Auf der Suche nach dem Gespräch
(Bericht: Raphael Bonitz in der Lingener Tagespost vom 18.02.2009; Fotos: Raphael Bonitz, Werner Hölscher)

Unter- und Mittelstufenchor sowie das Vor- und das Orchester des Franziskusgymnasiums hatten unter der Leitung von Emanuele Wellenbrock-Roters und Stefan Pohlmann ein abwechslungsreiches Konzert in der Lingener Kirche Maria Königin dargeboten, das mit viel Beifall belohnt wurde.

Von Raphael Bonitz Lingen. Es gibt verschiedene Wege, ein Zwiegespräch mit Gott zu führen, einer führt über die Musik. „Zwiegespräche“, nannte sich auch das Konzert des Franziskusgymnasiums Lingen in der Maria-Königin-Kirche. Es ging um verschiedene Möglichkeiten, auf musikalischem Wege mit dem Schöpfer „ins Gespräch“ zu kommen.

Unter- und Mittelstufenchor, das Vor- und das Orchester hatten unter der Leitung von Emanuele Wellenbrock-Roters und Stefan Pohlmann ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet. Zu Beginn erklang eine Bläser-Intrade von Georg Ph. Telemann, dem eine ungewöhnliche Version des Präludiums aus dem „Charpentier - Te Deum“, mit einem Text versehen folgte: „Das Lob soll laut erschallen“.


Im Mittelpunkt stand aber, so auch in den vorgetragenen Texten von Karl Heinz Ossing, die Frage: „Hört Gott mir eigentlich zu?“ Das setzte sich programmatisch in den Musikbeiträgen des gesamten Konzertes fort. Über die Frage „Siehst du mich?“ der Feststellung „Gott wird dich segnen“, bis zur Erkenntnis, dass, wenn Gott mich findet, er mir zuhören wird. Dazu bedarf es aber auch, dass man ihn sucht.
Die jungen Musiker hatten sich intensiv vorbereitet. Was einem sogleich auffiel, das war die große Disziplin, mit der sie bei der Sache waren, etwas, was auch Schulleiter Johannes Pruisken in seinen Dankesworten hervor hob.
Dazu kamen die große Konzentration und das Engagement, mit dem hier musiziert wurde. Und diese Begeisterung am Miteinander, das war auch die Hauptsache bei diesem Konzert.
Wellenbrock-Roters und Pohlmann leisten eine gute Arbeit. Sie führen die jungen Leute an die Musik heran, sie wecken Interesse an dieser und sie lassen das alles in eine Aufführung münden, die auch noch thematisch Sinn macht.
Dabei beschränkten sie sich keineswegs auf „nur“ sakrale Musik. Die Palette reichte vom Barock bis zu Rock/Pop, von Telemann bis hin zu Eric Clapton oder Enya. Aber allem war eines gemein: das Suchen nach dem Gespräch, ob nun mit „Ihm“ oder mit dem Mitmenschen. All das mündete in eine stilistisch, an große Filmmusik erinnernde Fantasie von Roland Kernen über „Lobe den Herrn“.
Ein wohl für alle Zuhörer lohnender Konzertbesuch, von dem man auch noch den Vorsatz mitnehmen konnte, wieder einmal ein „Zwiegespräch“ zu führen. Auch andere Mitmenschen würden sich darüber freuen.