Betriebspraktikum an der Notre Dame de la Tilloye in Compiègne

Von der Möglichkeit, das Betriebspraktikum in Compiègne in Frankreich zu absolvieren, waren Kaja und ich spontan begeistert und fest entschlossen, dieses Angebot anzunehmen, insbesondere als wir erfuhren, in einem Kindergarten bzw. einer Grundschule arbeiten zu können.

Frau Behtke und Frau Felschen unterstützten uns bei den organisatorischen Dingen.

Meine Gastfamilie, zu der ich seit meinem Frankreichaustausch im letzten Jahr immer noch Kontakt habe, erklärte sich sofort bereit, Kaja und mich für die zwei Wochen des Praktikums bei sich aufzunehmen.

Bereits am Samstag, den 6. Oktober, fuhren wir dem Zug von Lingen nach Compiègne. Nach einer anstrengenden achtstündigen Zugfahrt wurden wir mit zwei Stunden Verspätung am Bahnhof von unserer Gastfamilie und Mme Patou, eine Deutschlehrerin des Gymnasiums, die uns während des Praktikums betreute, sehr herzlich empfangen.

Aus dem Praktikum, das dann montags begann, konnten wir beide sehr viele positive Erfahrungen mitnehmen. Besonders die Arbeit mit den Kindern hat uns viel Freude bereitet.

Die uns betreuenden Lehrerinnen bemühten sich sehr um uns. Wir lernten verschiedene, für uns zum Teil neue Berufszweige wie den der Lehrerin oder den einer ATSEM (eine Assistentin im Unterricht) in der Maternelle, einer Art Vorschule, kennen. In der Maternelle sowie in der Grundschule durften wir viele eigenverantwortliche Aufgaben übernehmen: Test korrigieren, Gruppenarbeiten betreuen, Aufsichten führen, Ausflüge begleiten u.v.m.

Zu Anfang hatten wir zwar noch einige Probleme, die besonders schnell sprechenden Kinder zu verstehen, jedoch gelang uns dies von Tag zu Tag besser. In zwei Wochen hatten wir so viel Sprachpraxis, die in so kurzer Zeit im Unterricht nicht möglich gewesen wäre. Zudem lernten wir, offen auf andere Menschen zuzugehen, obwohl unsere Sprachkenntnisse nicht perfekt waren.

Auch die beruflichen Erfahrungen waren für uns wichtig. Das Berufsfeld in einem Kindergarten bzw. einer Grundschule im Ausland unterscheidet sich zum Teil wesentlich von dem in Deutschland. Als besonders interessant stellten sich sowohl der Tagesablauf der französischen Schülerinnen und Schüler wie auch Lehrerinnen, der immer bis in den Nachmittag andauerte, als auch die Unterrichtsmethoden, die anders als bei uns sehr viel strenger waren und viel mehr Disziplin einforderten, dar.

Gegen 18 Uhr kamen Kaja und ich dann mit dem Bus zu Hause an und konnten uns nach einem immer leckeren Abendessen in der Familie von dem Tag erholen, während die beiden Töchter der Gastfamilie oftmals noch bis spät abends Hausaufgaben zu erledigen hatten.

Alles in allem konnten wir sehr vielseitige, interessante Erfahrungen machen und würden unsere Entscheidung für ein Auslandspraktikum jederzeit wiederholen.

Für das gute Gelingen und die netten, teils amüsanten fremdsprachlichen, aber auch interkulturellen Erfahrungen war jedoch auch unsere Gastfamilie von großer Bedeutung.

Wiebke Hoppe (10d) mit der Vorschulklasse
„Moyenne Section“
Kaja Nüsse (10d) mit der Vorschulklasse
„Petite Section“
 Die Grundschulklasse CE2 (Wiebke Hoppe)