Aktionstag gegen Antisemitismus und Rassismus am Franziskusgymansium

Am 27. Januar 2020, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus und an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, planen zahlreiche Schulen der Schulstiftung im Bistum Osnabrück auf Anregung des Antisemitismusbeauftragten des Bistum, Rabbiner Efraim Yehoud-Desel, einen Aktionstag gegen Antisemitismus.Ziel dieser Aktion am 75.-Jahrestag der Befreiung ist es, gemeinsam mit möglichst vielen Menschen ein Zeichen zu setzen gegen den wieder aufflammenden Antisemitismus und Rassismus in Deutschland

In Anlehnung an das Leitbild der Schule werden sich auch verschiedene Schülergruppen des Franziskusgymnasiums an diesem Aktionstag beteiligen und versuchen, im Rahmen verschiedener Aktivitäten über die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus hinaus generell das gesellschaftliche Problemfeld Rassismus und Diskriminierung in den Blick zu nehmen.

Am Beginn dieses besonderen Gedenktages steht für die gesamte Schulgemeinschaft zunächst ein gemeinsamer Gebetsimpuls des Schulpastoralteams. Darüber hinaus gab und gibt es in zahlreichen Klassen und Kursen besondere Angebote während der Unterrichtszeit und auch darüber hinaus.

Die knapp 130 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 besuchen beispielsweise verschiedene Orte in Lingen, in denen sie sich über das Leben der ehemaligen jüdischen Mitbürger informieren wollen. Neben den Gedenkorten „Jüdische Schule“ und „Jüdischer Friedhof“ werden das Stadtarchiv und das Emslandmuseum besucht. Anschließend begeben sich die fünf Klassen zu den insgesamt 17 Wegstationen in der Stadt, um die insgesamt 49 Stolpersteine, mit denen an das Leben der ehemaligen jüdischen Mitbürger in Lingen erinnert wird, zu reinigen. Gegen 10.30 Uhr soll abschließend auf dem Marktplatz vor der Terrasse Heilemann für einige Minuten schweigend aller Opfer des nationalsozialistischen Terrors gedacht werden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

Eine Klasse der Jahrgangsstufe 7 beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Jugendbuch „Es geschah im Nachbarhaus“ von Willi Fährmann. Neben den Themengebieten „Freundschaft“, „Judentum – Christen-tum“ sowie „Vorurteile und ihre Folgen“ geht es in dieser Geschichte auch um die Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus, das parallel zur Lektüre des Buches auch noch bei anderen Aktionen von den Jugendlichen in den Blick genommen wird. So haben Schülerinnen dieser Klasse bereits beim „Tag der offenen Tür“ ihren Besuchern Ergebnisse einer Unterrichtsarbeit zum Thema „Antisemitismus – (k)ein Thema am Franziskusgymnasium“ präsentiert. Bei einem Stadtspaziergang mit Museumsleiter Dr. Eiynck hat sich die Klasse außerdem auf Spurensuche nach jüdischem Leben im Lingen der 1930er Jahre begeben. Am 27. Januar steht nun ein gemeinsamer Kinobesuch an. Gezeigt wird die Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“, bei dem es um das Schicksal eines jüdischen Kindes und seiner Familie im nationalsozialistischen Deutschland geht.

In der Pausenhalle des Franziskusgymnasiums plant schließlich ein Kunstkurs der Oberstufe an diesem Tag die Installation einer Ausstellung zum Thema „Guernica“. Es handelt sich dabei um die spanische Kleinstadt im Baskenland, die Hitlers Luftwaffe bereits 1936, also drei Jahre nach der Machtübernahme, während des spanischen Bürgerkrieges fast vollständig zerstört hat und die auf diese Weise traurige Berühmtheit erlangt hat. Grundlage der Installation ist das gleichnamige Anti-Kriegs-Gemälde von Pablo Picasso, das der spanische Künstler bereits im Jahr nach dem brutalen Angriff der deutschen Luftwaffe gemalt hat.

(Veröffentlicht im EL-Kurier am 26.01.2020)