Seminarfach in der Praxis

Besuch auf dem Biobauernhof in Hopsten-Schale

Wir, das Seminarfach „Nachhaltige Entwicklung – Global denken, lokal handeln“ aus dem Jahrgang 12, haben am 09.01.2018 eine Exkursion zum Biobauernhof von Nele Niederwahrenbrock in Hopsten – Schale gemacht.

Die Agrarbetriebswirtin, die den Hof von ihrem Vater gepachtet hat, hat uns ihren Hof, auf dem 3300 Hühner und 90 Schafe zuhause sind, vorgestellt. Die Hühner leben in fünf unterschiedlich großen Mobilställen. Diese Ställe entsprechen dem „Bio-Gedanken“, da sie unterschiedlich platziert werden können und die Hühner somit immer frischen Auslauf haben. Dieser Auslauf bietet für jedes Huhn 4m² Platz, was den Vorschriften für einen Bio-Betrieb entspricht. Die Hühner haben doppelt so viel Platz, wie ein Huhn auf einem konventionellen Bauernhof. Außerdem bekommen sie ausschließlich biologisches Futter. Das im Futter enthaltene Getreide stammt jedoch nicht vom eigenen Hof, sondern wird im Tausch gegen Mist von einem Kooperationsbetrieb zur Verfügung gestellt. Das einzige Medikament, welches die Hühner bekommen, ist eine Impfung, auf chemische Mittel wird verzichtet. Die Tiere legen jeden Tag insgesamt knapp 3000 Eier, die von Hand eingesammelt werden und dann in den hofeigenen Eierraum gebracht werden. Hier werden sie nach Größe sortiert, kontrolliert und verpackt. Die meisten Eier werden daraufhin an Supermärkte geliefert und dort für einen Preis zwischen 28ct und 30ct verkauft. Ein Teil der Eier bleibt jedoch auf dem Hof und wird dort von den Landwirten selbst verkauft. Nach einem 14 monatigen Aufenthalt auf dem Biohof werden die Hühner gruppenweise abgestallt und zum Schlachter gebracht.

Die Schafe auf dem Hof dienen lediglich als Nebenverdienst. Weil die Wolle aufgrund ihrer schlechten Qualität nicht für den Verkauf geeignet ist, verdient die gelernte Schäferin an den Tieren nur durch die Fleischproduktion. Mit einer geringen Anzahl von nur 90 Schafen ist dieser Verdienst jedoch nicht besonders hoch. Die Wolle verschenkt sie nach dem Scheren an Freunde oder Bekannte, die diese zum Beispiel als Dämmmaterial nutzen.

Von dem Ertrag, der durch Schafe und Hühner erzielt wird, können laut der Pächterin zwei Familien leben. Auf die Frage, warum ihre Familie von Konventionell auf Bio umgestiegen ist, antwortet sie, dass die Gründe dafür die artgerechte Tierhaltung und das generelle Konzept eines Biobauernhofs seien. Damit nachgewiesen werden kann, dass die Landwirte nach den Vorschriften für biologische Tierhaltung handeln, wird der Betrieb zweimal im Jahr genau kontrolliert, davon einmal unangemeldet.

Nele Niederwahrenbrock könnte uns mit der Führung über ihren Hof und ihren ausführlichen Erklärungen noch einmal anschaulich verdeutlichten, inwiefern sich ein Biobauernhof im Bereich der Tierhaltung von einem konventionellen Bauernhof unterscheidet.

Hühner vor dem Auslauf des Mobilstalls