82 Jahren beteiligt waren.

Am Ende steht noch ein schöner Nebenaspekt: Der Cäcilienchor St. Josef spendet den Erlös von 1.000 Euro dem SKF Lingen.

Weitere Bilder des Konzerts sind in der Galerie zu sehen.