![]() ("Sweet home Alabama": Die jungen Leute studieren mit Musiklehrer Dieter Krone Songs ein, die in einer Schlüsselszene rund um den Taizé-Kiosk angestimmt werden.) |
Lingen. Unterricht kann sogar
in der siebten und achten Stunde Spaß machen. Das ist am Franziskusgymnasium
Lingen zu erleben. Hier planen 37 Oberstufenschüler ein Musical für
den Katholikentag in Osnabrück. Es geht es um eine Jugendreise nach
Taizé. |
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| „Wie soll unser Stück denn
nun heißen?", fragt Religionslehrer Karl-Heinz Ossing in die
Runde. Die Schüler haben in der Aula Platz genommen und diskutieren.
15 Namen stehen zur Wahl. Am Ende wird abgestimmt. „Taizé
– ein Musical" – dieser Titel gefällt den meisten.
„Das ist schlicht und klar", sagt eine Schülerin zufrieden.
Da wisse jeder sofort, worum es geht.
„Okay – dann machen wir jetzt weiter in den Gruppen", gibt Ossing den Startschuss. Es wird unruhig. Die Schüler packen ihre Sachen zusammen und brechen auf. Um Text, Musik, Inszenierung, Choreographie, Kostüme und Bühnenbild zu entwickeln, arbeiten sie jetzt in Kleingruppen unter der Regie von den vier Fachlehrern für Musik und Religion Herr Krone, Herr Ossing, Herr Pohlmann und Frau Wellenbrock-Roters. In einem Klassenzimmer sind Bilder auf dem Boden ausgebreitet. Die jungen Künstler erklären ihren Entwurf für ein Werbeplakat. Später soll es im Großformat das Musical ankündigen. Einig wird man sich aber nicht. Denn alle Zeichnungen sind interessant und mit Liebe gefertigt worden. Die Gruppe „Plakat" will das Plenum entscheiden lassen. |
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Wörtliche Rede jugendgemäß formuliert Über dem Text brütet die Gruppe „Inszenierung". Geschrieben hat ihn übrigens Holger Berentzen, Dekanatsjugendreferent in Lingen. Er gab auch den Anstoß für das Projekt. „Diese Passage finde ich noch nicht ganz rund", meint ein Schüler. Er macht Vorschläge, wie die wörtliche Rede jugendgemäßer formuliert werden kann. Auf anderen Seiten des Manuskripts vermerken die jungen Leute Regieanweisungen: „Lichtschwenk setzen", „Teelichter im Publikum anzünden", „Abblenden der Untermalungsmusik". Die Charaktere werden intensiv studiert. Schließlich schildert das Stück auch die Erlebnisse und Erfahrungen der Jugendlichen während ihres Aufenthalts in der internationalen Begegnungsstätte Taizé. Aus dem Musikraum ertönen Klaviermusik und Gesang. Hier beschäftigt die Gruppen „Chor" und „Tanz" eine Schlüsselszene. Sie spielt abends rund um den Oyak, wie der berühmte Non-Profit-Kiosk auf dem Gelände der ökumenischen Ordensgemeinschaft heißt. Einige Schüler waren bereits in Taizé und beschreiben die Stimmung. „Das hat was von Lagerfeuerromantik", berichtet eine Jugendliche. „Abends wird Gitarre gespielt, manch einer trommelt, und alle singen spontan dazu." Die Schüler kommen in den beiden Unterrichtsstunden ein gutes Stück weiter. Sie sprechen ab, welche Lieder in dieser Szene angestimmt werden sollen und planen tänzerische Einlagen. Der Stoff fesselt die jungen Leute so sehr, dass sie ohne Pause durchmachen. Und es liegt in der Tat noch eine Menge Arbeit vor ihnen. In diesem Schuljahr beginnen die Proben mit den Darstellern, Tänzern, Solisten sowie Schulchor und -orchester. Zu Gehör kommen Taizé-Gesänge und Neues Geistliches Lied der Meppener Musikgruppe Aschira. Tobias Lübbers hat eigens für das Musical eine Vielzahl von Liedern neu komponiert. „Wir müssen im Auge behalten, dass die Schüler kurz vor dem Katholikentag mitten im Abitur stecken", erklärt Lehrer Ossing. „Daher wollen wir so rationell wie möglich vorgehen und den Aufwand nicht übertreiben." Das „Seminarfach Taizé", wie es am Franziskusgymnasium genannt wird, bringt die Schüler auch leistungsmäßig voran. Alle 37 schreiben über das Projekt ihre Facharbeit, die für Oberstufenschüler in Niedersachsen Pflicht ist. Themen sind zum Beispiel: „Ökumene in Taizé", „Das Leben des Gründers der französischen Communaute, Frere Roger", „Arrangieren eines Liedes". Die Schulglocke läutet. „Die Zeit verging wie im Flug", meint eine Schülerin. Eine andere ergänzt: „Ich freu' mich schon auf nächsten Dienstag.“ |
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Aufführungen: |
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