Kultstatus am Franziskusgymnasium: Die Dümmertage des 11. Jahrgangs
(Bericht: Karl-Heinz Ossing; Fotos: Ingo Matschulat)

Jedes Jahr aufs Neue: Die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs verbringen vier Tage im Jugend- und Freizeithaus am Dümmer, in denen so einiges geboten wird: Selbst- und Fremdeinschätzung, Zuhören und Erzählen, Fun und Fete, Ruhe und Relaxen. Ziel dieser aus dem Schulleben des Franziskusgymnasiums nicht mehr wegzudenkenden Tage ist die Stärkung eines Jahrgangsbewusstseins, mit dem die Zeit bis hin zum gemeinsamen Abitur erfolgreich durchschritten werden kann. Eine solche Zielsetzung geht Hand in Hand mit einer angestrebten Förderung von Team- und Kompromissfähigkeit sowie der Stärkung eines gesunden Selbstbewusstseins - beides auch für die Zeit nach dem Abitur Grundvoraussetzungen für den erfolgreichen Einstieg in die Studien- und Arbeitswelt.


In diesem Jahr machten sich die 107 SchülerInnen und 8 LehrerInnen daran, diese hochgesteckten Ziele in Angriff zu nehmen. Grundlage der Programmstruktur der Tage ist der Wechsel von Kleingruppeneinheiten mit Programmpunkten, die mit dem ganzen Jahrgang gemeinsam durchgeführt werden. In den Kleingruppen geht es darum, den anderen mehr als nur oberflächlich kennen zu lernen. Demgegenüber vermitteln Aktionen mit allen dem Einzelnen den Eindruck, wie es um den Jahrgang als Ganzes bestellt ist.

Spielerische Akzente sorgen dafür, dass es alles andere als trocken und langweilig zugeht. Ganz im Gegenteil: Bei Spielen wie Tiergehege, Neckermann, Kopfrechensalat oder Hitparade geht es so hoch her, dass es den Spielleitern hin und wieder schon mal schwer fällt, den Überblick zu behalten. Bei der Diskussion, wie man mit 6 Personen geschickt eine 5-Zimmer-Wohnung aufteilt, kann es schon mal hitzig werden, genauso wie bei einem Spiel, bei dem vor den Toren der Stadt das feindliche Heer darauf wartet, alles in Schutt und Asche zu legen, wenn es den SpielerInnen nicht gelingt, binnen einer Stunde eine angemessene Lösung zu finden. Da heißt es schon mal, zurückzustecken, auf den anderen einzugehen, ohne dabei die eigenen Ziele aus dem Kopf zu verlieren.


Glücklicherweise nicht wirklich wörtlich zu nehmen ist das Motto eines Spiels, das sich über mehrere Tage hinzieht: „Töten oder getötet werden“ heißt es da - und hier gilt, was hoffentlich im wirklichen Leben nicht gilt: Vertrauen kann tödlich sein. So kommt es zu tragischen Momenten auf der einen Seite und Glücksschreien auf der anderen, wenn mal wieder ein Opfer „um die Ecke gebracht wurde“

Im Banne der Finger:

Das Spiel „Schiffe versenken“ schweißt jede der acht Kleingruppen so zusammen, dass man sich jeweils in seiner Gruppe einig ist: Bloß nicht Letzter werden, um den Freitagmorgen-Küchendienst nicht übernehmen zu müssen. Da überlegt man sich schon mal genauer, in welche Felder des Spielfeldes die einzelnen Bomben gesetzt werden sollen.
In (fast) jedem Spiel werden dabei Fähigkeiten (auf neudeutsch Kompetenzen) vermittelt, die sich für die jungen Menschen bei der Bewältigung von Problemen auch außerhalb des Spiels als hilfreich erweisen.
Aus der Sicht von jungen Menschen wünscht man sich für den kirchlichen Alltag öfter das, was in der Gruppe am letzten Abend am Dümmer erfahren wird: Ein Gottesdienst, der so gar nicht in die üblichen Vorstellungen von Gottesdiensten bei jungen Menschen passt: Atmosphäre und Stimmung lassen in Teilen spüren, wonach sich letztendlich alle Menschen sehnen: Leben in Gemeinschaft. So bleibt den Schülerinnen und Schülern zu wünschen, dass dieses Gefühl von Gemeinschaft im Jahrgang für die Zeit bis zum Abitur trägt, in glücklichen genauso wie in nachdenklichen Momenten.