Zwölftklässler zeigen soziales Engagement

Knochenarbeit im Lehrergarten
„Puh, der Job ist verdammt anstrengend“, stöhnt Johannes Stolte und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Seit nunmehr fünf Stunden schuftet der Zwölftklässler im Garten seines Lehrers Markus Schweins um ein neues Blumenbeet anzulegen. Noch bis 17 Uhr werden Johannes und sein Mitschüler Christian Knue gegen einen Stundenlohn von 6 Euro Steine schleppen. „Wenn sie mit der Anlage des Beets schon früher fertig sind, fällt mir sicher noch eine Aufgabe für die beiden ein – der Garten ist ja groß genug“, sagt ihr Arbeitgeber.

Schuften für einen guten Zweck
Doch bei der Knochenarbeit im Lehrergarten handelt es sich nicht um den neuen Nebenjob der beiden Jungen, sondern um ein für sie einmaliges Engagement im Rahmen der „Aktion Schülerhilfe“. Statt in die Schule machten sie sich am Morgen des 27. April ebenso wie alle anderen Schüler des Jahrgangs 12 auf den Weg in Privathaushalte, Kleinbetriebe und Großunternehmen um dort für einen guten Zweck zu arbeiten. Ihren Lohn spendeten sie dem „Sozialverein katholischer Männer“ (SKM), der mit dem Geld Einrichtungen für straffällig gewordene Jugendliche unterstützt.
Schon zum dritten Mal hat von Seiten der Schule der SV-Beratungslehrer Karl-Heinz Ossing in Zusammenarbeit mit den Schülern das gemeinnützige Projekt organisiert. Positiv fand Ossing in diesem Jahr vor allem, dass sich viele Schüler selbst um einen Arbeitsplatz bemüht haben. „Es war viel einfacher, für die 108 Schüler Arbeit zu finden, als für die 80 aus dem letzten Jahrgang“, so Ossing. Noch fehlende Arbeitsplätze besorgte der SKM.

„Einen Tag kann man dafür schon opfern“
„Einen Tag kann man für so ein Projekt schon opfern“, meinte Ute Heinrichs, die an diesem Tag im Stadtarchiv vor allem Büroarbeit verrichtete. Auch Magdalena Deiters ist von der Aktion begeistert: „Eine coole Sache, dass wir so anderen Menschen helfen können“. Trotz der schweren Arbeit auf dem Bau waren Magdalena und ihre Freundin Christina Krämer sichtlich gut gelaunt. Mit ein Grund hierfür war sicherlich auch, dass das Projekt eine willkommene Abwechslung zum eintönigen Schulalltag bot. „Das war endlich mal was anderes“, sagte Sabrina Wittmoser, die in einer Apotheke beschäftigt war.
Pizza in der Pause
Obwohl die Schüler an diesem Tag vom Unterricht befreit waren, konnten sie sich keineswegs auf die faule Haut legen. Schon um sechs Uhr begann für die Ersten der Arbeitstag, für die Letzten endete er erst nach 22 Uhr. Erleichtert wurde den Jugendlichen die oft harte Arbeit durch die durchweg angenehme Atmosphäre und freundliche Betreuung in den Betrieben. Ausreichende Pausen und Verpflegung für die „Angestellten“ waren für die meisten Arbeitgeber selbstverständlich. Auch Johannes und Christian zeigten sich von der Großzügigkeit ihres Lehrers beeindruckt: „In der Mittagspause haben wir Pizza bekommen und nachher gibt es noch Eis. Bei so einem tollen Service macht die Arbeit doch Spaß!“