Mehr Feinstaub in Lingen?

Schüler haben Auswirkungen vom Bau der Emslandarena untersucht

Lingen. Die Lingener Altstadt sowie angrenzende Wohngebiete werden in Zukunft einer höheren Windgeschwindigkeit und Feinstaubkonzentration ausgesetzt sein. Ein Grund dafür ist der Bau der Emslandarena. Das haben die Schüler Marina Evers und Oliver Konert vom Franziskusgymnasium im Rahmen ihrer „Jugend forscht“-Teilnahme festgestellt.

In einem Windkanal haben Marina Evers und Oliver Konert vom Franziskusgymnasium den Einfluss der im Bau befindlichen Emslandarena auf die Feinstaubbelastung in der Lingener Innenstadt gemessen. Foto: Selina Sprick

 

„Wenn der Wind durch Lingen weht, kommt er meist aus südwestlicher Richtung. Über den Dortmund-Ems-Kanal und die Bahnlinie trägt er täglich frische Luft in die Altstadt. In diese Frischluftschneise wird zurzeit die Emslandarena gebaut. Sie stellt nun ein Hindernis für den Wind dar.“ Marina Evers und Oliver Konert sind deshalb davon überzeugt, dass der Bau der Emslandarena negative Auswirkungen auf die nähere Umgebung haben wird. Mit ihrem Projekt „Einfluss der Bebauung auf die Frischluftzufuhr“ für den Wettbewerb „Jugend forscht“ haben sie den zweiten Platz in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften belegt.

An einem warmen bewölkten Tag im August führten die beiden Elftklässler ihre ersten Untersuchungen an der Emslandarena durch. Mit einem Messgerät ermittelten sie die dortige Temperatur, die Windgeschwindigkeit und die Windrichtung. Aus den Werten erstellten sie anschließend ein Windprofil. Um ihre Ergebnisse aus der Praxis theoretisch zu festigen, modellierten sie die Strömungen danach in einem Windkanal.

Ihr Lehrer Christof Tondera unterstützte sie dabei. Mithilfe einer Nebelmaschine, die den Wind sichtbar werden ließ, veranschaulichten sie die Strömungen. Und Mitarbeiter der Metallwerkstatt des Lingener Christophoruswerkes fertigten bei Bedarf fehlende Bauteile.

Zum Schluss arbeiteten Marina und Oliver mit „OpenFoam“ – einem Programm, das zur Lösung von Strömungsproblemen beiträgt. Die Werte aller Untersuchungen zeigen: An den oberen Kanten der Emslandarena nimmt die Windgeschwindigkeit stark zu. Nahe des Bodens ist sie niedriger. Trotzdem ist dieser Bereich sehr verwirbelt.

Dachbegrünung hilft

Wenn Ende des Jahres die erste Veranstaltung in der Emslandarena stattfinden wird, werden voraussichtlich zahlreiche Gäste mit Autos und Bussen anreisen. Damit wird die Schadstoffbelastung erheblich ansteigen. „Durch die Klimatisierung der Halle entstehen zusätzliche Abgase“, erklärt Marina: „Ein Teil des Schmutzes wird dann vom Wind in die Innenstadt getragen.“ Doch noch ist nichts verloren: Eine Maßnahme zur Verbesserung der Luftqualität könnte etwa eine Dachbegrünung sein. Denn Pflanzen filtern Feinstaub. Die Betreiber der Emslandarena könnten dadurch außerdem Energie sparen, da Dachbegrünungen eine isolierende Wirkung haben.

Marina wünscht sich für zukünftige Großbauprojekte mehr Weitsicht: „Wir wollen mit unserem Projekt anregen, dass bei kommenden Großbauprojekten mehr auf die Schadstoffbelastung bei der Standortwahl geachtet wird.“ Und wenn die Emslandarena fertig gebaut ist, wollen sie und Oliver weiter vor Ort forschen und noch einmal am „Jugend forscht“-Wettbewerb teilnehmen.