Lingen knüpft ein Netz gegen Armut
Projekt in Schulen gestartet - Aufforderung zum Handeln
(Bericht: Lingener Tagespost vom 05.03.2011)


(Ein Netz gegen Armut wollen knüpfen (von links): Sylvia Hubensack, Bernward Rusche, Holger Berentzen, Lutz Robers und Anne Gottschalk. Es fehlt Dagmar
Peters-Lohmann)
 
pe LINGEN. Wenn am Ende des Geldes noch sehr viel Monat übrig ist, dann ist das kein angenehmes Gefühl. Geldsorgen, existenzielle Not, Ausgrenzung – Armut hat viele Facetten. Welche das sind, werden junge Menschen in Lingen herausfinden.

„Im Netz – Lingener Schülernetz gegen Armut“ lautet der Name eines Projekts, das Vertreter der Kirchen und Schulen in Lingen initiiert haben.

Armut, so betonen die Initiatoren des Projekts, ist nicht nur eine Zustandsbeschreibung, sondern eine Aufforderung, gemeinsam gegen Armut aktiv zu werden. Ziel ist es nach Angaben der Veranstalter, das innerschulische und öffentliche Bewusstsein für das Thema Armut zu schärfen. Wie dies im Einzelnen geschehen soll, wurde den weiterführenden Schulen in Lingen im Rahmen einer Religionslehrerkonferenz vorgestellt.

Anne Gottschalk, Kunst- und Lateinlehrerin am Franziskusgymnasium und einer der Impulsgeber des Projekts, und Holger Berentzen vom Dekanatsjugendbüro wiesen in einem Pressegespräch darauf hin, dass junge Menschen zwar um das Thema Armut wüssten. Dies reiche aber nicht aus, um auch aktiv etwas gegen Armut zu tun. Damit sei eine zentrale biblische Botschaft berührt, die ein Engagement für die Armen einfordere. Hier knüpft der Arbeitskreis gleichzeitig auch eine Verbindung zwischen Teilnehmern und Kirche. „Die Kirche ist vielfältig und kann vielen Menschen ein Netz bieten“, betont Berentzen.

Was heißt das Projekt: „Im Netz – Lingener Schülernetz gegen Armut“ nun in der Praxis? In diesem Frühjahr wird das Thema Armut an verschiedenen Projekttagen und in unterschiedlichen Fächern behandelt. Ob es im Religions- oder Kunstunterricht ist, in den Fächern Politik oder Hauswirtschaft, in der Berufsschulkasse oder bei den Fünftklässlern: Armut kommt in vielen Formen vor, ebenso groß sind die fachlichen Berührungspunkte im Unterricht.

„Gerade vor dem Hintergrund der Hartz-IV-Debatte in Deutschland ist es wichtig, dass sich junge Menschen mit dem Thema Armut auseinandersetzen“, betonte Diakonin Sylvia Hubensack von der Kreuzkirchengemeinde. Dies gelte im Übrigen auch für die Mitglieder in den Kirchengemeinden, sagte Dekanatsreferent Bernward Rusche. „Für mich ist es spannend zu sehen, wie sich Schulen und Kirchen bei diesem Thema miteinander vernetzen“, erklärte Musiklehrer Lutz Robers von der Marienschule.