wrog Lingen. Schüler des
Franziskusgymnasiums besuchten das „Lehrhausgespräch“
des Forums Juden-Christen in der alten Jüdischen Schule in Lingen.
Dort präsentierten drei von 16 Schülern der Jahrgangsstufe 13
ihre Arbeiten aus dem Seminarfach „Judentum“.
„Dieses Seminarfach dient dazu, wissenschaftliches propädeutisches
Arbeiten fächerübergreifend zu lernen“, so Lehrerin Tanja
Hörnschemeyer, die das Projekt gemeinsam mit ihrer Kollegin Maike
Kühlenborg betreut hatte. Hanna Alvers trug zum Thema „Die
Kinder von Theresienstadt“ vor. „Einerseits das Leid durch
ständige Angst vor Deportation und den menschenunwürdigen Umständen,
andererseits die Kultur, die aufgrund der Propagandafunktion von Theresienstadt
möglich war“, lautete das Fazit ihres Beitrags. Mit dem „Widerstand
im Warschauer Ghetto“ beschäftigte sich Susanne Haarmann. Die
Schülerin schilderte den 28 Tage dauernden aussichtslosen Kampf von
„700 schlecht ausgebildeten und bewaffneten Juden gegen 2000 Soldaten“.
„Den Juden ist es gelungen, durch den Aufstand ihre Ehre und ihre
Würde wiederherzustellen“, zollte Haarmann den Widerstandskämpfern
gegen das nationalsozialistische Regime ihren Respekt. Diese Bedeutung
des Aufstandes sei sogar Bestandteil der israelischen Staatsdoktrin geworden.
Simon Göhler glaubt: „Ich persönlich würde es nicht
schaffen, die jüdischen Trauerregeln einzuhalten.“ In seinem
Vortrag verglich er die katholischen und jüdischen Bestattungsriten.
Der Beitrag wurde von den Besuchern des „Lehrhausgespräches“
ausgiebig diskutiert. Dr. Heribert Lange vom Vorstand des Forums Juden-Christen
erklärte unter einem herzhaften Lachen aller, warum: „Die Jugendlichen
werden sich wundern, wie lange wir darüber sprechen. Aber in unserem
Alter steht man dem Problem näher“, meinte der 68-Jährige.
„Ich sehe in den jüdischen Riten mehr Zuversicht und Ergebenheit“,
kommentierte er den Vortrag von Göhler. Ratsherr Michael Fuest (Grüne)
fand es „sehr beeindruckend und positiv, dass diese Thematik vom
Franziskusgymnasium vorangetrieben und umgesetzt wurde“.
Am Mittwoch, 25. Februar, wird um 19.30 Uhr eine Sonderveranstaltung
des Forums Juden-Christen zum Thema Bischof und Holocaustleugner Richard
Williamson stattfinden. Falls die kleine Jüdische Schule nicht genügend
Platz bietet, wird spontan in die Kreuzkirche ausgewichen.
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