Besichtigung des Erdöl-Erdgas-Museums Twist

Mehr über Erdöl und Erdgas konnten die Schüler des Seminarfachs „Fit für das naturwissenschaftliche Studium“ am 16.01.13 im Erdöl-Erdgas-Museum Twist erfahren. Denn dort ist eine beachtliche Ansammlung von Geräten und Informationen rund um die Förderung, Aufbereitung und den Transport von Erdöl und Erdgas zu bestaunen.

Bei frostigen Temperaturen begannen Herr Hohoff, Herr Lühn und Herr Neuss die Führung für die Schüler und Schülerinnen vor dem Museum, wo sie diesen die sogenannten Blowout-Preventer zeigten, die einen unkontrollierten Austritt von Gas oder Flüssigkeiten aus dem Bohrloch verhindern sollen. Auch Teile von großen Pipelinerohren, die aus mehreren Schichten bestehend in der Ostsee benutzt werden, sind auf dem Außengelände ausgestellt und sorgten für manches Staunen aufgrund ihrer gewaltigen Größe.

Nach der Führung über das Außengelände folgte ein kurzer informativer Lehrfilm über die Vorgehensweise beim Aufspüren von potenziellen Erdöl- und Erdgasvorkommen und deren Förderung. Mittels Geophonen ist es möglich, ein dreidimensionales Bild der Erdschichten von einem ausgewählten Gebiet zu erstellen. Diese „seismische Karte“ können daraufhin Fachkundige auswerten und so auf potenzielle Lagerstätten von Erdöl und Erdgas schließen. Hauptproblem ist dabei jedoch, dass gerade einmal eine von fünf Bohrungen tatsächlich eine profitreiche Lagerstätte beherbergt.

An den Film anschließend folgte eine Führung durch das Erdgeschoss des Museums. Die Entstehung und Entwicklung von Erdöl und Erdgas war dabei an einer Zeittafel nachzuvollziehen. Es wurde erklärt, unter welchen Bedingungen dieses gefördert werden kann. Denn die Viskosität, ein Maß für die Zähflüssigkeit, in dem Speichergestein, aber auch der Wasser- und Salzgehalt bei Erdöl und der Gehalt von Fremdgasen im Erdgas sind wichtige Faktoren, die entscheidend für die Erschließung des Vorkommens sind. Dabei wurde tief ins Detail gegangen und auch verschiedene Verfahren zur Förderung wurden den Schülern und Schülerinnen erläutert. Wie zum Beispiel das sogenannte „Hydraulic Fracturing“, mit dessen Hilfe das Herauslösen von Erdöl und Erdgas aus dem Gestein ermöglicht wird und so größere Erträge erzielt werden können.

Die Führung endete im Obergeschoss, wo speziell auf die Tiefseebohrungen eingegangen wurde, denn gerade im Offshore-Bereich fand eine große Entwicklung im Laufe der letzten Jahrzehnte statt. Die Nutzbarmachung dieser Rohöl- und Erdgasvorräte unter dem Meeresboden ist äußerst schwierig, kostenintensiv und erfordert eine Vielzahl spezieller Bohr- und Förderanlagen.

Abschließend kann man sagen, dass die Führung eine sehr informative Ergänzung zum Unterricht und den bisherigen Exkursionen war und eine erfreuliche Abwechslung zum normalen Schulalltag darstellte.