(Klarissa Wieschebrock und Franziska Behlau am
Wasserrad mit dem Projekt "Flossenantrieb") |
(Luisa Schulte vor ihrem Stand mit dem Projekt
"Kann Quantenmechanik die Übertragung von Daten sicher machen?") |
Lingen. Strahlende
Fensterscheiben ohne mühevolles Reinigen, Abziehen und Polieren?
Dank Constantin Bremer und Erik Derkes könnte das Fensterputzen in
absehbarer Zukunft wesentlich einfacher werden. Auf dem Regionalwettbewerb
„Jugend forscht“ in Lingen präsentierten die Schüler
der Angelaschule Osnabrück Lösungsansätze für einen
Fensterputzroboter und gewannen damit den 1. Preis im Fachgebiet Arbeitswelt
in der Sparte „Schüler experimentieren“. Von Elisabeth Tondera - Viele der 59 in den BBS Lingen vorgestellten Projekte boten praktische Lösungen für Alltagsprobleme. Zum Beispiel schwere Schultaschen. Jeder weiß, wie schädlich die dauerhafte Belastung für ein Kind ist. Lisa Wolf und Tobias Meyer vom Osnabrücker Gymnasium in der Wüste entwickelten ein Gerät, das die Taschenbesitzer warnt, wenn der Ranzen zu schwer ist. Dieses Beispiel macht deutlich, dass schon Zehnjährige in der Lage sind, sich einem Thema zu widmen, mit Einfallsreichtum und Kreativität an Problemlösungen zu arbeiten. In den letzten Jahren ist die Zahl der jungen Forscher beachtlich gestiegen. Für sie ist Forschen, Experimentieren und Tüfteln ein großes Abenteuer. Sie gehen spielerisch heran und machen das Motto des diesjährigen Wettbewerbs „Bring frischen Wind in die Wissenschaft“ lebendig. Entsprechend diesem Motto zeichnen sich viele Projekte durch eine originelle Vorgehensweise aus. So haben Sebastian Oehm, Leo Hebbelmann und Jens Buss-Strotmann vom Gymnasium Marianum Meppen die Eimembran als Filter für verschmutztes Wasser eingesetzt und nachgewiesen, dass damit u.a. Medikamentenrückstände aus dem Wasser herausgefiltert werden können. Damit haben sie sich den ersten Platz in „Schüler experimentieren“ in Chemie gesichert. „Vielleicht finden wir in ein paar Jahren in unseren Kläranlagen künstliche Membranen, die nach dem Beispiel der Eimembran unserer jungen Forscher Medikamente zurückhalten“, hieß es in der Laudatio der Jury. Auf ein Problem reagiert Mit ihrer Arbeit haben die drei Meppener auf ein Umweltproblem reagiert, genauso wie Joshua Sangmeister und Justus Spitzer vom Ratsgymnasium Osnabrück („Stromerzeugung durch den Fahrtwind eines Autos“), Benedict Wolter, Marius Schmitt und Thorsten Schlüter vom Windthorst-Gymnasium Meppen („Die Gewinnung von Wasser aus Motorabgasen“) oder Christian Merz und Christoph Zeh vom Franziskusgymnasium Lingen, die für ihren CO2-freien Kühlschrank den 2. Preis in „Schüler experimentieren“/Technik gewannen. „In den über vier Jahrzehnten waren Jugend-forscht-Projekte immer auch ein Spiegelbild der sich wandelnden Fragestellungen in der naturwissenschaftlichen Forschung“, stellte 1. Kreisrat Reinhard Winter bei der Feier zur Preisverleihung fest. Er sprach im Namen des Patenbeauftragten des Regionalwettbewerbs Landrat Hermann Bröring, und machte deutlich, dass „Jugend forscht“ eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten der Nachwuchsförderung biete. Methoden der Statistik Auffallend viele Arbeiten haben sich diesmal durch eine außerordentlich hohe Qualität ausgezeichnet. Lioudmila Marra Kotchenkova vom Gymnasium Carolinum hat in ihrer Arbeit „Faire Würfel gibt es nicht“ souverän Methoden der Statistik angewendet und den 1. Preis in „Schüler experimentieren“/Mathematik/ Informatik gewonnen. „Universitäres Niveau“ bescheinigte die Jury ihren Mitschülern Tom Giesker und Felix Meyer für ihre Arbeit „Einschreiben und Auslesen digital aufbereiteter Daten im holografischen Speichersystem“ (1. Preis in „Jugend forscht“/ Physik). Im Fachgebiet Mathematik/Informatik „Jugend forscht“ waren die zwei eingereichten Arbeiten vom Osnabrücker Gymnasium Carolinum - „Meinungsbildung und topologische Dynamik in Sozialen Netzwerken“ von Stefan Mühlbauer und Nicolas Müller und „Untersuchung einer Verallgemeinerung der Collatz-Vermutung“ von Ben Heuer von so hoher Qualität, dass zwei erste Preise vergeben wurden. Dafür gab es in Chemie zwei zweite Preise: Für die Arbeit „Bildung eines Kunststoffes aus Horn“ (Julius Saalfeld, Gymnasium Marianum Meppen) und „Erleben Sie mit Oxi-Action Ihr Blaues Wunder öfter“ (Jan Reitzner und Robert Pott, Gymnasium Carolinum Osnabrück). Manche Projekte brauchen eine lange Entwicklung, bis sie „gereift“ sind. Henning Liersch vom Franziskusgymnasium Lingen hat über mehrere Jahre im Bereich Robotik getüftelt, bis er einen funkgesteuerten Kanalinspektionsroboter entwickelt hat, der ihm den 1. Preis in „Jugend forscht“/Technik bescherte. Wettbewerbsleiter Markus Vogel bescheinigte ihm, diese Arbeit komme zur