Der Tageslohn für einen guten Zweck
Aktion Schülerhilfe des Lingener Franziskusgymnasiums kommt SKM zugute

(Bericht und Fotos: Roggendorf, Lingener Tagespost vom 07.05.2009)

wrog Lingen. Seit acht Jahren tauschen die Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Franziskusgymnasiums für einen Tag die Schulbank mit einem Arbeitsplatz.

Sie arbeiten im Rahmen des vom Verein für soziale Dienste (SKM) Lingen und ihrer Schule organisierten Projektes „Schülerhilfe“ zugunsten eines wohltätigen Zwecks. Die Arbeitgeber zahlen den fälligen Lohn nicht an die Schüler, sondern zweckgebunden an den SKM.
Moritz Weglage, Anne Hofschröer, Lara Westenberg und Anna Martel haben einen Tag bei der BP-Raffinerie verbracht. „Wir haben hier leichte Bürotätigkeiten verrichten müssen, Ordner sortieren und so etwas“, erklärt Anne. Moritz erläutert, wie sie an diesen Job gekommen sind: „Entweder hat man sich selber was gesucht, oder wir wurden vom SKM einem Arbeitgeber zugeteilt.
“Michael Grundke, Projektverantwortlicher des SKM, zeigte sich erfreut, dass 64 Firmen und Privatpersonen den 97 Schülern für diesen Tag eine bezahlte Arbeitsmöglichkeit geboten hätten. Die Jugendlichen hätten selber auswählen können, welches soziale Projekt sie unterstützen wollten.
„In diesem Jahr ist die Wahl auf das Freiwilligenzentrum Lingen und dort u. a. auf die Lernhelfer gefallen“, teilte Grundke mit. Er hoffe, dass dafür über 5000 Euro zusammenkämen.


Sehr zufrieden ist Wilfried Weege mit seinem „Gartenhelfer“ Fabian Rode.


Leichte Bürotätigkeiten verrichteten Moritz Weglage, Anne Hofschröer, Lara Westenberg und Anna Martel bei der Raffinerie in Holthausen (von links).
Anne Hofschröer ist das aber auch nicht wichtig. „Hauptsache, das Geld wird für einen guten Zweck gespendet“, begründet sie ihre Motivation für einen Tag „leichter Bürotätigkeiten“. Verraten, wie viel sie an diesem Tag für den guten Zweck verdienen, wollen die vier nicht. Aber Anna ist überzeugt, dass „die BP sehr spendabel ist“.
Während sie im Trockenen sitzen, verrichtet Fabian Rode Gartenarbeit bei Nieselregen. „Seit acht Uhr heute morgen Gartenarbeit ist etwas ungewohnt für mich“, gesteht der Schüler. Trotzdem mache ihm die Arbeit in den Beeten von Wilfried Weege Spaß. „Dieses Projekt hat eine Tradition am Franziskusgymnasium. Also haben alle dafür gestimmt mitzumachen“, betont Rode den freiwilligen Charakter. Weege ist nicht nur in diesem Jahr mit seinem Helfer zufrieden.


„Seit einigen Jahren beschäftige ich am Projekttag einen Schüler, und die waren alle sehr fleißig und gut.“ Der SKM habe bei seiner Firma angefragt, aber dort könne er einen Jugendlichen nicht sinnvoll für einen Tag einsetzen, so Weege. Daher habe er sich entschlossen, als Privatperson das Engagement der jungen Leute zu unterstützen. In diesem Jahr sei auch sein Sohn Henning in das Projekt eingebunden. Er besuche derzeit ebenfalls die Jahrgangsstufe 12 des Franziskusgymnasiums und habe aufseiten der Schüler das Projekt „Schülerhilfe“ mit organisiert.
Auf die Frage, warum er in diesem Jahr denn nicht den eigenen Sohn, sondern Fabian zur „freiwilligen“ Gartenarbeit eingestellt habe, hat Weege eine ebenso simple wie einleuchtende Erklärung parat. „Der Henning kann auch nächsten Samstag noch bei uns im Garten arbeiten.“
Ob dies dann genauso engagiert, begeistert und zugunsten des Projektes „Schülerhilfe“ sein wird?