Der heiße Draht war Kues nicht geheuer
Parlamentarischer Staatssekretär appellierte an junge Menschen: Macht was aus euch
(Lingener Tagespost vom 19.10.09)

Freudestrahlend zeigten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Schülerakademie bei der Abschlussveranstaltung im Ludwig-Windthorst-Haus die Zertifikate, die von der niedersächsischen Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann unterzeichnet sind. Fotos: Ludger Jungeblut
   
Zu den erfolgreichen Teilehmerinnen und Teilnehmern gehören auch folgende Schülerinnen und Schüler unserer Schule:
Magdalena Alves
Daniel Kerlin
Linda Ruping
Alexander Albers
Johanna Bokelmann
  Kim-Nicaola Hofschröer
Ellen Kues
Stephanie Szczepanski
Viola Schnauber
Nadine Bojer
     


lj Lingen. Dem parlamentarischen Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, Dr. Hermann Kues (CDU), war die Sache nicht geheuer.
Als die Schülerin Kerstin Vater den Lingener Bundestagsabgeordneten freundlich, aber bestimmt in der Abschlussveranstaltung der Schülerakademie im Ludwig-Windthorst-Haus dazu aufforderte, mit einer Schlaufe einen von Schülern gebauten heißen Draht zu berühren, wandte sich Kues hilfesuchend an seinen Parteifreund MdL Heinz Rolfes. Er hoffte wohl, dass dieser als gelernter Fernmeldetechniker mehr von Elektronik verstünde. Doch Rolfes ließ Kues abblitzen. Also kam der Staatssekretär der Aufforderung der Schülerin nach.
Mut bewies der parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues, als er zur Freude der Schülerin Kerstin Vater mit einer Schlaufe den heißen Draht berührte.
Was passierte? Nachdem er mit der Schlaufe an den heißen Draht gekommen war, ging ein grünes LED-Lämpchen aus und dafür ein rotes an. Außerdem ertönte ein Summer wie ein Weckruf.
Einen Weckruf richtete Kues auch an die Gymnasiasten aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim, die sich im Rahmen der Schülerakademie eine Woche lang in neun Workshops mit den verschiedensten Themen beschäftigten. „Macht was aus euch“, rief er den über 100 Teilnehmern zu. Da war er bei ihnen an der richtigen Adresse. Denn die jungen Leute im Alter zwischen 15 und 18 Jahren präsentierten die bemerkenswerten Ergebnisse ihrer Workshops mit viel Humor auf so gekonnte Weise, dass die Gäste aus Schule und Politik immer wieder Beifall spendeten.
Eindringlich appellierte Kues an die Schüler, ihre Talente zu nutzen, um sie in den Dienst von Staat und Gesellschaft zu stellen. Man solle sich nicht täuschen lassen: Trotz der gegenwärtig steigenden Arbeitslosenzahlen hätten die jetzigen Jugendlichen künftig beste Berufsaussichten. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass Staat und Gesellschaft alle Anstrengungen unternähmen, um jungen Menschen eine faire Chance zu geben. „Keiner darf zurückgelassen werden“, mahnte der CDU-Politiker. Das gelte ausdrücklich auch für junge Menschen mit Migrationshintergrund. „Jeder kann irgendetwas“, machte Kues allen Mut.
Wer im Leben klarkommen wolle, brauche aber auch ein klares Wertegerüst. Er empfahl den Schülern, am Parlamentarier Ludwig Windthorst (1812–1891) Maß zu nehmen. Sein unbedingtes Eintreten für das Recht aller und damit auch der Minderheiten mache ihn auch heute noch zum Vorbild.
Monika Woltmann, Vorsitzende der Direktorenvereinigung des Emslandes und der Grafschaft Bentheim, lobte ebenso wie LWH-Studienleiter Andreas Gautier das Engagement der Schüler und dankte den Referenten. Es sei erfreulich, dass zurzeit an fast allen Gymnasien der Grafschaft und des Emslandes gebaut werde. Frau Woltmann: „Aber nur eine neue Mensa allein kann Lernen nicht verändern.“ Während der Schülerakademie hätten die Teilnehmer erfahren, wie intensiv und schnell sie lernen könnten, wenn sie im Lernprozess eingebunden seien. Für viele bedeute es Frust, in Klassen oder Kursen mit mehr als 30 beziehungsweise 20 Schülern lernen zu müssen. Für differenzierten Unterricht sowie individuelles Fördern und Fordern seien auch Kleingruppenräume notwendig.
Jutta Lübbert, Geschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim, betonte, dass die Vereinigung Projekte wie die Schülerakademie unterstütze, denn sie vermittele über die themenbezogene Arbeit in kleinen Gruppen wertvolle Kompetenzen, auf die Arbeitgeber achten würden. Frau Lübbert verwies darauf, dass die Agenturen für Arbeit in Nordhorn und Leer das Geld für das Projekt bereitgestellt hätten.
Für einen gelungenen musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten Mathis Krone (Klavier) und Florian M. Pletz (Saxofon).