Aufregung im Hühnerstall
Gelungene Aufführung von Franziskusgymnasium und Christophoruswerk
(Bericht: Elisabeth Tondera, Lingener Tagespost vom 02.07.2011; Fotos: Kurt Neukirchen)


Lingen. Federn fliegen in der Aula des Franziskusgymnasiums herum, Gegacker ist zu hören. Was haben Hühner in der Schule zu suchen? Mit Biologieunterricht hat dieses Federvieh jedenfalls nichts zu tun.
Die „Hühner“ sitzen in einem Stall auf der Bühne, und im Saal warten die Zuschauer auf den Beginn des Theaterstückes „Skandal im Hühnerstall“, das die Theater-AG des Franziskusgymnasiums und die Tagesbildungsstätte des Christophoruswerkes unter der Leitung von Gesine Redenius-Hoppe (Franziskusgymnasium), Bärbel Brokjans und Ulla Strieth (Christophoruswerk) gemeinsam erarbeitet haben.

30 Mitwirkende

Das Theaterprojekt hat eine lange Tradition und ist ein Ort der Begegnung zwischen jungen Menschen mit und ohne Behinderung. Beim gemeinsamen Theaterspiel lernen sie ihre Fähigkeiten einzusetzen und gegenseitig Rücksicht aufeinander zu nehmen. Die 30 Mitwirkenden werden ihren Möglichkeiten entsprechend in das Stück integriert.
Die Geschichte beginnt mit einem Aufruhr im Hühnerstall. Die Hühner sind mit ihren Lebensbedingungen unzufrieden. Sie haben zu wenig Platz und dürfen nie nach draußen. Nach langer Überlegung beschließen sie abzuhauen.
Verständlich, dass diese Aktion auf dem Bauernhof für Aufregung sorgt. Als der Hahn wieder auftaucht, um mit den Bauern zu verhandeln, lehnen diese zunächst ab. Doch am Ende einigen sich alle auf einen Kompromiss: Die Bauern gewähren den Hühnern mehr Bewegungsfreiheit im Stall, die Hühner verzichten wegen der Vogelgrippegefahr auf den Auslauf auf dem Freigelände.
Die Geschichte bietet viele Möglichkeiten der theatralen Umsetzung, die von den Beteiligten hervorragend genutzt werden. Mit viel Fantasie und Kreativität hat die Gruppe die aktionsreiche Handlung in dynamische Bilder umgesetzt, die im inneren Einklang zu den szenischen Vorgängen stehen.

Aula als Spielraum

Die gesamte Aula wird als Spielraum genutzt, Sprache und Bewegung, Tanz, Musik und Gesang kommen vielfältig zum Einsatz und gestalten das Stück abwechslungsreich und lebendig, Kinderlieder und Kinderreime lockern die Handlung auf, aktuelle Musik reißt das jugendliche Publikum mit, und es gibt trotz des ernsten Themas viel zu lachen.
Beeindruckend, wie viele unterschiedliche Figuren in dem Stück mitwirken, die alle ihr eigenes Profil haben. Da sind die Hühner und der Hahn, Hunde, Katzen und Mäuse, der Bauer und die Bäuerin, deren Tochter und der Schwiegersohn, der Knecht und die Magd, zwei Polizisten und der Hühnerexperte Professor Hubert, der viel Komik in das Stück bringt.
Viele Helfer waren an der Produktion beteiligt. Die Klasse 8a des Franziskusgymnasiums hat die Kulissen für das von den Projektleiterinnen gestaltete Bühnenbild gemalt, in der Tagesstätte des Christophoruswerkes sind die aufwendigen Kostüme entstanden. Der Aufwand hat sich in jeder Hinsicht gelohnt.