,,Alles andere als ein Auslaufmodell“ – 115 Abiturienten am Franziskusgymnasium Lingen

Mit dem Abitur in der Tasche beginnt jetzt für 115 junge Erwachsene des Lingener Franziskusgymnasiums ein neuer Lebensabschnitt. Zwei weitere Schüler haben den schulischen Teil der Fachhochschulreife erlangt. In einer Feierstunde in der Halle IV erhielten sie am Freitag ihre Zeugnisse.

Unter dem Motto „TrAbi – ein Auslaufmodell“ stand die Feierstunde, die wegen der geplanten Umbauarbeiten statt im Kulturforum St. Michael in der Halle IV stattfand. Der Trabant, kurz Trabi genannt, ein Auto aus der ehemaligen DDR, „war schon vor 30 Jahren ein Auslaufmodell“, sagte Schulleiter Heinz-Michael Klumparendt in seiner Ansprache. Das G 8, also das Abitur nach acht Jahren, sei, obwohl erst 2003 auf den Weg gebracht, bereits ein Auslaufmodell und ein Beispiel für die schnelllebige Schulpolitik. „Dagegen seid ihr alles andere als ein Auslaufmodell, sondern gerade erst vom Band gelaufen mit der Perspektive auf mehr.“

Das bestätigten unter anderem ein paar Zahlen. So freute sich der Schulleiter, dass der Notendurchschnitt mit 2,37 noch unter dem Landesdurchschnitt von 2018 (2,57) liegt. Rund ein Viertel des Jahrgangs hätte eine Eins vor dem Komma. Die Jahrgangsbesten Julius Wiggerthale und Lukas Klassen schafften eine 1,0, Puya Yazdan Shenas eine 1,1.

Die Jahrgangsbesten Julius Wiggerthale, Lukas Klassen und Puya Yazdan Shenas zusammen mit Koordinator Karl-Heinz Ossing.

Gleichzeitig betonte Klumparendt, dass ein bestandenes Abitur, unabhängig von der Note, Lob und Anerkennung verdiene. „Wichtig ist, was ihr in Zukunft daraus macht“, fuhr er fort. Für viele stelle sich nun die Frage „Wie will ich leben, wer will ich sein?“, ein Aufbruch in unbekannte Gefilde, oftmals weg von zu Hause. Es gelte erste Lebensentwürfe zu planen, Entscheidungen zu treffen und einen Weg zu gehen, der nicht immer gradlinig verlaufe. Klumparendt appellierte an die jungen Leute, auf ihre Fertigkeiten zu vertrauen und sich nicht von denen entmutigen zu lassen, die immer darauf hinweisen, was junge Leute heute nicht mehr können.

„Traut euch was zu“, gab auch Elternvertreter Heinz Gossling den jungen Leuten mit auf den Weg. Dabei sollten sie aber auch einmal innehalten und zur Ruhe kommen. „Nicht am Ziel wird der Mensch groß, sondern auf dem Weg dahin“, zitierte er Ralph Waldo Emerson.

In einem humorvollen Vortrag hielten die Schüler Henrik Bickers und Jan Pollmann einen kurzen Rückblick auf die acht Jahre Gymnasium, die sich für sie als eine Sinuskurve mit Höhen und Tiefen darstellte. Zu den Höhen gehörten zweifellos die Studienfahrten und die Jahrgangspartys. Sie dankten ihren Lehrern und insbesondere Karl-Heinz Ossing, die sie „souverän durch die Oberstufe gebracht“ haben, obwohl „wir manchmal etwas chaotisch“ waren.

Als Erinnerung erhielten die Abiturienten zusätzlich zu den Zeugnissen noch einen kleinen „Trabi“ als Modellauto.

Viel Beifall gab es für die Schulband Francis‘ Finest unter der Leitung von Ralf Jost-Westendorf und den Leistungskurs Musik, die für den musikalischen Rahmen sorgten.

Ein Trabi als Erinnerung

 

Schulband Francis‘ Finest

 

Besondere Auszeichnungen gab es von Schulleiter Heinz-Michael Klumparendt (links) und Koordinator Karl-Heinz Ossing (rechts) für die Jahrgangsbesten sowie für besonderes Engagement für (von links) Puya Yazdan Shena, Lukas Klassen, Jan Pollmann, Henrik Bickers und Julius Wiggerthale (Fotos: C. Theiling-Brauhardt)