Lingener Gymnasiasten als „Unternehmer“ ganz vorn

Gruppe „meaqua“ praktiziert „Wirtschaft live“ – Sparkasse von Firmenkonzept angetan – Wichtige Erfahrungen

Der Vorstand der fiktiven Firma „meaqua“ stellte zusammen mit ihrem Politiklehrer und betreuenden Coach Martin Kolbe (1. v. l.) der Sparkasse Emsland, vertreten durch den Regionalmarktleiter der Sparkasse Ludger Hörtemöller und Sibylle Neugebauer sein Firmenkonzept vor. „meaqua“ setzt sich zusammen aus den Schülern Markus Niemann, Stephan Scholz, Matthias Sperver, Gerd Heilemann, Jonathan Nadjiri und Janine Brüm-mer (v. l. o. n. r. u.).

Von Sabine Diepenbrock (Text und Foto)

Ob Berufseinsteiger oder Existenzgründer – selbständiges Handeln und unternehmerisches Denken sind wesentliche Faktoren für einen erfolgreichen Start in die berufliche Zukunft. Bei der diesjährigen StartUp-Werkstatt haben Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen zehn bis 13 die Gelegenheit sich mit Chancen und Anforderungen der freien Wirtschaft zu beschäftigen. Aus Lingen zählt die Gruppe „meaqua“ um Politiklehrer Martin Kolbe vom Franziskusgymnasium dabei bisher zu den erfolgreichsten „Quasi-Jungunternehmern“ im gesamten Bundesgebiet.

Bei der StartUp-Werkstatt handelt es sich um ein Internet-Planspiel, das gemeinsam vom stern, den Sparkassen und der Unternehmensberatung McKinsey&Company ins Leben gerufen wurde. So soll interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben werden, noch während der Schulzeit Erfahrungen zu sammeln, die für den späteren Berufsweg auf jeden Fall von Vorteil sind, ganz gleich, ob sie tatsächlich einmal ein eigenes Unternehmen gründen oder nicht. Für den betreuenden Coach Martin Kolbe ist vor allem wichtig, dass durch solche Konzepte Unterricht auch ganz anders laufen kann: „Wir wollen eine Facette dessen zeigen, was wir in der Schule machen. Das hier ist Wirtschaft live und nicht das obligatorische 'Zettel raus, wir lesen mal'.“

Im Spielverlauf werden den einzelnen Gruppen neun Aufgaben gestellt, durch welche die Schülerteams sich Schritt für Schritt dem umfassenden Geschäftskonzept ihres fiktiven Unternehmens nähern. Mittlerweile ist das Spielende in Sicht und die fiktive Lingener Firma 'meaqua' liegt immer noch auf Platz eins der Rangliste. Diesen teilen sich die jun-gen Leute allerdings momentan noch mit 191 anderen von insgesamt 1060 Gruppen bundesweit. Ob die angestrebte Platzierung unter den Top 10 möglich ist, hängt von der Bewertung der letzten drei Aufgaben ab. Ein Firmenkonzept musste erarbeitet werden und der betreuenden Sparkasse als Hausbank der zu gründenden Firma zur Prüfung vorgelegt werden. Wie im richtigen Leben mussten alle Angaben genau durchdacht und kalkuliert sein, denn schließlich kam es darauf an, abschließend die Zustimmung für den gewünschten Kredit zu bekommen. Kein ganz leichtes Unterfangen, da die sechs Jungunternehmer ohne eigenes Kapital an ihre Firmengründung herangehen wollen.
Die Firmenidee einer speziellen Mineralwasseraufbereitung und das dahinter stehende Konzept erschienen Ludger Hörtemöller, dem Regionalleiter der Sparkasse Emsland und seiner Kollegin Sibylle Neugebauer allerdings durchaus machbar, so dass er sich zwar vor einer genaueren Prüfung durch die Bilanzanalyseabteilung noch nicht festlegen wollte, dem Projekt jedoch sein Wohlwollen zollte.

Fast zeitgleich mit dem Termin bei der Bank lief auch die Frist für die achte und damit vorletzte Aufgabe ab: die Erstellung einer Homepage. Nach der Bewertung dieser Aufgabe werden sich die Spitzengruppen von den nicht ganz so guten absetzten, da sind sich die Sechs von 'meaqua' sicher, denn für diese Aufgabe werden sehr viele Punkte vergeben. Wer sich für den Werdegang der Gruppe 'meaqua' interessiert, kann sich auf der Internetseite www.startup-werkstatt.de informieren. Ansonsten heißt es jetzt wohl nur noch Daumen drücken für den Endspurt.