rechten Zeit, weil demnächst laut EU-Verordnung alle Kanäle auf ihre Dichte geprüft werden müssen. Dank ans Ehrenamt Nicht alle Arbeiten können prämiert werden, aber die Teilnahme am Wettbewerb ist eine wichtige Erfahrung. Die Jungforscher/innen müssen ihre Arbeit entwickeln, sie schriftlich erläutern und öffentlichkeitswirksam präsentieren, sie der Jury vorstellen, dem Publikum Rede und Antwort stehen, und sie werden im festlichen Rahmen gewürdigt. „Georgies Groove Orchestra“ vom Lingener Gymnasium Georgianum unter der Leitung von Tobias Bako brachte mit fetziger Musik Schwung in die Feierstunde, in der die Jungforscher im Mittelpunkt standen. Doch die Wenigsten hätten ihre Leistung alleine erbringen können. Deshalb dankte Winter allen, die sich während des Wettbewerbs ehrenamtlich engagiert haben. „Die ehrenamtliche Tätigkeit von Betreuungslehrern, Wettbewerbsleitern und Juroren ist eine tragende Säule von Jugend forscht“, so Winter, der auch das Team der gastgebenden BBS Lingen nicht vergaß. Sein besonderer Dank, dem sich Sigrid Müller-Balhorn von „Jugend forscht“ Hamburg und Landeswettbewerbsleiter Thomas Biedermann anschlossen, galt Dr. Michaela Veh, die als langjährige Leiterin des Regionalwettbewerbs für dessen erfolgreichen Verlauf gesorgt hatte. Ihr Nachfolger Markus Vogel erhielt viel Lob für die erfolgreiche Premiere als Wettbewerbsleiter. Ohne die Unterstützung der Schulen kann kein Schüler erfolgreich forschen. Deshalb gibt es Sonderpreise für das Windthorst-Gymnasium Meppen, das Ratsgymnasium Osnabrück und das Gymnasium in der Wüste Osnabrück. Das Osnabrücker Gymnasium Carolinum wurde für eine langjährige, sehr erfolgreiche „Jugend forscht“-Arbeit ausgezeichnet. „Jugend forscht“ ist auch ohne die Betreuungslehrer nicht denkbar. Den Sonderpreis für engagierte Talentförderer erhielt Christof Tondera vom Franziskusgymnasium Lingen „für beispielhafte Förderung junger Talente und das besondere Engagement bei der Betreuung von Jugend-forscht-Projekten“. |
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Die Preisträger
des Regionalwettbewerbs „Jugend forscht“ |
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| Regionalsieg „Schüler
experimentieren“: Arbeitswelt: „Automatisches Fensterputzen“ - Constantin Bremer, Erik Derkes, Angelaschule Osnabrück Biologie: „Kombucha & Kefir und Co.“ - Sven Holling, Marius Borchert, Rob Imeyer, Gymnasium in der Wüste Osnabrück Chemie: „Filterungsfähigkeiten der Eimembran des Gallus gallus domesticus“ - Sebastian Oehm, Leo Hebbelmann, Jens Buss-Strotmann, Gymnasium Marianum Meppen Geo- und Raumwissenschaften: „Was hat Galileo mit Meerschweinchen und meiner Oma zu tun?“ - Annabel Joerges, Schüler-Forschungs-Zentrum/Grundschule Hasbergen-Gaste Osnabrück Mathematik/Informatik: „Faire Würfel gibt es nicht?“ - Lioudmila Marra Kotchenkova, Gymnasium Carolinum Osnabrück. Physik: „Flossenantrieb“ - Klarissa Wieschebrock, Franziska Behlau, Franziskusgymnasium Lingen Technik: „Roboter zur Spurensuche“ - Lennard Ruschmeier, Schüler-Forschungs-Zentrum/Gymnasium Carolinum Osnabrück. |
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Regionalsieg „Jugend forscht“: |
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Leistungen in Naturwissenschaften,
Mathe und Technik werden gefördert Das Emsland ist seit 37 Jahren dabei |
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to Lingen. „Jugend
forscht“ ist ein bundesweiter Nachwuchswettbewerb, der besondere
Leistungen und Begabungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik
fördert. Seit dem Beginn im Jahr 1965 wachsen die Teilnehmerzahlen kontinuierlich. In diesem Jahr beteiligen sich daran mehr als 10 000 junge Menschen. „Bring frischen Wind in die Wissenschaft“ lautet das Motto der 46. Wettbewerbsrunde, die auf der Regionalebene beginnt, mit dem Landeswettbewerb fortgesetzt wird und auf Bundesebene endet. „Jugend forscht“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, von der Zeitschrift „Stern“, der Industrie, Schule und weiteren „Paten“ unterstützt. Dazu gehört seit 37 Jahren auch der Landkreis Emsland. Treffen in Kiel Alle Jungforscher/innen (Jufos) unter 22 Jahren bekommen an den Regionalwettbewerben ihre Chance. Alle Teilnehmer/innen unter 15 Jahren starten in der Sparte „Schüler experimentieren“, die Älteren im Wettbewerb „Jugend forscht“ in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik oder Technik. Die Sieger im jeweiligen Fachgebiet kommen zum Landeswettbewerb, der in Niedersachsen für „Schüler experimentieren“ in Oldenburg, für „Jugend forscht“ in Clausthal- Zellerfeld stattfindet. Die Landessieger „Jugend forscht“ treffen sich vom19. bis 22. Mai in Kiel. |
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