Lingen/Arcoverde. Die Koffer waren – zumindest Mitte
dieser Woche – noch nicht vollständig gepackt. Aber es will
auch alles gut überlegt sein, wenn man für ein Jahr sein Zimmer
im elterlichen Haus mit einer Unterkunft im brasilianischen Nordosten
tauscht: In Arcoverde wird Lea Kues aus Lingen ein Jahr in einem Kindersozialprojekt
mitarbeiten.
Für die 19-jährige Gymnasiastin stand früh fest, dass
sie nach ihrem Abi am Franziskusgymnasium Lingen ins Ausland geht. „Dass
es jetzt nach Brasilien geht, ist eher Zufall, aber die mittel- und
südamerikanischen Länder haben mich schon immer gereizt“,
erklärt die aufgeschlossene und vielseitig interessierte junge
Frau. So hat sie sich in den 2006er-Osterferien hingesetzt und im Internet
nach Möglichkeiten für einen Auslandsaufenthalt recherchiert.
„Das war im Nachhinein zwar zu früh, aber ich wollte unbedingt
ins Ausland“, schmunzelt sie. Letztlich hat sie sich beim Bistum
Osnabrück für ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland beworben
– Kontakte bestehen seitens des Bistums u.a. nach Ghana oder Peru.
So hat Lea Kues auch das Bistums-Auswahlverfahren für einen solchen
Auslandsaufenthalt durchlaufen. Durch den Lingener Pastor Klaus Warning
erfuhr sie dann aber von der „Fundaão Terra“ (Stiftung
Erde) nahe der im Nordosten Brasiliens gelegenen Stadt Arcoverde. Hier
kümmern sich zahlreiche Helfer rund um Pater Airton vor allem um
die Kinder der so genannten Müllstraße. Die Kinder und ihre
Eltern leben zumeist an und von den Müllbergen der Wohlstandsgesellschaft.
Lea Kues hat spontan per E-Mail Kontakt mit den Projektverantwortlichen
aufgenommen. Im Oktober stand fest: Sie kann kommen, für Verpflegung,
Unterkunft und Versicherungen wird gesorgt – nur Geld wird sie
in diesem Jahr keines verdienen. „Ich werde wohl in der Schule
helfen, auf einem der Bauernhöfe arbeiten und die bereits bestehenden
Kontakte nach Deutschland pflegen“, freut sich Lea. Etwas Portugiesisch
hat sie noch bei Pater Lewi in Handrup gelernt. „Ich freue mich
einfach, erleben zu können, wie Menschen anderer Kulturen so ticken.“
Und inzwischen dürften auch die letzten Koffer gepackt sein, denn
am Samstagmorgen wird der Flieger in Frankfurt um 6.45 Uhr Richtung
Südamerika starten.
Zur Unterstützung der kostenlos im Ausland arbeitenden FSJler hat
das Bistum Osnabrück bei der Sparkasse Osnabrück das Spendenkonto
232587 eingerichtet (BLZ 26550105). Als Stichwort sollte genannt werden:
01.5618.2200; Spende für FDA, Brasilien „23“.