Gänsehautmusik in Vollendung

Gelungene Kooperation des Franziskusgymnasiums mit der Musikschule

Lingen. Mit der Schule ins Theater gehen? Na, wenn dafür Mathe ausfällt, lässt man sich das doch gerne gefallen. Cool, wenn es dann die eigenen Leute sind, die spielen. Am Montagmorgen war das Theater an der Wilhelmshöhe gefüllt mit Schülern des Franziskusgymnasiums. Und – man kennt ja seine Pappenheimer – amüsanterweise gab es eingangs eine kleine Gebrauchsanweisung: Kein Essen auf die Sitze krümeln, keine Cola im Saal und Handys aus!

Musikschul-Kooperation 12Peppig war das Potpurri aus Songs der schwedischen Popgruppe ABBA. Foto: Peter Löning

 

Zu erleben gab es ein Konzert, eine Kooperation der Chöre und Bands des Franziskusgymnasiums mit dem Orchester der Musikschule. Die Idee war eine Gegenüberstellung der klassischen, „alten“ Musik mit der Popmusik, der „aktuellen“. Zu lernen gab es, wie alles zusammenhängt, wie weit die Klassiker in die Jetztzeit strahlen. Es gibt nicht hier die hippe Heutemusik und nicht dort die toten Klassiker. Nein, am Ende ist alles Musik und hat seine Aufgabe, seine Wirkung und seine Berechtigung.

Aufhänger war eine alte Idee, den älteren Zuhörern vielleicht bekannt aus den frühen Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts, als mit „Ekseption“ eine niederländische sogenannte „Symphonic-Rock“-Band populäre klassische Themen rockig verarbeitete. Mag sein, dass Johann Strauß’ „Also sprach Zarathustra“ genau aus dieser Quelle sprang, denn nach einigen Takten des Musikschulorchesters, dirigiert von Dirk Kummer, übernahm Stefan Pohlmanns Big Band und verpasste dem Stück eine locker groovende Gestalt. So einen Übergang wünschte man sich dann auch bei Johann Pachelbels berühmtem Kanon, aber nein: Diesen gab es ganz, bevor der Chor unter Emanuele Wellenbrock-Roters das Stück noch einmal als „Dona nobis pacem“ sang. Das war dann doch unerwartet lang, hat aber natürlich dennoch seine Berechtigung, und wurde noch ergänzt durch eine gerappte Version des Stücks, die vom Band abgespielt wurde.

Mit George Bizets „Torero Marsch“ aus seiner Oper „Carmen“ wie auch in dem sehr schön vorgetragenen Medley mit Themen aus George Gershwins „Porgy and Bess“ kamen diverse Melodien über die Bühnenkante, die wohl jeder bereits kannte, wenn auch nicht immer jeder weiß, woher. War es ein TV-Titel, ein Handyklingelton, war das nicht in einer Werbung zu hören? Bei Beethovens Fünfter ließ man das Original weg und widmete sich direkt der Big-Band-Version. Das ging ins Ohr. Nur eingefleischte Klassikfans vermissten da etwas, wie auch in dem Chorstück, das aus W. A. Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ erwuchs und diese zu einem schlichten Strophenlied stutzte.

Peppig war dann das Potpourri aus Songs von „ABBA“; auch seit Langem Klassiker. Ralf Jost Westendorfs Rockband glänzte mit einer Nummer von Pink; nicht ohne vorher – wie im Übrigen bei allen Programmpunkten – eine kleine szenische Einführung zu machen. Die Schauspieler des Seminarfaches „Darstellendes Spiel“ der Schule (Leitung Silvia Lühn und Antje Zander) ließen alle gespielten Komponisten in Person auftreten. In kurzen Sketchen flochten sie nicht unwitzig biografische Details in den Programmablauf. Auch Mozart war ein Star in seiner Zeit.

Gänsehautmusik in Vollendung aber brachte eindeutig das große Finale, in dem alle zusammen musizierten. Der Text des so berühmten Stückes von John Miles gab der Veranstaltung die Überschrift, den Inhalt und den gelungenen Abschluss: „Music was my first love and it will be my last. Music of the future and music of the past . . .“ Das musste in einer Zugabe unbedingt wiederholt werden.

Großer Applaus. Das habt ihr gut gemacht.

 

Weitere Fotos : Peter Löning

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