Großer Bahnhof für Weltmeister Jan Hennecke

Jan Hennecke (Jg. 11) von der LRG sicherte sich bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro im Deutschland-Vierer mit Steuermann den Weltmeistertitel.

Begeistert wurde Jan am Dienstag von einer großen Fangemeinde bei seiner Rückkehr nach Lingen empfangen. Familie, Nachbarn, Freunde und Clubkameraden der LRG hatten sich an seinem Elternhaus versammelt, um den frisch gebackenen Weltmeister „Willkommen“ zu heißen und gebührend zu feiern. Auch einige Vertreter des Franziskusgymnasiums waren dabei und richteten Grüße und Gratulation der gesamten Schulgemeinschaft aus, die Jan für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg wünscht.

 

Fotos: Claudia Ducki-Höckner, Werner Nieland

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Weitere Informationen in den beiden folgenden Artikeln der Lingener Tagespost:

 

„Es ist irgendwie unfassbar“ – LRG-Ruderer Jan Hennecke gewinnt im Vierer mit Steuermann Gold bei der U-19-WM

(Mirko Nordmann, Lingener Tagespost vom 11.08.2015, Seite 12)

Lingen. Ein Lingener jubelt an der Copacabana! Bei den U-19-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro (Brasilien) hat Jan Hennecke von der Lingener Rudergesellschaft (LRG) im deutschen Vierer mit Steuermann die Goldmedaille gewonnen.

Weltmeisterboot mit Jan Hennecke
Auf dem Weg zum WM-Gold: Der DRV-Vierer mit Steuermann (v. l.) Hans William Espig (verdeckt), Michael Zoerb, Jan Ole Munchow, dem Lingener Jan Hennecke und Schlagmann Marcus Elster dominierte in Rio de Janeiro den Vorlauf und das A-Finale. Foto: Detlev Seyb

Auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas, auf dem im kommenden Jahr die Olympischen Ruderwettkämpfe stattfinden, holte Hennecke gemeinsam mit seinen Bootskollegen Michel Zoerb (Gießen), Jan Ole Muchow (Lübeck), Marcus Elster (Oldenburg) und Steuermann Hans William Espig (Hamburg) eine von fünf Goldmedaillen für den Deutschen Ruderverband (DRV), der insgesamt elf WM-Medaillen sammelte (4 Silber, 2 Bronze).

Ursprünglich war der Endlauf für den Sonntag, den eigentlichen Abschlusstag terminiert gewesen, doch aufgrund angekündigter starker Winde wurde das Finale einen Tag vorgezogen. So durften Hennecke und seine Mitstreiter schon 24 Stunden früher die Goldmedaille in Empfang nehmen. Der DRV-Vierer, der sich mit der schnellsten Vorlaufzeit am Donnerstag in die Favoritenrolle gefahren hatte, dominierte auch das Finale der schnellsten sechs Boote am Samstag von Beginn an. Die 500-Meter-Marke passierte der DRV-Vierer, in Führung liegend, nach 1:36,00 Minuten – mehr als eine Sekunde dahinter folgte die Türkei. Während das deutsche Quartett auf den zweiten 500 Metern eine weitere Sekunde Vorsprung auf die Verfolger herausfuhr, lieferten sich dahinter die Türkei und Italien einen erbitterten Kampf um den zweiten Platz. Nach 1500 Metern hatten die Italiener das türkische Boot überholt, doch den DRV-Vierer konnten sie nicht mehr einholen. „Auf den letzten 500 Metern lassen die sich das Gold nicht mehr nehmen“, war sich Henneckes Heimtrainer Werner Irmer, der aufgeregt das Rennen im Internet verfolgte, sicher. Im Ziel hatte das deutsche Boot mit einer Zeit von 6:41,51 Minuten einen Vorsprung von 2,45 Sekunden auf Italien. Der dritte Platz ging an die Türkei. „Es war cool, das Rennen von vorne anzusehen und auch mit jedem Schlag sich weiter von den anderen Mannschaften zu entfernen“, wird Jan Henecke auf der Internetseite des DRV zitiert, „es ist irgendwie unfassbar, dass wir das Rennen so gewinnen konnten.“

 

Nachgehakt – Mit der „perfekten Mischung“ zum WM-Gold

Der Lingener Ruderer Jan Hennecke über seine erfolgreiche Zeit in Rio und eine spannende Vorbereitung

(Mirko Nordmann, Lingener Tagespost vom 15.08.2015, Seite 28)

Empfang für Weltmeister Jan Hennecke
Einen herzlichen Empfang bereiten Freunde und Verwandte dem U-19-Weltmeister Jan Hennecke. Foto: Werner Scholz

