to Lingen. Im bunten Durcheinander
liegen Musikinstrumente, Papprohre, Holzstäbe, Kartons zu Füßen
der Schülerinnen und Schüler, die im Musikraum des Franziskusgymnasiums
sitzen und erwartungsvoll zu dem Mann mit einem merkwürdigen Saiteninstrument
in der Hand schauen.
Willem Schulz, freischaffender Komponist und Musiker,
ist zum zweiten Mal gekommen, um im Rahmen des Projektes „Zeitgenössische
Musik in der Schule“ der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
mit dem Musikkurs (13. Jahrgang) zum Thema „Abenteuer Musik –
Improvisation, Konzeption, Komposition“ zu arbeiten.
Bevor er zu spielen beginnt, erklärt er, worauf die Schüler
beim Zuhören achten sollen: „Es kommt nicht darauf an, wie
die Musik historisch oder thematisch einzubinden ist, sondern zu spüren,
was die Musik mit euch macht.“
Die Reaktionen sind unterschiedlich. Eine Schülerin meint, orientalische
Klänge herausgehört zu haben, eine andere empfindet die Musik
als sehr emotional, eine dritte stellt fest: „Im Gegensatz zum letzten
Mal klang es sehr melodisch. Mehr wie richtige Musik.“
Der Musiklehrer Stefan Pohlmann erklärt, was damit gemeint ist: „Bei
der ersten Projekteinheit spielte Willem Schulz auf dem Cello, und die
Schüler empfanden das Spiel nicht als Musik, sondern als Erzeugen
von Geräuschen. Es war für sie sehr ungewohnt, teilweise meinten
sie sogar, sie würden auf den Arm genommen.“
Der Lehrer erzählt, wie das Befremden langsam nachließ. „Als
die Schüler aufgefordert wurden, selbst Klänge zu erzeugen,
erwachte ihr Interesse, und sie bekamen Spaß daran.“
Dieser Spaß ist auch in der zweiten Projekteinheit zu spüren.
Willem Schulz lässt die Schüler mit Klängen experimentieren,
zunächst einzeln, dann im Zusammenspiel. Einzelne Schüler dürfen
spontan kleine Klangkompositionen entstehen lassen und sind immer eifriger
dabei.
Stefan Pohlmann ist froh, dass sein Kurs die Möglichkeit bekommen
hat, sich an dem dreiteiligen Projekt zu beteiligen. Auch eine Klasse
8 unter der Leitung der Fachlehrerin Emanuele Wellenbrock-Roters macht
dabei unter dem Motto „Wort, Musik und Bewegung“ mit und bekommt
Besuch von dem Tänzer Mikhail Honesseau und der Musikerin Lenka Zupková.
„Das Franziskusgymnasium ist eine von 25 niedersächsischen
Schulen, die an dem Projekt teilnehmen, das die Niedersächsische
Sparkassenstiftung in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium
zum dritten Mal durchführt“, berichtet Lars Klukkert von der
Sparkasse Emsland. Dabei werden junge Menschen ermutigt, kreativ mit Musik
umzugehen und neue Hörzugänge zu finden.
Stefan Pohlmann hält dieses Projekt für sehr wichtig, um Schülern
Zugang zu der neuen Musik zu eröffnen, denn im schulischen Musikunterricht
könne dies nicht geleistet werden.
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