Erwartungsvoll betreten die Mädchen und Jungen der Klasse
5e des Franziskusgymnasiums den Raum. Eine junge Frau bittet sie freundlich,
sich im Kreis zu setzen. Geräuschvoll rücken die Kinder die Stühle
hin und her. Als alle sitzen, begrüßt die junge Frau sie wortreich.
Die Kinder verstehen kein Wort, denn sie spricht französisch.
Trotzdem haben sie schnell heraus, was sie von ihnen erwartet. Sie sollen Buchstaben
raten. Die „richtigen" schreibt die Französin auf, die „falschen"
werden durchgestrichen. Als sie alle Buchstaben zusammenhat, die sie braucht,
steht der Name Isabelle auf der Tafel. „Je m'appelle Isabelle", sagt
sie. Und das verstehen die Mädchen und Jungen. Nun sind sie dran. Bald
kann jedes Kind sich in der fremden Sprache vorstellen.
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Isabelle Garaud besucht an dem Vormittag die fünften Klassen, um ihnen vorzuführen, wie schön und interessant die französische Sprache ist. Sie ist mit dem France Mobil gekommen, einem kleinen französischen Sprachinstitut, das unentwegt durch die Lande unterwegs ist und für Frankreich und die französische Sprache wirbt. Das France Mobil ist von der Französischen Botschaft und der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen worden. Seit drei Jahren gibt es das Projekt, für das Isabelle in Niedersachsen und Bremen unterwegs ist. Die 25-jährige Französin hat Germanistik und Französisch studiert. „Mein Lebensziel ist, Ausländern Französisch beizubringen. Ich möchte ihnen vermitteln, wie schön diese Sprache ist und wie sehr es das Leben bereichert, wenn man sie beherrscht", sagt sie. Fremde Sprachen kennen zu lernen ist für sie gleichbedeutend mit dem Eintauchen in die Kultur und das Leben anderer Länder. Deshalb hat sie Deutsch studiert, das sie perfekt beherrscht. |
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Mit den Schülern spricht sie aber überwiegend französisch, obwohl
die Fünftklässler noch gar keine Vorkenntnisse haben. Erst in der
sechsten Klasse beginnen sie mit der zweiten Fremdsprache. Am Franziskusgymnasium
haben sie die Wahl zwischen Französisch und Latein. „Ich habe mir
gedacht, dass es ganz gut ist, die Kinder mit Französisch zu konfrontieren
und sie auf den Geschmack zu bringen", sagt Französischlehrerin Angelika
Vehr.

Das France Mobil hält sie für eine sehr gute Sache,
denn für die Schüler sei es viel interessanter und motivierender,
wenn sie Menschen kennen lernen, die aus dem Land stammen, dessen Sprache die
Kinder erlernen sollen.
Die Kinder sind erstaunt, wie schnell sie begreifen, was Isabelle ihnen vermittelt.
Mithilfe eines Liedes lernen sie, welche Buchstaben des französischen Alphabets
sich von den deutschen unterscheiden.
Sie spielen ein Begrüßungsspiel, und während Isabelle das typische
französische Getränk Grenadine einschenkt, schauen sie einen kurzen
Videofilm an. Viel zu schnell ist die ungewöhnliche Unterrichtsstunde zu
Ende.