Berlin/Lingen. Montagmittag im Deutschen Bundestag: In einem Fraktionsraum
des Reichtags rumort es. Es wird über das Thema „Direkte
Demokratie“ diskutiert – und mittendrin sitzt Fabian Rode,
19-jähriger Schüler aus Lingen. Er nahm an der Politiksimulation
„Jugend und Parlament“ teil und schlüpfte dabei in
eine ungewohnte Rolle.
Rode, der normalerweise in der Schülerunion und Jungen Union erste
politische Erfahrung sammelt, wurde hier die Rolle eines 64-jährigen
SPD-Abgeordneten zugelost. Eifrig diskutierte er mit den anderen Teilnehmern
darüber, ob Volksabstimmungen auf Bundesebene erlaubt sein sollten
und wie man Regeln dafür aufstellen könnte. Es gab Flügelkämpfe
und Reibereien, ganz wie bei den echten Bundestagsabgeordneten, die
normalerweise in den Fraktionsräumen Klartext reden.
Seinen CDU-Bundestagsabgeordneten, Dr. Hermann Kues, traf Rode in einer
Sitzungspause zu einem kurzen Gespräch. Beide kennen sich bereits
aus Lingen. Rode berichtete über die anstrengenden Verhandlungen.
Kues betonte, dass er es gut finde, wenn junge Menschen sich so intensiv
mit dem Parlament beschäftigten. „Über die Arbeit im
Bundestag ist viel zu wenig bekannt“, so Kues weiter. Nach wenigen
Minuten müssen beide Politiker zum nächsten Termin.
Während Kues zu einem Gespräch mit anderen niedersächsischen
CDU-Abgeordneten zum Thema Wirtschaft eilte, musste Rode wieder in den
Reichstag. Zwar ist der am Vormittag erarbeitete Antrag zur direkten
Demokratie verabschiedet, aber jetzt geht es um die Verteidigungspolitik.
Bis um 20 Uhr sollen die Verhandlungen andauern – wie bei den
echten Bundestagsabgeordneten.