Wo geht's hier zum Affenfelsen?
900 Schüler feiern den Abschluss des Projektes "Kirchenzeitung in der Schule" im Osnabrücker Zoo / Vier Klassen bejubeln Jahressieger

Kirchenbote Nr. 25 vom 21.06.2009: Michael Schiffbänker (Text) und Thomas Osterfeld (Fotos)

(Weitere Informationen zum Projekt der Klasse 6d im Schuljahr 2008/09 hier)

Die Klassensprecher Tom Decressin und Klara Pauline Niemeyer vom Franziskusgymnasium Lingen (letztjährige Klasse 6d) erhielten die Urkunden von Fritz Brickwedde und Bischof Franz-Josef Bode.

Osnabrück. Schüler und Lehrer begeistert, die Organisatoren voll des Lobes - das Abschlussfest des Projektes „Kirchenzeitung in der Schule" im Osnabrücker Zoo war ein Erfolg. Es fehlten nur die Tigerbabys.


Es ist 9.45 Uhr. In einer Viertelstunde beginnt das Abschlussfest des Projektes „Kirchenzeitung in der Schule" im Osnabrücker Zoo. Ein paar Flamingos stehen einbeinig im glatten Wasser. Einer kratzt sich schläfrig mit dem Schnabel unter den rosafarbenen Daunen. Vor ihrem Gehege laufen, lachen, schubsen, schnattern, kichern, suchen, warten Kinder. 900 werden es eine Viertelstunde später an der Bühne am Affenfelsen sein. Affenfelsen? „Wo müssen wir da hin?", fragt eine Lehrerin. „Folgen sie einfach den Schildern zu den Affengehegen", sagt einer. Dann weist er in die Richtung, überlegt und sagt dann: „Ach, vergessen sie die Schilder, folgen sie einfach dem Strom." Denn schon seit Minuten ziehen die Klassen johlend vorbei am Löwengehege und den Nasenbären zur Bühne am Affenfelsen.
Um Punkt 10 Uhr ist vom Sandboden vor der Bühne am Affenfelsen kaum noch etwas zu sehen. Kinder und Lehrer drängeln sich dort. Es bilden sich kleinere und größere Klassenhaufen. Der Gaukler und Zauberer Olaf Pieper jongliert mit brennenden Fackeln. Auf der Bühne hämmert die Trommelgruppe „Magie Drum Percussion" der Don-Bosco-Jugendhilfe Osnabrück auf ihre Instrumente. Den Schülern gefällt es: Überall aus den Schülertrauben schießen Fotohandys und Digitalkameras hervor. Hunderfaches Auslöserklicken verliert sich in den durchdringenden Beats der Trommeln.
Dann beginnt das, was im Allgemeinen ;,offizieller Teil" heißt. Bischof Franz-Josef Bode tritt auf, lobt die Schüler für ihre Arbeit und wirbt dafür, die Schöpfung weiter „zu hegen und zu pflegen". Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesumwelstiftung und Förderer des Projektes, schließt sich dem Lob an und gibt ein paar Tipps zum Umweltschutz. Für die Kinder ist das alles nur ein Vorgeplänkel. Sie warten auf etwas ganz anderes: die Urkunden.

Eine Redaktionsjury hat vier Siegerklassen gekürt – aus jedem Jahrgang eine. „Wer hat die schönste Zeitungsseite zu einem Umweltthema gestaltet?", lautet die Frage, die sich die versammelten Dritt-, Viert-, Fünft- und Sechstklässler stellen. Verlagsleiter Theo Mönch-Tegeder gibt die Antwort: Die Gewinner kommen aus der Grundschule Neuenkirchen, dem Franziskusgymnasium Lingen, der Johannesschule in Meppen und der Grundschule St. Martin Hagen. Die Klassensprecher kommen auf die Bühne: verlegenes Lächeln, flüchtiger Händedruck mit Bischof und Brickwedde, noch schnell ein Foto für die Presse, dann werden die Jungen und Mädchen auch schon von ihren Klassenkameraden umringt: „Zeig mal her!" „Ey, ich will auch mal sehen!" „Gib mir mal!"

Nachdem die Neugier auf die Urkunde gestillt ist, geht es zum Hauptteil über. Die verschiedenen Zooführungen stehen an. In kleinen Gruppen besuchen die Kinder die Reptilien, die Affen,, die Wasserbewohner, die Zwerge und Riesen des Zoos. Besonders beliebt ist die Tour zu den Tierbabys des Zoos. Kapuzineraffen, Alpakas oder Löwen, die Mädchen machen da keinen Unterschied: „Oh, süüüß!", tönt es an jedem Gehege vielstimmig. Die Jungen machen sich schon mehr Gedanken. „Können die kleinen Alpakas schon spucken?", fragt einer. Ein anderer vermutet, dass sie auf Bäumen leben und ein Dritter möchte eigentlich nur Tigernachwuchs sehen. Den gibt es aber in Osnabrück nicht.
Dafür sponsern die Veranstalter den Expeditionsteilnehmern Pommes, Eis und Cola. Den Eintritt hat der Zoo gespendet. Lehrer und Schüler sind begeistert – auch wenn es keine Tigerbabys zu sehen gibt.