In der Linie 2013 kann man was erleben

Vergnügliche Theatercollage – und alles selbst gemacht

Lingen . Busfahrer erleben so manches auf ihren Touren. Wer regelmäßig mit dem Bus unterwegs ist, kann ebenfalls viel erzählen. Schüler der Theater-AG des Franziskusgymnasiums und der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes haben verschiedene Bus-Geschichten gesammelt und sie zu einer vergnüglichen Theatercollage zusammengebaut.

Am Ende feiern alle Busreisenden eine Riesenparty „im Süden“: Mit „Linie 2013“ präsentierten Schüler des Franziskusgymnasiums und der Tagesbildungsstätte des Christophorus-Werkes eine mitreißende Szenencollage. Foto: Elisabeth Tondera

Die gemeinsame Theaterarbeit hat eine lange Tradition. „Wir sind Nachbarn, und zu guter Nachbarschaft gehören regelmäßige Treffen. Höhepunkt dieser Treffen ist jedes Jahr die Theateraufführung der Schüler beider Schulen. Ich freue mich immer darauf“, sagte der Leiter des Franziskusgymnasiums, Johannes Pruisken, vor der Premiere des Stückes „Linie 2013 – Ärger, Zoff und eine Reise in den Süden“, und nach der Aufführung stellte er fest: „Ich bin froh, diese Busfahrt mitgemacht zu haben.“

Beim Thema „Bus“ können die Schüler aus dem Vollen schöpfen. Viele von ihnen sind täglich unterwegs und erleben dabei allerhand. In den vielen kurzen Szenen spiegeln sich ihre Erfahrungen wider, doch nicht eins zu eins, sondern verfremdet und in eine Art Revue eingebaut.

Zwei Busfahrer sind auf der Linie 2013 eingesetzt. Eine Gruppe munterer Senioren steigt ein. Es ist ein Ritual, das merken die Zuschauer sofort. Im Bus unterhalten sie sich über ihre Krankheiten, später, als eine Gruppe Schüler einsteigt, mokieren sie sich über „die Jugend von heute“. Auch „die Jugend“ zeigt typische Verhaltensweisen: Raufereien, Machtspielchen, Ausgrenzung.

Modebewusste Mädchen führen ihre Kreationen vor, grölende Fußballfans „stürmen“ den Bus, eine Schwangere bekommt keinen Platz. Bei jedem Szenenwechsel verpasst eine jeweils andere Figur (eine Frau mit Einkäufen, ein entlaufener Gefangener …) den Bus – ein witziger Running Gag.

Grölende Fußballfans

Gut beobachtete Situationen und Reaktionen sind in die humorvollen Spielszenen eingeflossen, gesellschaftliche und sprachliche Klischees werden lustvoll aufs Korn genommen. Mit wenig Text, dafür mit viel Bewegung und Musik geht „Linie 2013“ auf Tour. Manchmal müssen sich alle gut festhalten, wenn der Busfahrer rasant die Kurven schneidet oder über Schlaglöcher holpert. Und am Ende feiern alle eine Riesenparty „im Süden“.

Unter der Leitung von Gesine Redenius-Hoppe und Ulla Strieth haben die jungen Akteure mit und ohne Behinderungen mit Herzblut, Kreativität und Begeisterung ein Stück entwickelt, das die Zuschauer mitreißt.

„Die Truppe hat alles selbst gemacht: das Stück geschrieben, die Kostüme und die Requisiten angefertigt, das Bühnenbild gebaut“, betonte der Leiter der Tagesbildungsstätte, Hermann Kiepe, und dankte den Akteuren, aber auch Johannes Pruisken für die Unterstützung der integrativen Theaterarbeit.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Schulleiter über so viele Jahre sich so wie Sie für diese Arbeit einsetzt und regelmäßig dabei ist, wenn die Schüler auftreten“, sagte er.