Direkte Demokratie
Berlin: Lingener Schüler macht Politik
(Bericht und Foto aus der Lingener Tagespost vom 18.06.09)

Fabian Rode trifft Dr. Hermann Kues am Rande der Veranstaltung „Jugend und Parlament“ im Bundestag. Foto: privat

Berlin/Lingen. Montagmittag im Deutschen Bundestag: In einem Fraktionsraum des Reichtags rumort es. Es wird über das Thema „Direkte Demokratie“ diskutiert – und mittendrin sitzt Fabian Rode, 19-jähriger Schüler aus Lingen. Er nahm an der Politiksimulation „Jugend und Parlament“ teil und schlüpfte dabei in eine ungewohnte Rolle.
Rode, der normalerweise in der Schülerunion und Jungen Union erste politische Erfahrung sammelt, wurde hier die Rolle eines 64-jährigen SPD-Abgeordneten zugelost. Eifrig diskutierte er mit den anderen Teilnehmern darüber, ob Volksabstimmungen auf Bundesebene erlaubt sein sollten und wie man Regeln dafür aufstellen könnte. Es gab Flügelkämpfe und Reibereien, ganz wie bei den echten Bundestagsabgeordneten, die normalerweise in den Fraktionsräumen Klartext reden.
Seinen CDU-Bundestagsabgeordneten, Dr. Hermann Kues, traf Rode in einer Sitzungspause zu einem kurzen Gespräch. Beide kennen sich bereits aus Lingen. Rode berichtete über die anstrengenden Verhandlungen. Kues betonte, dass er es gut finde, wenn junge Menschen sich so intensiv mit dem Parlament beschäftigten. „Über die Arbeit im Bundestag ist viel zu wenig bekannt“, so Kues weiter. Nach wenigen Minuten müssen beide Politiker zum nächsten Termin.
Während Kues zu einem Gespräch mit anderen niedersächsischen CDU-Abgeordneten zum Thema Wirtschaft eilte, musste Rode wieder in den Reichstag. Zwar ist der am Vormittag erarbeitete Antrag zur direkten Demokratie verabschiedet, aber jetzt geht es um die Verteidigungspolitik. Bis um 20 Uhr sollen die Verhandlungen andauern – wie bei den echten Bundestagsabgeordneten.