„Ein Land voller Energie“
Glückwünsche und Lob für Planung, Grundsteinlegung und Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks
(Bericht und Foto: Lingener Tagespost vom 15.04.2010)

Von Burkhard Müller Lingen. Wer gestern zur Inbetriebnahme des neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) der RWE in Lingen kein Emsländer war, hätte sich gewünscht, einer zu sein: So dick prasselten die Glückwünsche und das Lob für Planung, Grundsteinlegung bis hin zur reibungslosen Inbetriebnahme des GuD auf die Verantwortlichen vor Ort hernieder.
Mit „Jürgen, es tut mir wirklich leid“, entschuldigte sich der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff bei dem RWE Vorstandsvorsitzenden Dr. Jürgen Großmann für seine rund zehnminütige Verspätung. „Wer 500 Millionen Euro in die Hand nimmt, um in Lingen ein neues Kraftwerk zu bauen, darf sich schon darauf verlassen, dass der Ministerpräsident auch pünktlich kommt“, betonte Wulff launig gegenüber seinem Duzfreund. Noch schnell ein Foto für die Presse und dann rasch ins Zelt, wo rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf die beiden „Alpha-Tiere“ aus Politik und Wirtschaft warteten.
Seit gestern unter Dampf: das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Lingen. Foto: dpa
 
Wer geglaubt hat, dass nun eine trockene Rede nach der anderen folgt, sah sich angenehm überrascht. Nach der Begrüßung durch den Leiter der Gaskraftwerke am Standort Lingen, Nikolaus Valerius, erinnerte der Vorstandsvorsitzende von RWE Power, Dr. Johannes Lambertz, daran, dass für das Kraftwerk nicht weniger als 22 000 Tonnen Beton verbaut, 415 Kilometer Kabel verlegt und 14 000 Schweißnähte mit einer Gesamtlänge von rund zehn Kilometern gezogen wurden. „Mit diesem Kraftwerk, 500 Millionen Euro teuer, 887 Megawatt stark und einem Wirkungsgrad von nahezu 60 Prozent, sind wir in die Champions League aufgestiegen“, rief Lambertz den Gästen zu.

Was das Emsland so besonders macht?, wollte im Anschluss an die Begrüßung die Moderatorin einer Dialogrunde, Felicia Sigglow, vom emsländischen Landrat Hermann Bröring wissen – und hatte damit, wohl unwissend, ein Fass auf gemacht. Eine solche Steilvorlage ließ sich Bröring nicht nehmen: „Wir sind ein Land voller Energie: Ob RWE, BP, GDF Suez oder Windkraft. Aber: Die eigentliche Energie liefern die Menschen, die hier wohnen und arbeiten. Von nichts kommt nichts, und wir gehören zu denen, die selbst anpacken und uns nicht nur auf die Hilfe der anderen verlassen“, hatte Bröring mit einem Satz das ganze Festzelt hinter sich versammelt.
In die gleiche Kerbe schlug anschließend auch Lingens Oberbürgermeister Heiner Pott, der darauf aufmerksam machte, dass das „Energy Valley“ nicht vom Himmel gefallen sei. Weitblickend freute sich Pott an die Adresse der RWE gerichtet, dass eine gute Partnerschaft, wie in der Ehe auch, nicht nur gepflegt, sondern auch weiter ausgebaut werden müsse.

Langen Beifall und einen anerkennenden Schlag auf die Schulter, nach dem Motto: Mensch, das hast du wirklich gut gemacht, erntete als weiterer Teilnehmer der Dialogrunde Johannes Albers, Schüler des Franziskusgymnasiums, von Bröring. Als Landessieger in „Jugend forscht“, Fach Physik, hatte Johannes Windmodelle nachgebaut und deren Wirkungsgrad nicht nur stark erweitert, sondern verdoppelt.

Ganz in seinen Bann zog der RWE-Chef die Gäste des Festaktes. „Hier wird nicht gejammert, hier wird zugepackt und das erfolgreich. Das spürt man, und das sieht man“, erklärte ein gut gelaunter Vorsitzender und ergänzte: „Lingen macht Spaß. Lingen hat Erfolg. Nicht zufällig passt Lingen zu gelingen.“