Zu einem Treffen besonderer Art kam es am 08./09.05 im Haus
am Wehr in Meppen. 25 ehemalige und aktuelle Schülersprecher/innen des
Franziskusgymnasiums waren der Einladung des SV-Beratungslehrers Karl-Heinz
Ossing gefolgt, um Erfahrungen mit der SV-Arbeit und damit verbundene Erinnerungen
an diese Arbeit auszutauschen.
Alljährlich finden an gleicher Stelle die sogenannten SR-Tage statt, an
der alle Klassen- und Leistungskurssprecher/innen der Schule teilnehmen, um
das Schuljahr zu planen. Da lag es nahe, den gleichen Ort für das Revivaltreffen
zu wählen.
Der Gedankenaustausch – nun z.T. mit dem Abstand der Jahre der Ausbildungs-
und Berufszeit – brachte viele Aspekte zu Tage. Anja Hörtemöller
(Schülersprecherin 1993/94) erinnert sich an eine Gesamtkonferenz, in der
die SV den Antrag auf Einführung einer zweiten großen Pause stellte,
in der ein selbst organisierter Brötchenverkauf stattfinden sollte. Zur
Überraschung der Schüler wurde der Antrag mit großer Mehrheit
angenommen. „Es war die bis ins Kleinste vorbereitete Argumentation, die
überzeugte, und letztlich den Ausschlag gab,“ nennt Matthias Tellmann
– mit Anja zur gleichen Zeit im SV-Team – den Grund für diesen
Erfolg. „Es hat mir gezeigt,“ fährt er fort, „dass es
sich lohnt, Dinge anzupacken. Es bedarf nur einer gesunden Portion an Selbstvertrauen
und Mut.“
„Und den Brötchenverkauf gibt’s noch heute.“ würdigt
Phillip Brinker, aktueller Schülersprecher am Franziskusgymnasium, den
damaligen Erfolg.
Thorsten Feldt, der das Schülersprecherteam mit Anja und Matthias komplettierte,
erinnert sich an die Demonstration auf dem Lingener Marktplatz aus Anlass des
Besuches des damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Die damalige
SV um Jochen Lambers, der wegen eines Mexiko-Aufenthaltes leider absagen musste,
hatte die Aktion organisiert, um gegen Finanzkürzungen bei Freien Schulen
zu demonstrieren. „Das war ein Highlight von SV-Arbeit!“, so Thorsten.
„Welchen Eindruck diese Aktion auf den jetzigen Bundeskanzler gemacht
hat, hat sich daran gezeigt, dass er die SV zu einem Gespräch nach Hannover
eingeladen hat und die Kürzungen im ursprünglichen Umfang nicht vorgenommen
wurden.“
„Damit hat die SV-Arbeit natürlich einen enormen Schub bekommen,“
ergänzt Jörg Hetmank, Schülersprecher 92/93. „Die SV war
jetzt wer. Unser Wort galt jetzt etwas.“
An einen anderen Aspekt von SV-Arbeit erinnert sich Peter Schomakers. Er hatte das Amt des Schülersprechers1989 nach einer Zeit übernommen, in der, so Peters rückblickende Betrachtung, in der SV wenig konstruktiv gearbeitet wurde. „Ich war Krisenmanager. Da galt es, einiges wieder ins Lot zu bringen. Da musste ich lernen, zu vermitteln und auszugleichen. Und das Erlernte hat mir alles andere als geschadet. Wenn ich an meinen Beruf denke, so geht es dort regelmäßig darum, zu vermitteln und auszugleichen.“
Christiane Havermann zeigt sich erfreut darüber, dass
das zu ihrer Zeit 1997 eingeführte Tutorensystem, bei dem ältere Schüler/innen
den neu zur Klasse 5 kommenden Schüler/innen in der ersten Woche des neuen
Schuljahres begleiten, um so deren Start möglichst problem- und angstfrei
zu gestalten, noch immer fester Bestandteil an der Schule ist. Überhaupt
wird in der Runde schnell deutlich, dass eine Vielzahl von Aktionen, die inzwischen
aus dem Schulleben am Franziskusgymnasium nicht mehr wegzudenken sind, auf Initiative
der SV zu Stande gekommen sind.
Einig war man sich auch darüber, dass ein Schüler durch sein Engagement
in der SV in vielen Fällen vor Situationen gestellt wird, bei deren Bewältigung
Erfahrungen gesammelt werden, die für die Zeit nach der Schule nützlich
sind.
„Die Bemerkung über meine Arbeit als Schülersprecher,“
so Bastian Thiering (Schülersprecher 99/00), „hat mir bei meiner
Bewerbung um einen Ausbildungsplatz Pluspunkte gebracht.“
„Und überhaupt“, so ergänzt Bastians Partner in der damaligen SV Heiner Lammers, „kann es nicht schaden, möglichst früh einmal mit der Situation konfrontiert zu werden, mit höher gestellten Personen wie die einer Schulleiterin oder eines Schulleiters ins Gespräch zu kommen und dabei konstruktive Vorschläge zu machen oder aber auch konstruktive Kritik zu äußern.“