„Ihr habt uns die Herzen geöffnet“
Weihnachtskonzert des Franziskusgymnasiums auf hohem Niveau – Beeindruckend
(Bericht: Raphael Bonitz in der Lingener Tagespost vom 16.12.2008; Fotos: Raphael Bonitz, Werner Hölscher)

Der Chor hatte ein sehr gutes stimmliches Volumen, und auch die Instrumentalisten fanden große Anerkennung beim Publikum.

„Vielleicht hören sie nicht hin“ heißt es in einer Textzeile aus dem Song „Vielleicht“ von Xavier Naidoo. Diese Befürchtung traf für das Weihnachtskonzert des Franzikusgymnasiums in der Maria-Königin-Kirche keineswegs zu, denn Musiklehrer Dieter Krone hatte eine gute, auch stilistisch passende Mischung für das Programm gefunden.
Und da gab es gleich eine erste Überraschung: Es scheinen sich immer mehr Jungen für die Mitwirkung im Chor zu interessieren, waren doch im Gegensatz zu den letzten Jahren eine ganze Menge mehr von ihnen dort zu finden. Das zeugt von einer kontinuierlichen Arbeit in dieser Richtung, und das nutzte Krone auch konsequent für den mehrstimmigen Gesang.
Hier zeigte sich bereits, wie gut und intensiv in den letzten Monaten gearbeitet wurde. Der Chor hat ein so gutes stimmliches Volumen, dass es der Abnahme über die Tontechnik eigentlich gar nicht bedarf. Das spricht übrigens für die solide Arbeit mit dem Klangkörper.
Das Programm barg regelrecht eine kleine Reise durch die Welt, eine Begegnung mit den unterschiedlichsten Weihnachtsliedern und Musiken. Kurzweilig moderierte Dieter Krone das alles, wobei er auch Interessantes zu einzelnen Programmpunkten liefern konnte.


Verlässliches Fundament des Ganzen: die Band und vor allem die Big-Band. Das gerade letztere Krones Metier ist, hat er in der Vergangenheit schon öfter gezeigt. So war es auch nur logisch und richtig, dieser eine zentrale Rolle zuzuweisen. Und eine Version von Puccinis Arie „Nessun Dorma“ (richtig, die aus der Telekom-Reklame!) in Big-Band-Version hat auch ihren eigenen Reiz ebenso wie einzelne solistische Leistungen, die ja immer das i-Tüpfelchen einer solchen Veranstaltung darstellen.
Für alle soll hier Matthias Germer genannt werden: Er interpretierte ein Präludium Bachs sowie „Yellow after the rain“ von Mitcell Peters auf dem Marimbafon. Nicht nur gut gespielt, sondern auch eine seltene Gelegenheit, dieses Instrument einmal live zu erleben.


Schulleiter Pruisken hatte recht mit seinen Schlussworten: „Ihr habt uns nicht nur die Ohren und den Mund geöffnet“, rief er allen Akteuren nach dem gemeinsam gesungenen „Tochter Zion“ zu, „sondern auch die Herzen!“ Dem kann man eigentlich nichts mehr hinzufügen, außer: Hier hat man das richtige Konzept, die richtige Mixtur für ein solches schulisches Weihnachtskonzert gefunden. Der Gospel „Oh happy day“ war da als Zugabe nur logisch.