Ein Buch für Fantasy-Liebhaber
Pascal Fenslage schrieb im Rahmen des Julius-Leseclubs seine erste Rezension
(Fotos: Carsten van Bevern; Lingener Tagespost vom 10.07.09)


Von Pascal Fenslage, Julius-Leseclubteilnehmer Lingen

Dieses Buch kann ich jedem ans Herz legen, der ein Freund von Fantasy ist und auch gerne einmal ein längeres Buch liest. Dieses Buch – das ist „Konrad, Krax und das Zeichen der Zebrafrösche“ von Salah Naoura.
Dieses Buch ist dabei nicht Teil einer Reihe, sondern steht für sich allein. Es handelt von dem jungen Konrad, der als Baby mit einem anderen Kind vertauscht wurde und jetzt von der „falschen“ Mutter Arabella aufgezogen wird. Die beiden verstehen sich sehr gut, und auch Arabellas Rabe Krax ist ein guter Freund Konrads. Dann entdeckt Konrad, dass er die magische Fähigkeit der Telekinese beherrscht. So schickt ihn seine etwas verschrobene Mutter, die sich für eine moderne Hexe hält, auf das Akana-Zentrum. Hier soll er lernen, seine Fähigkeiten zu kontrollieren und auszubauen.
Dort freundet er sich mit Milli an, deren Großmutter Mrs. Stone ist die Direktorin des Akana-Zentrums und scheint ein finsteres Geheimnis zu verbergen. Gemeinsam mit dem Vampirjungen Ivo und dem Mädchen Tamara, die magnetische Fähigkeiten besitzt, versuchen sie, hinter das düstere Geheimnis der Schulleiterin zu kommen.
Über die genaue Zeit der Handlung ist leider nichts bekannt, und als Orte sind nur Konrads Zuhause, die Schule und das Akana-Zentrum nennbar.
Die Geschichte wird dabei von einem allwissenden Erzähler, der sich die ganze Zeit über bei Konrad‚ aufhält, durchgängig chronologisch in der Vergangenheitsform erzählt. Es gibt auch kompliziertere Sätze, aber ich habe alles auf Anhieb

Pascal Fenslage (14) geht auf das Franziskusgymnasium und liest in seiner Freizeit gerne Fantasy- und Gruselgeschichten. Im Rahmen des Julius-Sommerleseclubs in der Lingener Stadt- und Hochschulbibliothek hat er jetzt seine erste Buchbesprechung geschrieben – über „Konrad, Krax und das Zeichen der Zebrafrösche“ von Salah Naoura.
gut verstanden. Die Zielgruppe würde ich bei elf bis zwölf Jahren sehen – Inhalt und Sprache sind dafür angemessen. Der Autorin ist so gut wie alles gelungen, besonders die wahrheitsgetreue Sprache. Die einzigen Sachen, die ich zu bemängeln habe, sind die langen Kapitel (häufig 13 bis 15 Seiten) und das Ende des Buches, da viele Fragen offen bleiben. Vielleicht hätte die Autorin die Geschichte noch etwas länger gestalten können. Insgesamt kann ich dieses Buch aber jedem Freund von Fantasy, der auch mal gerne ein längeres Buch liest, ans Herz legen.

 


Das Buch „Konrad, Krax und das Zeichen der Zebrafrösche“ von Salah Naoura ist 2008 im Tulipan-Verlag erschienen. Zeichnungen von Regina Kehn ergänzen den Text für Leser ab neun Jahre.
Im Rahmen des Julius-Leseclubs füllen die Schüler für jedes gelesene Buch einen Bewertungsbogen aus – sie können über besondere Bücher aber auch Rezensionen schreiben oder das Gelesene anderweitig künstlerisch verarbeiten (siehe weiteren Bericht von Carsten van Bevern)


   
„Ich habe in den Ferien jetzt 13 Bücher gelesen“
328 Teilnehmer beim Julius-Leseclub
(Carsten van Bevern)
   

Antonia Batista Nobre und Lars Ibershoff nehmen am Julius-Leseclub in der Lingener Bücherei teil – Antonia (12) schrieb einen fiktiven Brief an die Autorin des Buches „Good boy, bad boy“, und der elfjährige Lars bastelte eine Szene aus dem Buch „Mister Unsichtbar“ nach. Die Julius-Leseregale in der Bücherei (r.) sind dabei oft fast leer geräumt. Foto: Carsten van Bevern
vb Lingen. Interessierte Bürger und Studenten des Lingenener Fachhochschulstandortes mit Büchern, Zeitschriften, CDs oder DVDs versorgen – das ist Aufgabe der Lingener Stadt- und Hochschulbibliothek (SHB). Und damit der Lesenachwuchs nicht ausbleibt, wird auch kräftig Leseförderung betrieben. Die bereits dritte Teilnahme am landesweiten Julius-Sommerleseclub ist dabei laut dem stellvertretenden SHB-Leiter Josef Lüken „ein wichtiger Mosaikstein zur Leseförderung und in der Zusammenarbeit mit den Schulen“.
Dieser Mosaikstein scheint bei Schülern aus Lingen und der näheren Umgebung auch gut anzukommen: Nahmen im ersten Jahr knapp 200 Kinder und Jugendliche teil, stieg diese Zahl 2008 auf knapp 300 und befindet sich, laut Lüken, „mit knapp 330 jetzt fast an der Kapazitätsgrenze“. Das zeigt sich auch an der Leseecke im Gebäude 2 der Bibliothek: 16 „Julius“-Bücher verlieren sich in den zwei großen
Regalen – 16 von über 300, der ganze Rest ist von den 328 Schülern ausgeliehen. Dabei hat Lüken extra noch Exemplare der 40 verschiedenen Julius-Buchtitel aus benachbarten Büchereien und sogar von Privatleuten ausgeliehen.„Zu lesen finde ich aber immer noch etwas“, berichtet Antonia Batista Nobre, die schon zum zweiten Mal teilnimmt und gerade ihr drittes Buch gelesen hat. Ihr zweites Buch, „Good boy, bad boy“ von Anne Cassidy hat ihr dabei so gut gefallen, dass sie einen fiktiven Brief an die Autorin geschrieben hat. „Man braucht Nerven und viel Zeit, um dieses Buch zu lesen, doch am Ende bereut man es nicht. Ich würde mir dieses Buch als Schullektüre wünschen. Es wäre toll, es zu bearbeiten und darüber zu sprechen“, lautet darin ihr Fazit. Die angehende Siebtklässlerin des Franziskusgymnasiums liest auch gerne in ihrer Freizeit – und schreibt gerade selber an einem Buch. „80 Seiten habe ich jetzt geschrieben. Ich bin aber noch nicht fertig, und einen Titel gibt es auch noch nicht“, berichtet sie.
Abends im Bett, nach Schule und Fußballtraining, liest auch der elfjährige Lars Ibershoff gerne mal einen Jugendkrimi. Und das Julius-Buch „Mister Unsichtbar“ von Klaus Wolfertstetter hat ihm so gut gefallen, dass er eine Szene nachgebastelt und in der Bücherei eingereicht hat.
Den bisherigen „Julius“-Leserekord hält allerdings Pascal Fenslage: „Ich habe in den bisherigen Ferien jetzt 13 Bücher gelesen.“