Büffeln statt Ferien – Fünf Schüler/-innen des Franziskusgymnasiums bei Schülerakademie

Trotz der Herbstferien, haben sich dieses Jahr 74 Oberstufenschüler der Gymnasien im Emsland nicht auf die faule Haut gelegt. In der zweiten Ferienwoche, vom 14.10 bis zum 18.10, fand nämlich im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Holthausen-Biene die elfte Schülerakademie statt. Die Schülerakademie bietet interessierten Gymnasiasten die Möglichkeit, sich mit Themen wie Ethik in der Medizin, Einführung in das Strafrecht oder Diversity-Management auseinanderzusetzen, die im Schulcurriculum leider keinen Platz finden können. So haben auch fünf Schülerinnen und Schüler des Franziskusgymnasium an der diesjährigen Schülerakademie teilgenommen: Vera Kock (Jg. 12) und Judith Mehring (Jg. 12) haben sich eine Woche lang mit dem Thema „Theater – die Kunst der Verwandlung“ beschäftigt, während Marina Evers (Jg. 12) und Luca Cristodero (Jg. 11) ihre Artikulation, Gestikulation und Modulation in dem Workshop „Rhetorik und Kommunikation“ aufbesserten. Maximilian Weihs (Jg. 11) hat dagegen im Workshop „CAD – Rapid Prototyping“ einen Einblick gewinnen können, wie man mit 3D-Druckern arbeitet.

Abschlussfoto der Schülerakademie 2013 im LWH
Abschlussfoto der Schülerakademie 2013 im Ludwig Windhorst Haus (Foto: LWH)

Die Woche im Ludwig-Windthorst-Haus war gefüllt mit der Arbeit in den Workshops, die von erfahren Dozenten, zum Teil Hochschulprofessoren, geleitet worden. Jedoch blieb auch noch Zeit für andere Aktivitäten: So gab es in der Mitte der Woche einen Ausflug zu einem Betrieb oder einer Institution im Emsland. Vera, Maximilian und Judith besuchten das Schloss Clemenswerth in Sögel – Luca und Marina Rosen Engineering in Lingen. Abends hatte man dann immer die Chance mit den Teilnehmern der anderen Schulen zu reden, Spiele zu spielen oder auch das Länderspiel Deutschland gegen Schweden zu schauen. Abgerundet wurde die Schülerakademie mit den Präsentationen am Ende der Woche, in denen die Ergebnisse der Seminararbeit aller Workshops den anderen Teilnehmern, Eltern und anderen eingeladenen Gästen wie zahlreichen Schulleitern oder Funktionären aus Politik und Wirtschaft der Region vorgestellt wurden.

Persönlich kann ich sagen, dass es eine wirklich gute Woche in der Schülerakademie war. Man hatte die Chance, mal über den schulischen Tellerrand zu schauen, um etwas über Themen zu erfahren, denen man sonst im Alltag eher selten begegnen würde. Nicht nur das, sondern auch das Knüpfen neuer Kontakte, das restliche Rahmenprogram und auch das sensationelle Essen im Ludwig-Windthorst-Haus haben mich dazu bewegt, nächstes Jahr wieder an der Schülerakademie teilzunehmen. Eine Teilnahme ist auf alle Fälle empfehlenswert!

 

LT-Berichte zum Thema

 

Schülerakademie statt Herbstferien – 74 Gymnasiasten nehmen an sieben Workshops im Ludwig-Windthorst-Haus teil

(W. Roggendorf, LT vom 16.10.2013, Seite 9)

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Die beiden Nordhorner Schülerinnen (von links) Charlotte Meyer (18) und Vanessa Laumann (17) setzten sich bei der Schülerakademie mit dem Strafrecht auseinander. Foto: W. Roggendorf

wrog Lingen. Bei der Schülerakademie im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus sterben die Menschen gleich reihenweise – zumindest in den Fallbeispielen, die im Workshop Strafrecht besprochen werden. Zehn der insgesamt 74 Teilnehmer, darunter 59 junge Frauen, im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die von 14 Gymnasien aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim daran teilnehmen, haben sich für dieses Thema entschieden.

Auch Vanessa Laumann und Charlotte Meyer vom Gymnasium Nordhorn beschäftigen sich während ihrer Herbstferien eine Woche lang mit Frauen, die an vergifteter Bowle sterben, oder Schüssen, die irrtümlich jemand anders als das geplante Opfer treffen. „Es geht zwar eine Woche Ferien drauf, aber das ist es wert“, meint Laumann. Und Meyer ergänzt: „So langsam wächst der Druck zu sehen, was man nächstes Jahr nach dem Abi macht.“

Die beiden jungen Frauen ziehen ein Jurastudium in Betracht. Meyer hat bereits ein Praktikum in einer Anwaltskanzlei absolviert. „Man braucht so krasse Fälle, um die juristischen Feinheiten zu unterscheiden.“ Und das machen die Teilnehmer des Workshops Strafrecht nach Meinung seiner Leiterin Nilani Fernando gut. „Es ist bemerkenswert, wie schnell die Schüler das ohne Vorkenntnisse begreifen“, sagt die Doktorandin der Universität Bonn in der Mittagspause, bevor sie weiter den Unterschied zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit, Absicht und Versuch erklärt.

