Eine Woche in Deutschland
(Bericht: Kim-Chiara Langner, Kl. 8e; Fotos: privat, Austauschteilnehmer)


Am Freitag, dem 17.09.2010 kamen 27 französische Schülerinnen und Schüler mit ihren drei Lehrern, Mme Patou, Mme Merel und M. Leroy aus unserer Partnerschule in Compiègne zu uns nach Lingen, um die deutsche Kultur kennen zu lernen. An dem Austausch nahmen von deutscher Seite Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen acht und neun teil.
Wir erwarteten gespannt die französische Gruppe um 17.00 Uhr vor dem Haupttor unserer Schule. Um den Franzosen einen herzlichen Empfang zu bereiten, hatten einige deutsche Schüler - die „Empfangsgruppe“ - ein großes Schild mit der Aufschrift: "Bienvenue en Allemagne!" (Herzlich Willkommen in Deutschland) angefertigt. Als der Bus um die Ecke gefahren kam und die französischen Schüler aus dem Bus stiegen, hielten alle erwartungsvoll Ausschau nach ihrem Austauschschüler, da wir erst kurz zuvor in Kontakt getreten waren. Damit es nicht zu Verwechslungen kam, hatte sich die Empfangsgruppe überlegt, dass die Namen des deutschen und des französischen Austauschschülers vorgelesen wurden und diese sich dann begrüßten. Jeder erhielt ein Namensschild. So hatten wir uns schon einmal kennen gelernt und wussten, wer unser Austauschschüler war. Anschließend wurden noch Muffins verteilt, bevor man sich auf den Weg zu den Familien machte.
 

Am Samstagmittag war eine Stadtrallye in Lingen geplant. Jeweils zwei Klassen waren zusammen mit ihren Franzosen in einer Gruppe. Es galt, viele Fragen zur Stadt Lingen in 1 1/2 Stunden zu beantworten. Um 16.00 Uhr trafen wir uns wieder an der Bonifatiuskirche. Danach war Freizeit, die wir je nach Lust und Laune gestalten konnten. Einige gingen z.B. zum Extrablatt und machten sich dort einen schönen Nachmittag.
Für Sonntag war kein Programm vorgesehen, und so nutzten viele die Chance, ihrem Austauschschüler ihren Heimatort zu zeigen oder sich mit ihren Freunden zu treffen. Mehr aus Zufall trafen sich nachmittags viele beim Bowlen.
Am Montag wurden die französischen Gäste zunächst einmal von Herrn Pruisken im Forum herzlich begrüßt. In der zweiten Stunde kamen dann die Deutschen dazu, so dass die gesamte Gruppe sich besser kennenlernte. Danach nahmen die französischen Schüler bis zur 5. Stunde am Unterricht in ihrer jeweiligen Klasse teil. Im Anschluss fuhren sie nach Kalkriese, aber nicht ohne vorher noch einmal im Christophoruswerk gegessen zu haben. Abends holten wir sie wieder bei der Turnhalle ab. Die Zeit danach verbrachte man entweder in den Familien oder auch mit Freunden.
Der Dienstag war der Tag, an dem sowohl die französischen, als auch wir deutschen Schüler nach Bremen fuhren. Zunächst ging es für drei Stunden ins Universum. Anschließend fuhren wir in Bremens Zentrum. Dort gab es eine Stadtführung, sowohl für die deutschen als auch für die französischen Schüler. Nach einer Stunde trafen wir uns wieder und hatten genug Freizeit zum Shoppen. Die Franzosen hatten es besonders auf den Chocolatier abgesehen und kauften Geschenke für ihre Familienangehörigen daheim.
Der Mittwoch begann für die Franzosen mit der Fahrt nach Groß Hesepe, wo sie ein Unternehmen der Region, die Bäckerei Coppenrath, besichtigten und auch selber Spekulatius backen durften. Als sie dann gegen 11.30 Uhr zurückkehrten, gingen sie wieder mit in den Unterricht. Nachmittags galt es, die Freizeit zu gestalten. Einige trafen sich im Eiscafé und abends mit anderen am Austausch Beteiligten zum Raclette, zum Pizzaessen oder zu sonstigen Aktivitäten.
Der Donnerstag war unser letzter gemeinsamer Tag, denn am Freitag stand wieder die Abfahrt unserer Gäste bevor. Sie fuhren an diesem Tag nach Münster, wo sie die Altstadt besichtigten, das Stadtmuseum und den Friedensaal besuchten. Währenddessen wurde auf deutscher Seite die Fotogruppe aktiv, die den Auftrag hatte, eine Fotopräsentation über die bisher gemeinsam verlebte Zeit zu organisieren. Gleichzeitig kümmerte sich eine andere Gruppe um den bevorstehenden Wortgottesdienst. Um 17.00 Uhr ging es dann auch schon los. Die französischen Schüler waren von ihrer Tour zurück, und wir begannen mit dem Wortgottesdienst: „Grenzen überwinden – Surmonter des frontières“, so lautete das Thema. Die Texthefte waren zweisprachig gestaltet. Anschließend wurde „typisch deutsch“ gegrillt. Zu guter Letzt schauten wir die Fotopräsentation an, bevor wir musikalisch wurden und stimmungsvoll den Abend ausklingen ließen: M. Dubois, ein Sänger, der gebürtig aus Frankreich kam, aber seit vielen Jahren in Deutschland lebt, sang mit uns deutsche und französische Chansons.
Abends wurden schon die Koffer gepackt, und als Freitag der Bus ankam, der unsere Gäste zurück nach Frankreich bringen sollte, verabschiedeten wir unsere neu gewonnenen Freunde. Aber alle wussten ja, dass es nicht ein endgültiges Adieu sein würde, sondern dass wir uns nächstes Jahr im Sommer schon wieder sehen werden. Dann werden nämlich wir Deutschen Frankreich unsicher machen.
Noch einen lieben Dank an alle, die am Austausch mitgewirkt haben!