Wozu hat der Wal auffällige Flossenkerben?
Landkreis ehrt die emsländischen Finalisten von „Jugend forscht“ im Kreishaus
(Bericht und Foto: Lingener Tagespost vom 06.06.2009
)

Die Leistungen im Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ und das Engagement der Lehrer würdigte Erster Keisrat Reinhard Winter bei einem Empfang im Kreishaus. Im Bild (von links): Michaela Veh, Reinhard Winter, Sven Krummen, Christof Tondera und Christian Wassermann. Foto: Willy Rave


ra Meppen. Unter den Siegern und Platzierten des 44. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“, die in Osnabrück durch die Bundesbildungsministerin Prof. Annette Schavan ausgezeichnet wurden, sind mit Sven Krummen und Christian Wassermann vom Franziskusgymnasium Lingen auch zwei Emsländer.
Die beiden 18-jährigen Schüler belegten, wie bereits berichtet, im Fachgebiet Physik den fünften Platz und wurden zudem mit dem Sonderpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ausgezeichnet. Der Landkreis Emsland nahm den großartigen Erfolg der beiden Jungforscher zum Anlass, sie zusammen mit ihrem Betreuungslehrer Christof Tondera und der Wettbewerbsleiterin Dr. Michaela Veh zu einem Empfang in das Kreishaus in Meppen einzuladen. Die Bionik, die sich mit der Analyse von Naturprinzipien und deren Umsetzung in technische Anwendungen beschäftigt, fasziniere sie seit Jahren, berichteten die beiden Jugendlichen.
So hätten sie sich auch gefragt, wozu die auffälligen Kerben in den Brustflossen der Buckelwale wohl gut seien. Im Rahmen ihres etwas ungewöhnlichen Forschungsprojektes „Die Flosse eines Wals“ sind sie über mehrere Jahre diesem Phänomen auch mit der Frage, ob sich damit die Aerodynamik einer Flugzeug-Tragfläche optimieren lasse, nachgegangen. Um die Funktion einer Walflosse „in ihrem Element“ zu erforschen und um entsprechende Messwerte zu erzielen, bauten sie einen Wasserkanal. Im Vergleich mit herkömmlichen Tragflächen zeigte sich, dass die Kerben unter bestimmten Bedingungen Vorteile für die Luftfahrt bringen können.
Erster Kreisrat Reinhard Winter unterstrich während des Empfanges die Aussage der Bundesministerin, dass „Jugend forscht“ die jeweils nachwachsenden Generationen an Naturwissenschaften und Technik heranführe und so „Zukunft macht“. Die seit Jahren steigenden Anmeldezahlen bei „Jugend forscht“ bewiesen, dass es trotz der Kritik am deutschen Bildungssystem möglich sei, junge Menschen für Naturwissenschaften zu begeistern, fügte er hinzu.
Durch experimentierendes forschendes Lernen lasse sich das Interesse junger Menschen an Naturwissenschaften, Mathematik und Technik nachhaltig steigern, betonte Winter. Und dass dabei großartige Resultate erzielt würden, sei auch von den beiden Schülern des Franziskusgymnasiums eindrucksvoll bewiesen worden.