Podiumsdiskussion zum Klimawandel im LWH

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Die Ems-Vechte-Welle kommentiert unseren Besuch der Podiumsdiskussion …

 

Politiker betonen Eigenverantwortung

Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im LWH

(Johannes Franke, Lingener Tagespost vom 26.08.2017, Seite 18)

 

Podiumsdiskussion im LWH
Was tut die Politik für eine klimagerechte Welt? Darüber diskutierten die hiesigen Bundestagskandidaten mit Vertretern des Ludwig-Windthorst-Hauses. Foto: Johannes Franke

Lingen. Sechs Bundestagskandidaten der Region haben jetzt im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) über das Thema „Blue Planet First – Was tut die Politik für eine klimagerechte Welt?“ diskutiert.

Ihre parteipolitischen und individuellen Antworten, wie eine weltweite Umsetzung hin zu einer klimagerechten Lebensweise ohne fossile Brennstoffe und ohne Kernenergie gelingen kann, wurden von den etwa 100 Besuchern, darunter zwei Politikkurse des Franziskusgymnasiums, unterschiedlich bewertet.

„Über die Spitzenkandidaten und ihre Standpunkte zum Thema Klima und Energie möchten wir uns informieren“, sagt Pia und ist wie ihre Mitschüler gespannt auf die Diskussion. Die einführenden Worte von Hubert Hoffmann, Vorsitzender der Bischöflichen Kommission Mission, Entwicklung, Frieden weisen mit vielen Beispielen darauf hin, welche Folgen wie innerstaatliche Flucht und Migration nach Europa zu erwarten und jetzt bereits zu spüren sind. „Die Augen des Westens sind kurzsichtig. Wir müssen die Brille zur Weitsicht aufsetzen“, leitet er über zu Antje Kathrin Schröder. Die Referentin für Energiepolitik bei Misereor ging in ihrem Vortrag „Dicke Luft über Deutschland – Was tut die Politik?“ näher auf die klimapolitischen Aufgaben aus dem Pariser Abkommen ein.

In der ersten Runde des Podiumsgespräches sprach sich Jens Beek (FDP) für einen „zügigen technologischen Wandel“ aus, um Fortschritte bei der Emission zu erzielen. Reinhard Prüllage (B90/Grüne) sieht wie seine Partei den „Klimaschutz als oberstes Ziel“. Albert Stegemann (CDU) attestierte seiner Partei einen „sehr ambitionierte Klimapolitik“, sprach sich für eine zügige Elektromobilität aus. Daniela De Ridder (SPD) betonte die Schöpfungsbewahrung, ging auf das „Reichweitenproblem“ ein. Danny Meiner von der AfD sprach sich für die Nukleartechnik aus und äußerte sich kritisch zur Energiewende. Roberto Linguari von den „Linken“ betonte die „soziale Gerechtigkeit“, die zu beachten sei.

Schriftliche Fragen

Regina Wildgruber und Michael Reitemeyer vom LWH moderierten den Abend, gaben die schriftlichen Gästefragen an die Kandidaten weiter.

Daniela De Ridder möchte eine forcierte Elektromobilität, ein modifiziertes Verkehrskonzept und ein Partnerschaftsabkommen mit den Entwicklungsländern.

Laut Albert Stegemann müsse die „Bundesrepublik eine Vorbildfunktion“ übernehmen und international tätig werden. Die „Sektorenkopplung und Speichermöglichkeiten“ erläuterte er, wobei es gelte „die gesamte Bevölkerung mitzunehmen.“

Der Anteil der erneuerbaren Energie muss nach Ansicht von Reinhard Prüllage erhöht werden. Schon ab 2035 könne man mit der erneuerbaren Energie zurechtkommen.

Auf Forderungen nach „Verstaatlichung der Energiekonzerne“ blieb Roberto Linguari eine plausible Antwort schuldig. Die Menschen hätten Angst, wenn es heißt: „Raus aus der Kohle.“ Jeder müsse bei sich anfangen.

Jens Beek appellierte an die „Selbstverpflichtung“ und zu ändernde Bauvorschriften. Forschung und Entwicklung müssten unterstützt werden.

Die AfD will aus dem Pariser Abkommen aussteigen, hat Zweifel daran, dass die Menschen für den Klimawandel verantwortlich seien.

Im Schlussplädoyer appellierten alle Politiker an die Selbstverpflichtung jedes Einzelnen.

Für Pia und ihre Mitschüler war es zwar „sehr interessant, wofür die Parteien stehen. Aber aufgrund der vielen Einzelheiten sei es nicht immer deutlich geworden.