Ein offenes Ohr für die Nöte anderer
Die Klasse 6d besucht die Lingener Tafel

(Bericht und Foto: Klasse 6d)

Die Klasse 6d des Franziskusgymnasiums besuchte mit ihrer Deutsch- und Religionslehrerin Monika Lütz die Lingener Tafel.

An einem kalten Donnerstagnachmittag machten sich die Klasse 6d auf den Weg zur Lingener Tafel. Dort hatte sie sich mit Mitarbeiterinnen der Lingener Tafel verabredet: mit der Betriebsleiterin Jeanette Garten und Personalleiterin Diana Harthke, und mit Gisela Dieterich, Schriftführerin des Vereins Lingener Tafel.
Eigenständigkeit soll erhalten bleiben
Wie die Mitarbeiterinnen beim Rundgang durch die Räume der Lingener Tafel am Langschmidtsweg 17a erzählten, kommen am Tag zwischen zehn und 100 Familien zur Tafel, die auf die Hilfe angewiesen sind. Damit die bedürftigen Menschen ihre Selbstständigkeit im Alltag nicht verlieren, dürfen sie nur zweimal wöchentlich die Tafel aufsuchen, um einen schon gefüllten Warenkorb entgegenzunehmen. Dies dürfen keine aufeinanderfolgenden Tage sein. Dadurch sind die Kunden der Tafel an den verbleibenden Wochentagen weiterhin auf sich selbst gestellt und müssen ihren täglichen Ablauf eigenständig organisieren.
Bei der Lingener Tafel werden die Bedürftigen nicht nur durch die Lebensmittelabgabe unterstützt. Die hauptsächlich ehrenamtlichen Mitarbeiter haben auch ein Ohr für die Sorgen und Nöte der manchmal auch einsamen Menschen. „Wir sind keine Menschen, die oberflächlich ihrer Arbeit nachgehen, sondern wir machen uns schon Gedanken darüber, warum andere leiden, und wir wollen sie auf ihrem oft nicht einfachen Weg unterstützen“, sagt Jeanette Garten und Diana Harthke stimmt ihr zu.
Zu den Kunden der Tafel zählen nicht nur Bezieher von Hartz-IV-Leistungen und Alleinerziehende, sondern auch Familien, bei denen beide Elternteile arbeiten, jedoch das Einkommen für die täglichen Bedürfnisse nicht ausreicht. Auch die Finanzkrise mache sich schon bemerkbar, da einige Familien von Kurzarbeit betroffen seien.
Warenkorb pro Familie unterschiedlich
Jeder Kunde wird zunächst registriert, seine persönlichen Familienverhältnisse werden geprüft, damit er bei der Tafel einkaufen kann. Anhand dieser Daten wird dann für jeden Kunden ein persönlicher Warenkorb erstellt. Eine Familie mit kleinen Kindern erhält zum Beispiel einen Warenkorb, der Milchprodukte, wie Joghurt oder Käse, beinhaltet.
Die Lebensmittel, die in der Tafel zur Verfügung gestellt werden, stammen aus Supermärkten, die ihre Ware nicht mehr verkaufen können, da die Lebensmittel das Ablaufdatum eingeholt haben; das heißt aber nicht, dass die Lebensmittel, die die Tafel verkauft, schon verdorben sind. Teilweise sind die Nahrungsmittel noch bis zu drei Wochen länger haltbar, als das Mindesthaltbarkeitsdatum aussagt. Das Gefühl, Menschen wieder Halt zu geben, sei großartig, sagt Jeanette Garten. Sie würde sich über weitere Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter und Sponsoren freuen.

Weitere Informationen im ausführlicheren Bericht der Klasse 6d, den sie auch im „Kirchenboten“ veröffentlicht hat ... (hier)