Weniger straff, aber genauso konzentriert geht es in einem weiteren der insgesamt sieben Workshops der Schülerakademie zu. Dort beschäftigen sich neun Gymnasiasten mit Diversity und interkultureller Kompetenz. Der Satz „Gott gab den Europäern die Uhr und den Afrikanern die Zeit“ steht an einer Tafel im Seminarraum und steht wohl stellvertretend für die vielen Unterschiede, die es zwischen verschiedenen Kulturen gibt.

Celina Henriks (16) vom Handruper Gymnasium Leoninum möchte nach dem Abitur ins Ausland gehen,

weshalb sie sagt: „Der Workshop macht es für mich einfacher, andere Kulturen zu verstehen.“ Mellisa König (16) vom Meppener Windt horst-Gymnasium möchte einmal Lehrerin werden und meint: „Verständnis für andere Kulturen erleichtert es, auf Schüler mit Migrationshintergrund einzugehen.“ Für Lea Fischer (17) vom Meppener Marianum ist interkulturelle Kompetenz im Zeitalter der Globalisierung für jeden Beruf wichtig. Frauke Büscher (18) vom Marianum meint: „Wir lernen hier, erst einmal zu betrachten und zu hinterfragen.“

Noch bis Freitag, so lange dauert die elfte Schülerakademie, haben die Teilnehmer dazu reichlich Gelegenheit.

 

Von der Schönheits-OP bis hin zur Albatross-Insel – Schülerakademie in Lingen mit hoher Motivation

(Christiane Adam, LT vom 19.10.2013, Seite 10)

Schülerakademie 2013 - 02
Diversity Management und interkulturelle Kompetenz mit schauspielerischer Leistung. Foto: Christiane Adam

Lingen. Was dabei herauskommt, wenn sich 74 Oberstufenschüler eine Woche lang in sieben thematisch und methodisch unterschiedlichen Workshops mit hochkarätigen Themen befassen, ist am Freitag vor Lehrern, Eltern und Vertretern aus Wirtschaft und Politik vorgeführt worden.

In der Aula des Ludwig-Windthorst-Hauses (LWH) in Lingen-Holthausen zeigten die Teilnehmer der elften Schülerakademie die Ergebnisse ihrer letzten Herbstferienwoche. Die Teilnehmer aus 14 Gymnasien des Emslandes und der Grafschaft Bentheim erhielten dafür nicht nur Urkunden, sondern auch viele lobende Worte. Michael Brendel, Studienleiter am LWH, wusste von einer hohen Motivation, die in den Räumen, Fluren und auf den Treppen des LWH spürbar gewesen sei, zu berichten. Die Schülerakademie, eine Idee der Regionalgruppe Grafschaft Bentheim-Emsland der niedersächsischen Direktorenvereinigung, verdanke der Agentur für Arbeit in Nordhorn als Unterstützer und den Partnern, der Wirtschaftsvereinigung der Grafschaft Bentheim, dem Wirtschaftsverband Emsland und der VME-Stiftung Osnabrück-Emsland, ihr Bestehen. „Die Schülerakademie ist eine Win-win-win-Situation: Die Schüler, die Wirtschaft und das LWH profitieren davon“, befand Manfred Rojahn, Vorsitzender der Regionalgruppe der Direktorenvereinigung. Ein weiteres Win erführen die Zuschauer, die sich nun an den Präsentationen erfreuen dürften. Diese lernten, dass zu einer perfekten Rhetorik Artikulation, Modulation und Gestikulieren gehört. Sie hörten, dass die Gruppe, die sich mit Computer Aided Design (CAD) und Rapid Prototyping befasst hatte, einen Kugeltrieb aus fünf Einzelteilen in Kunststoff als Muster hergestellt hat. „Wieso investiert die Agentur für Arbeit in Gymnasiasten? Denen stehen doch eh alle Wege offen“. Diese provokative Frage stellte Hans-Joachim Haming, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Nordhorn. Es ginge darum, dass Leute mit Enthusiasmus unsere Region voranbrächten, so beantwortete er seine Frage selbst.

Danach tauchten die Zuschauer in das Leben von Sophie ein, die sich bereits vor der Geburt – Stichwort Pränataldiagnostik – von leistungssteigernden Pillen fürs Abi über eine Schönheits-OP bis quasi ins Grab mit dem Thema Ethik in der Medizin konfrontiert sieht.

Eine moderne Version von Romeo und Julia mit einem Rap brachte der Theater-Workshop auf die Bühne. Ebenfalls eine schauspielerische Leistung erbrachte der Workshop Diversity und interkulturelle Kompetenz: Kulturelle Unterschiede zu uns Europäern verdeutlichten die Bewohner der Albatross-Insel, die uns Zuschauern die Füße fest auf den Boden stellten. Nicht etwa aus Frechheit, sondern weil sie uns eine besondere Ehre erweisen wollten. Die Energie der Mutter Erde sollte uns durchfließen. Etwas, das wir nur begreifen könnten, wenn wir unsere eigene Kulturbrille absetzten.

Hat sich Lisa Müller strafbar gemacht, indem sie ihren Vater im Rausch umgebracht hat? Mit dieser Gesetzeslücke hat sich die Arbeitsgruppe „Verbrechen und Strafe“ befasst und Lisa gemäß dem Gesetz verurteilt. Last but not least ging der „Film ab“: Diese AG zeigte die Ergebnisse einer Woche Windthorst-Nachrichten, Umfragen und Werbung.