Lingen. Eigentlich wollte Jan Hennecke nach einem langen Transatlantik-Flug nur noch eins – in sein Bett. Doch bei seiner Ankunft in Lingen wurde der 17-jährige Schüler des Lingener Franziskusgymnasiums von Freunden und Verwandten überrascht. Alle wollten dem Ruderer der Lingener Rudergesellschaft (LRG), der bei den U-19-Weltmeisterschaften in Rio de Janeiro (Brasilien) im Vierer mit Steuermann Gold geholt hatte, natürlich sofort gratulieren. Wie Jan Hennecke die WM erlebt hat, schildert er im Interview in unserer Rubrik „nachgehakt.“

Herr Hennecke, im vergangenen Jahr jubelten die deutschen Fußballer in Rio – und jetzt Sie. Wie feiert man denn gebührend einen WM-Triumph in Brasilien?

Wir hatten das Glück, dass das Finale wegen eines gemeldeten Unwetters um einen Tag nach vorne verschoben wurde. Somit hatten wir nach unserem Endlauf am Samstag noch zwei Tage und Nächte Zeit, den WM-Sieg ausgiebig im Hotel und auch am Strand zu feiern. Wir hatten ein schönes Programm zum Abschluss mit einem Besuch eines Zweitligaspiels im Maracanã-Stadion.

Sie und Ihre Bootskollegen haben den Vorlauf souverän gewonnen. Haben Sie sich damit selbst in die Favoritenrolle gebracht?

Wir haben uns schon damit selbst ein bisschen Druck eingefahren, aber auch ein bisschen Sicherheit. Etwas überrascht hat uns, dass die mitfavorisierten Italiener, die schon einmal Europameister geworden sind, im Vorlauf acht Sekunden langsamer waren als wir. Das ist im Rudern schon eine ganze Menge. Wir haben vermutet, dass uns vielleicht die Windverhältnisse begünstigt haben und die Italiener einen Nachteil hatten. Deshalb wollten wir aus dem Vorlauf gar nicht so große Schlüsse für das Finale ziehen. Das hat uns zwar den Favoritendruck genommen, aber auch wieder Unsicherheit gebracht.

Die Sturmwarnungen haben den Zeitplan bei der WM etwas durcheinandergewirbelt. Schon Ihr Vorlauf fand einen Tag früher als geplant statt. Hat Sie das nervös gemacht?

Das war eigentlich nur positiv, weil man wusste, dass diese „Aktion WM“ auch früher zu Ende ist. Was die Aufregung eigentlich gebracht hat, war die Spannung auf das Ergebnis. Wir wussten im Vorfeld, dass wir gut rudern können. Wir müssen es nur abrufen. Und deshalb wollten wir nur wissen, was dabei herauskommt.

Als Sie einen Monat vor der WM ins Trainingslager nach Berlin-Grünau gefahren sind, wussten Sie, dass Sie bei der WM dabei sind, nicht aber, in welchem Boot Sie sitzen. Stimmt das?

Ja, das ist richtig. Die unmittelbare Wettkampfvorbereitung hat 30 Tage gedauert. Die kleinen Boote waren schon vorbesetzt. Die müssen eingespielt sein, und daher will der DRV die nicht noch einmal auseinandernehmen. Ich gehörte zu dem Rest der Mannschaft, der aufgeteilt wurde auf den Achter, den Vierer mit Steuermann und den Ersatz-Zweier „ohne“.

Im schlimmsten Fall wären Sie im Ersatzboot gelandet und hätten in Rio zugucken müssen?

Bei mir und einem anderen Athleten stand die Entscheidung zwischen Achter und Vierer mit Steuermann noch nicht fest. Nach längerer Zeit hat sich dann herausgestellt, dass ich besser im Vierer sitze, weil er mit mir besser läuft.

Vor Ihnen im Boot als Schlagmann saß ihr Zweierkollege Marcus Elster aus Oldenburg? War das ein Vorteil für Sie?

Das war sehr, sehr gut, weil Markus und ich unseren effizienten Ruderschlag aus dem Zweier ohne, der uns auch prägt, in den Vierer übertragen. Unser Ruderstil zielt eher auf das Laufen des Bootes ab und nicht so auf das Kraftbetonte. Das heißt, unser Boot läuft gut, ohne dass wir so viel Kraft aufwenden wie andere Leute. Das hat dem Vierer auch sehr weitergeholfen. Denn die anderen beiden konnten sehr, sehr gut ziehen. Marcus und ich haben also den Rhythmus vorgegeben, dass wir das Boot schnell laufen lassen und die anderen beiden ordentlich ziehen können. Das war die perfekte Mischung.

Das komplette Interview im Internet auf www.noz.de