Zwischen Wasserasseln und Flohkrebsen

In dem Zeitraum vom 09.-11.06.15 unternahmen die zwei E-Kurse von Frau Clausing-Schweers und Frau Hagedorn sowie der Grundkurs von Herrn Sandbrink jeweils eine eintägige Exkursion zum „Heiligen Meer“ in Hopsten. Um 9 Uhr trafen wir an der Giegel-Aa ein, wo wir direkt von Herrn Dr. Andreas Kronshage eine kurze Einweisung erhielten. Anschließend wurden wir in Gruppen unterteilt, die die verschiedenen Bereiche Boden/Schlamm, Steine, Ufer- und Wasservegetation abdeckten. Nach anfänglicher Hilfe durch Herrn Dr. Kronshage konnten die einzelnen Gruppen nun selbst ihre praktische Arbeit, d.h. das Sortieren der verschiedenen Indikatororganismen des Fließgewässers, aufnehmen.

Exkursion 1

Exkursion Collage 1
Abbildung 1: Untersuchen der entnommenen Proben auf der Brücke des Fließgewässers in den Gruppen (Fotos: Johanna Clausing-Schweers)

Exkursion Collage 2
Abbildung 2: Erkunden der Umgebung (Fotos: Kristina Hagedorn)

 

Nach der Theorie im Biologieunterricht war es nun sehr interessant, die einzelnen Tiere selbst zu erforschen. Dabei erhielten wir zusätzliche Hilfe von der Praktikantin Lena.
Danach fuhren wir zur Außenstelle, um dort unsere gefundenen Fische, Schnecken und Insekten unter dem Mikroskop zu untersuchen und zu bestimmen. Jeder von uns erhielt ein Heft, in dem die Merkmale der Lebewesen aufgelistet waren. Hauptsächlich fanden wir Flohkrebse, Köcherfliegenlarven und Wasserasseln, die wir auch schon aus dem Schulunterricht als Indikatororganismen für gute Wasserqualität kennengelernt hatten. Die große Anzahl von Zuckmückenlarven im Schlamm des Baches ließ jedoch auf eine mäßige Wasserqualität schließen. Im Anschluss trugen wir die Anzahl der einzelnen Wassertiere in eine Tabelle ein und ermittelten den Saprobienindex (System zur Bestimmung der Gewässergüteklasse bezüglich der Lebensgemeinschaften). Der Saprobienindex lag bei unserer Berechnung bei 2,4 auf einer Skala von 1-5 und wies somit auf eine mäßige Gewässergüte (Güteklasse (II-III) der Giegel-Aa hin.

Die Bewertung der Gewässergüte durch Bioindikatoren wurde auch durch die Untersuchungen der Gewässerstruktur, des Gewässerumfeldes sowie der Wasserqualität im Hinblick auf pH-Wert, Nitratgehalt, Temperatur und Sauerstoffgehalt bestätigt.

Exkursion Collage 3
Abbildung 3: Einzelne Indikatororganismen aus der Nähe, u.a. Köcherfliegenlarve, Wasserassel, Zuckmückenlarve (Fotos: Lovis von Stephani, Kristina Hagedorn, Saskia Wenzel

Exkursion 2
Abbildung 4: Kreisdiagramm zur Gewässergütebewertung

 

Sinnvolle Renaturierungsmaßnahmen sind somit das Fernhalten landwirtschaftlicher Bewirtschaftung, da der nachgewiesene erhöhte Nitratgehalt wahrscheinlich auf die Düngung des benachbarten Maisackers zurückzuführen ist. Außerdem befindet sich die Giegel-Aa in einem begradigten Bachbett. Das Einrichten von Mäandern würde die Vielseitigkeit der Lebensräume und somit die Artenvielfalt erhöhen.
Alles in allem hat uns der Tag sehr viel Spaß gemacht und wir können eine Exkursion zum „Heiligen Meer“ auch unseren nachfolgenden Jahrgängen weiterempfehlen.