Schülersprecher der letzten 15 Jahre treffen sich

Zu einem Treffen besonderer Art kam es am 08./09.05 im Haus am Wehr in Meppen. 25 ehemalige und aktuelle Schülersprecher/innen des Franziskusgymnasiums waren der Einladung des SV-Beratungslehrers Karl-Heinz Ossing gefolgt, um Erfahrungen mit der SV-Arbeit und damit verbundene Erinnerungen an diese Arbeit auszutauschen.
Alljährlich finden an gleicher Stelle die sogenannten SR-Tage statt, an der alle Klassen- und Leistungskurssprecher/innen der Schule teilnehmen, um das Schuljahr zu planen. Da lag es nahe, den gleichen Ort für das Revivaltreffen zu wählen.

Nach einem ersten Kennen-Lernen wurde in lockerer Runde noch einmal die SV-Arbeit der letzten 15 Jahre beleuchtet. Zentral ging es dabei um zwei Fragestellungen:

  1. Kann mit der Arbeit in einem Gremium wie der SV überhaupt etwas erreicht werden?
  2. Ist die Arbeit als Schülersprecher/in für die Zeit nach der Schule hilfreich, wenn es um die Frage nach dem Erwerb von Fähigkeiten geht, die für Studium und Ausbildung grundlegend sind?
 

Der Gedankenaustausch – nun z.T. mit dem Abstand der Jahre der Ausbildungs- und Berufszeit – brachte viele Aspekte zu Tage. Anja Hörtemöller (Schülersprecherin 1993/94) erinnert sich an eine Gesamtkonferenz, in der die SV den Antrag auf Einführung einer zweiten großen Pause stellte, in der ein selbst organisierter Brötchenverkauf stattfinden sollte. Zur Überraschung der Schüler wurde der Antrag mit großer Mehrheit angenommen. „Es war die bis ins Kleinste vorbereitete Argumentation, die überzeugte, und letztlich den Ausschlag gab,“ nennt Matthias Tellmann – mit Anja zur gleichen Zeit im SV-Team – den Grund für diesen Erfolg. „Es hat mir gezeigt,“ fährt er fort, „dass es sich lohnt, Dinge anzupacken. Es bedarf nur einer gesunden Portion an Selbstvertrauen und Mut.“
„Und den Brötchenverkauf gibt’s noch heute.“ würdigt Phillip Brinker, aktueller Schülersprecher am Franziskusgymnasium, den damaligen Erfolg.
Thorsten Feldt, der das Schülersprecherteam mit Anja und Matthias komplettierte, erinnert sich an die Demonstration auf dem Lingener Marktplatz aus Anlass des Besuches des damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder. Die damalige SV um Jochen Lambers, der wegen eines Mexiko-Aufenthaltes leider absagen musste, hatte die Aktion organisiert, um gegen Finanzkürzungen bei Freien Schulen zu demonstrieren. „Das war ein Highlight von SV-Arbeit!“, so Thorsten. „Welchen Eindruck diese Aktion auf den jetzigen Bundeskanzler gemacht hat, hat sich daran gezeigt, dass er die SV zu einem Gespräch nach Hannover eingeladen hat und die Kürzungen im ursprünglichen Umfang nicht vorgenommen wurden.“
„Damit hat die SV-Arbeit natürlich einen enormen Schub bekommen,“ ergänzt Jörg Hetmank, Schülersprecher 92/93. „Die SV war jetzt wer. Unser Wort galt jetzt etwas.“

An einen anderen Aspekt von SV-Arbeit erinnert sich Peter Schomakers. Er hatte das Amt des Schülersprechers1989 nach einer Zeit übernommen, in der, so Peters rückblickende Betrachtung, in der SV wenig konstruktiv gearbeitet wurde. „Ich war Krisenmanager. Da galt es, einiges wieder ins Lot zu bringen. Da musste ich lernen, zu vermitteln und auszugleichen. Und das Erlernte hat mir alles andere als geschadet. Wenn ich an meinen Beruf denke, so geht es dort regelmäßig darum, zu vermitteln und auszugleichen.“

Christiane Havermann zeigt sich erfreut darüber, dass das zu ihrer Zeit 1997 eingeführte Tutorensystem, bei dem ältere Schüler/innen den neu zur Klasse 5 kommenden Schüler/innen in der ersten Woche des neuen Schuljahres begleiten, um so deren Start möglichst problem- und angstfrei zu gestalten, noch immer fester Bestandteil an der Schule ist. Überhaupt wird in der Runde schnell deutlich, dass eine Vielzahl von Aktionen, die inzwischen aus dem Schulleben am Franziskusgymnasium nicht mehr wegzudenken sind, auf Initiative der SV zu Stande gekommen sind.
Einig war man sich auch darüber, dass ein Schüler durch sein Engagement in der SV in vielen Fällen vor Situationen gestellt wird, bei deren Bewältigung Erfahrungen gesammelt werden, die für die Zeit nach der Schule nützlich sind.
„Die Bemerkung über meine Arbeit als Schülersprecher,“ so Bastian Thiering (Schülersprecher 99/00), „hat mir bei meiner Bewerbung um einen Ausbildungsplatz Pluspunkte gebracht.“

„Und überhaupt“, so ergänzt Bastians Partner in der damaligen SV Heiner Lammers, „kann es nicht schaden, möglichst früh einmal mit der Situation konfrontiert zu werden, mit höher gestellten Personen wie die einer Schulleiterin oder eines Schulleiters ins Gespräch zu kommen und dabei konstruktive Vorschläge zu machen oder aber auch konstruktive Kritik zu äußern.“

Nach dieser Rückschau wurde der Grill bereitet. Dass dabei auch ein leckeres Bierchen nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst. Später am Lagerfeuer fühlten sich alle bis tief in die Nacht an vergangene und noch nicht vergangene Zeiten erinnert, in denen man als aktives SV-Mitglied Schule gestaltete. Einig waren sich alle: SV-Arbeit – die bringt’s!