Science-Truck der RWTH Aachen am Franziskusgymnasium

Umgeben von einer Hand voll Schülerinnen und Schülern des Franziskusgymnasiums Lingen erzählt eine Frau auf dem Lehrerparkplatz mit viel Engagement von Tapeten, die auf Händeklatschen reagieren, von Teppichen, die Einbrecher entlarven, und von Kleidern, in denen Handys und Uhren eingearbeitet sind. Obwohl ihre Visionen wie Fantasie klingen, ist die junge Frau alles andere als eine Science-Fiction-Autorin. Sie ist von Beruf Ingenieurin und arbeitet im Aachener Institut für Textiltechnik. Die Ideen, von denen sie erzählt, basieren auf wissenschaftlichen Überlegungen und um sie zu realisieren, bedarf es intensiver Forschungsarbeit. Für diese Forschungsarbeit benötigt die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen helle Köpfe, daher wirbt sie mit einer mobilen Ausstellung in ganz Deutschland an den Gymnasien um junge Nachwuchsforscher. Mit einem umgebauten Sattelschlepper reist ein Team der Zentralen Studienberatung durch die Schullandschaft, um den Jugendlichen Eindrücke vom Hochschulleben zu bieten und ihnen einen möglichen Weg für ihren zukünftigen Studien- oder Berufsweg aufzuzeigen.

Auf Einladung des Franziskusgymnasiums machte sich der Truck auf den Weg nach Lingen und vermittelte den dortigen Oberstufenschülerinnen und -schülern und einen Einblick in die Welt der Wissenschaften. Auf insgesamt zehn Ständen präsentierte sich die Universität teilweise mit moderner Technik wie Notebooks und Videoleinwänden, aber auch ganz konservativ durch mündliche Vorträge und Experimente. Alles in allem wurden Exponate aus den Gebieten Mathematik, Informatik, Bau- und Maschinenwesen, Geowissenschaft, Elektrotechnik und Informationstechnik ausgestellt und den Schülerinnen und Schülern erklärt. Anstatt trockene Fakten aufzureihen und langatmige Reden zu halten, verließen sich die Aussteller auf die Praxisbezogenheit ihrer Präsentationen.

An dem Stand des Lehrstuhls für Baustatik und Baudynamik konnten die Besucher ihre Fähigkeiten testen und an einem Laptop eine Brücke entwerfen. Sowohl Kosten als auch Stabilität des Materials mussten dabei berücksichtigt werden.

Am Stand des Lehrstuhls für Nachrichtengeräte und Datenverarbeitung bekamen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck von den Unterschieden zwischen verschiedenen Tonübertragungstechniken. Eine Hörprobe wurde über PC-Lautsprecher mit der Qualität des Handynetzes GSM abgespielt. Daraufhin wurden zum Vergleich die gleiche Tonprobe mit ISDN-Qualität und zuletzt mit UMTS-Qualität vorgeführt. Die Überlegenheit des UMTS-Netzes erkannte jeder Zuhörer ohne Zweifel.

An dem Tisch des Instituts für Organische Chemie ging es ruhiger zu. Hier wurden chemische Strukturformeln aus Wissenschaft, Natur und Alltag präsentiert, und das entsprechende Material wurde zum Vergleich daneben gelegt.

An allen Ständen kamen Aussteller und Besucher immer wieder ins Gespräch, dabei wurden Fragen zu den Exponaten, aber auch zu den Berufsanforderungen gestellt und beantwortet. Bierernst ging es dabei keineswegs zu. Denn in Privatgesprächen stellte sich heraus, dass einige Mitglieder der Studienberatung genau wie die Schülerinnen und Schüler nicht nur Arbeitstiere sind, sondern auch gerne feiern. Und dass dies möglich ist, dürfte für viele Schüler ebenfalls ein wichtiges Kriterium bei der Entscheidung Studium an der RWTH Aachen sein.