Alle Blicke nach vorn gerichtet
Schüler lernen von Studenten
(Bericht aus der Lingener Tagespost vom 31.07.09)


Rhetorik stand jetzt auf dem Stundenplan der Neuntklässler des Franziskusgymnasiums. Foto: Nils Neumann
Lingen. Es ist still im Hörsaal. Alle Blicke sind nach vorn gerichtet. Dort stehen Jan Fielers, Felix Bakker und Eike Lindemann. Sie sind Neuntklässler des Franziskusgymnasiums Lingen und stehen gerade vor einer schwierigen Herausforderung: Kritisch beäugt von mehr als 100 Augenpaaren, versuchen sie, möglichst perfekt über den Sozialraum Afghanistan zu referieren. Das ist Teil eines Rhetorik- und Präsentationsprojektes mit den Kommunikationsmanagement-Studenten des dritten Semesters der Fachhochschule Osnabrück. Nach ein paar Minuten haben sie es geschafft – und warten auf die Beurteilung.
Kritische Worte wie „Die Hände müssen aus den Taschen“, „Du musst langsamer sprechen“ oder „Schaut euren Zuhörern in die Augen“ fallen. Aber auch mit Lob wird nicht gespart: „Die Präsentation war optisch ansprechend“ oder „Du hast sehr frei gesprochen“. Studentin Sabrina Müller ist sich sicher: „So wird Lernen leicht gemacht. Da wird bei den Schülern einiges hängen bleiben. Und das ist wichtig, denn sie werden in der Schule und später im Studium noch viele Präsentationen halten müssen.“
Gemeinsam mit den Studenten haben die Schüler einen Vormittag lang in Kleingruppen an den Präsentationen gefeilt. Aufgabe der Studenten war, die Schüler zu coachen und ihnen den richtigen Umgang mit Power Point nahezubringen. Theresa Tönns ist begeistert von dieser Art zu lernen. „Man nimmt so viel mehr mit als in der Schule“, sagt die 15-Jährige.

Auch ihr Lehrer Norbert Christel zeigte sich dankbar. Gemeinsam mit Prof. Dr. Achim Baum, Professor für Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus am Institut für Kommunikations-Management der FH Osnabrück, freute er sich über die harmonische Zusammenarbeit. Als besonders lehrreich bezeichnete er die Rückmeldungen der Studenten zu den Präsentationen: „Kritik und Lob sind unentbehrlich.“

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