Inklusion der besonderen Art – schon seit 34 Jahren!

Es steht wieder ein alljährlicher Höhepunkt des Schuljahres an: der Gottesdienst zu Beginn der Adventszeit der 7. und 8. Klassen mit der Mosaikschule des Christophoruswerkes.

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Immer am Freitag des 1. Adventswochenendes füllt sich aus diesem Anlass die St. Josef-Kirche in Lingen Laxten. Auch in diesem Jahr ist sie wieder voll. Die Atmosphäre ist eine besondere. Schüler und Eltern der Klassen der Moaikschule und des Franziskusgymnasiums sitzen eng aneinander und erwarten den Anfang. Dieser Gottesdienstanfang überrascht. Kein gemeinsam gesungenes Lied zu Beginn. Gedämpfte Klaviermusik ist zu hören. Von hinten strömen SchülerInnen der am Projekt beteiligten Klassen in die Kirche. Sie sind in eine Rolle geschlüpft. Als Flüchtlinge – mit dem Nötigsten ausgestattet, z.T. mit Decken umwickelt – suchen sie ihren Platz in den Gängen der Kirche. Ohne Worte, aber umso eindrucksvoller ist jedem Besucher des Gottesdienstes schnell der Bezug zum Thema klar: Herbergssuche – auf der Suche nach Heimat.

Die SchülerInnen haben ein erstes Anspiel vorbereitet. Gemeinsam – ob mit oder ohne Handicap – wird ein Beitrag einer Nachrichtensendung gezeigt. Reporter und Kameramann befragen die „Flüchtlinge“ zu Herkunft, Motiv und zu ihrer derzeitigen Situation. Die kurzen Antworten reichen, um mitfühlen zu können, was es heißt, seine zerbombte Heimat verlassen zu müssen.

Ein zweites Anspiel stellt den Bezug zur Weihnachtsgeschichte her. Auch Maria und Josef waren auf der Suche nach Unterkunft und Herberge. Der Stern von Bethlehem gibt Zuversicht, dass allen Menschen Heimat und Leben in Frieden verheißen ist.

Klasse, wie die Flöten- und Instrumentalgruppe der Mosaikschule das Credo spielt und spricht. Klasse, wie unsere Musikschola die einzelnen Lieder musikalisch unterstützt, so dass am Ende des Gottesdienstes Schüler einer 7. Klasse sagen: Das hat richtig Spaß gemacht mitzusingen.

Beeindruckend, wie alle Gottesdienstbesucher das Vaterunser in Gebärdensprache sprechen und darstellen.

Alles will natürlich auch gut vorbereitet sein. So gebührt am Ende den Verantwortlichen Dank. Den SchülerInnen der Mosaikschule genauso wie der Klasse 8a von Herrn Ossing. Und dann gibt es am Ende noch eine Besonderheit. Ein besonderer Dank, gilt Frau Rüsken von der Mosaikschule, die wegen des anstehenden Ruhestandes zum letzten Mal das Projekt auf der Seite des Christophoruswerkes organisiert hat. Der herzliche Dank drückt sich in einem lang anhaltenden stehenden Applaus aus. Seit 34 Jahren gibt es dieses Projekt der gelebten Inklusion schon noch bevor überhaupt jemand von Inklusion gesprochen hat. Und so kommt es zu einer allerletzten Überraschung: Schwester Lamberta, langjährige Lehrerin am Franziskusgymnasium und damals Mitinitiatorin des gemeinsamen Projektes, ist an diesem Morgen auch in der Kirche. Auch sie erhält zusammen mit Frau Rüsken ein Blumenpräsent verbunden mit einem großen Dank! Toll, wie nach so langer Zeit diese Idee von damals immer noch so lebendig ist.

 

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Zeitungsausschnitte stellen den Schriftzug Flüchtlinge dar.
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„Flüchtlinge“ in den Gängen der Kirche. „Flüchtlinge“ in den Gängen der Kirche.
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Der Reporter befragt einige Flüchtlinge. Sr. Lamberta (r.) und Frau Rüsken (l.) haben vor 34 Jahren das gemeinsame Projekt zwischen Christophoruswerk und Mosaikschule ins Leben gerufen.
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Das Credo wird von der Instrumentalistengruppe der Mosaikschule vorgetragen. Wie gewohnt – eine starke Truppe: unsere Musikschola.
Adventsgottesdienst mit Mosaikschule 10„Unser“ Schulpastor im Gespräch mit dem Schulleiter der Mosaikschule – Pastor Sinnigen (l.) und Herr Kiepe (r.).