Freundschaften über Grenzen hinweg

Partnerschaft des Franziskusgymnasiums mit der Schule Notre Dame de la Tilloye besteht seit 40 Jahren

Lingen. Als „beispielhaftes Zeichen für eine gelebte Partnerschaft“ bezeichnete Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone den Austausch zwischen dem Lingener Franziskusgymnasium und der französischen Schule Notre Dame de la Tilloye. Anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen beiden Schulen empfing Krone rund 70 Schüler im Ratssitzungssaal der Stadt.

Noch bis Freitag besuchen Schüler der französischen Schule Notre Dame de la Tilloye Lingen – seit 40 Jahren besteht mit dem Franziskusgymnasium eine Partnerschaft. Foto: Stadt Lingen

 

„Trotz der Entfernung von knapp 600 Kilometern gelingt es beiden Schulen seit nunmehr vier Jahrzehnten regelmäßig, einen Schüleraustausch zu organisieren. Das ist wirklich etwas Besonderes“, würdigte Krone, der vor seiner Bürgermeisterzeit Lehrer am Franziskusgymnasium war, das deutsch-französische Engagement.

Knapp 2200 Schüler haben in den vergangenen 40 Jahren an den gegenseitigen Austauschen teilgenommen. „Zahlreiche private Kontakte sind zwischen den deutschen und französischen Schülern sowie zwischen den Lehrern entstanden und werden bis heute gepflegt“, erklärte Regina Felschen. Die Lehrerin organisiert gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Bethke auf deutscher Seite den Austausch. Auf den Erfolg dieser Schulpartnerschaft ist auch der Schulleiter Johannes Pruisken stolz: „Unser Gymnasium leistet durch seine Schulpartnerschaften und die Austausche einen Beitrag zum toleranten Umgang untereinander. Völkerverständigung lebt davon, dass Menschen einander begegnen.“ Ein angenehmer Zufall ist da, dass der Europäischen Union erst vor wenigen Tagen der Friedensnobelpreis zuerkannt worden ist – mit Betonung der deutsch-französischen Freundschaft.

Im Jubiläumsjahr der Schulpartnerschaft sind aktuell rund 30 Schülerinnen und Schüler aus Compiègne in Lingen zu Gast. Neben der Teilnahme am Unterricht stehen unter anderem Ausflüge nach Papenburg, Bremen und Münster auf dem Programm. Der Gegenbesuch in Frankreich ist für Juni 2013 geplant. Dann wer-den die Lingener Schüler Gelegenheit haben, die Lebensgewohnheiten und die Gastfreundschaft in Compiègne kennenzulernen.

Begonnen hat alles 1971 mit einem Besuch einer Schülergruppe des Franziskusgymnasiums unter Leitung von Schwester Maria Regina auf einem Festival deutsch-französischer Partnerschulen (siehe Infobox). Inzwischen unterrichtet mit Julia Dickopp-Otto eine frühere Austauschteilnehmerin selbst Französisch am Franziskusgymnasium, und ein früherer Schüler hat auf einem Austausch seine heutige – aus Frankreich stammende – Frau kennengelernt. Und auch die heutigen Schüler sind begeistert. „Mit einem Wort genial. Sowohl die Aufnahme in den Familien als auch die vielen gemeinsamen Aktivitäten“, erklärt Nicolas.

1990 empfing der Lingener Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus die Schüler, Sr. Lamberta und Madame Baylac im Rathaus. Vorläufer der Partnerschaft war 1971 ein Besuch eines Festivals in Vaison-la-Romaine – samt Unterkunft im Schlafsaal. Fotos: privat

 

Die Partner

Den Anfang der Partnerschaft bildete 1971 der Besuch der Schwestern Maria Regina vom Franziskusgymnasium und Marie Louise von Notre Dame de la Tilloye mit Schülergruppen auf dem Festival deutsch-französischer Partnerschulen in Vaison-la-Romaine. 1972 fand schließlich der erste Austausch statt, und 1974 erhielten beide Schulen durch das Kultusministerium in Hannover beziehungsweise durch die Academie in Amiens die offizielle Anerkennung als Partnerschulen. Bis 2012 nahmen 2105 Schüler an einer der insgesamt 40 offiziellen Begegnungen teil. (vb)