|
Lingen/Bielawa (To)
Die Koffer waren noch nicht ausgepackt, da kamen bei einigen Schülerinnen
und Schülern der Klasse 9c des Franziskusgymnasiums schon die ersten
Emails und SMS von den neuen Freunden aus Bielawa an. Sofort mailten die
Lingener zurück. Einige von ihnen wären am liebsten wieder in
den Bus gestiegen und nach Polen zurückgefahren. Und Dorota Kot,
die den Austausch von polnischer Seite organisiert und in der Partnerschule
als Bibliothekarin arbeitet, berichtete: „Am Montag nach dem Austausch
waren die Computer in der Bibliothek dauernd blockiert, weil die Austauschpartner
Emails an ihre Freunde schrieben.“
Dabei hatte es eine Woche davor ganz anders ausgesehen. Als der Bus nach
zwölf Stunden Fahrt endlich vor dem Liceum Ogólnoksztalcace
in Bielawa hielt, wären einige Lingener am liebsten drin geblieben.
Sie kannten ihre Austauschpartner noch nicht und wussten nicht, was sie
bei den Gastfamilien erwartet, bei denen sie eine Woche verbringen sollten.
Hinzu kam, dass Polen für die Meisten völlig fremd war.
Doch schon am nächsten Tag war die Scheu überwunden, und die
Schüler/innen tauschten ihre ersten Erfahrungen aus. Wer zum ersten
Mal in Polen ist, staunt vor allem über die Gastfreundschaft. Den
Lingener Schülerinnen und Schülern ging es nicht anders. Sie
wurden von ihren Gasteltern regelrecht verwöhnt.
Nach der Austauschwoche ist Polen ihnen nicht mehr fremd. Neben Lingens
Partnerstadt Bielawa haben die Gymnasiasten Breslau, Krakau und Schweidnitz
kennen gelernt, sie haben das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz
und die Begegnungsstätte auf dem ehemaligen Gut des Grafen von Moltke
in Kreisau besucht, wo sich die Widerstandsgruppe „Der Kreisauer
Kreis“ traf.
Jetzt freuen sich die Lingener Schülerinnen und Schüler auf
den Gegenbesuch ihrer neuen Freunde aus Bielawa im Mai kommenden Jahres
und überlegen, wie sie den Aufenthalt der Polen im Emsland möglichst
attraktiv gestalten.
|