Ein Buch mit sieben Siegeln?
Neue-OZ-Kulturredakteurin gab Einblick in das Thema Literaturkritik
(Jule Janßen, Lisa Krüp, Max Kruse, Silja Leinung und Rebekka Voß - Mitgleider der Jugendredaktion "Liesmich" - in der Lingener Tagespost vom 15.02.08)

In die Bücherkiste greifen durften die Abiturienten des Franziskusgymnasiums bei ihrem Besuch im Medienzentrum in Osnabrück: Bereits zum sechsten Mal gab die Kulturredakteurin der Neuen Osnabrücker Zeitung Elke Schröder (links) unter dem Motto „Literaturkritik – Kein Buch mit sieben Siegeln“ einen Einblick in die Arbeit der Literaturredaktion. Foto: Hehmann

Osnabrück/Lingen. Jedes Jahr erscheinen rund 90 000 neue Bücher auf dem deutschen Markt. Jedoch werden von diesen nur 400 in der Zeitung besprochen. Aber warum werden gerade diese Bücher ausgewählt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, besuchten die Deutsch-Leistungskurse des Franziskusgymnasiums die Kulturredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die Kulturredakteurin der Neuen OZ Elke Schröder bietet bereits seit Oktober letzten Jahres Vorträge zum Thema Literaturkritik an. Bisher nahmen etwa 600 Gymnasiasten aus Osnabrück, Melle und Lingen daran teil. So auch die Schüler des Jahrgangs 12 des Franziskusgymnasiums, die dieses Thema als Abiturthema behandeln.
„Es war sehr interessant, sich dem an sich trockenen Unterrichtsthema einmal aus einer anderen Sicht nähern zu können“, so eine Schülerin. Diese Aussage spiegelt den Eindruck der gesamten Gruppe wider. Als besonders interessant stellte sich dabei die Frage nach den Kriterien zur Auswahl der zu besprechenden Bücher heraus. Hier gab Elke Schröder den Schülern selbst die Gelegenheit mitzuwirken. Sie beauftragte die Schüler, aus einer Bücherkiste ein Buch auszuwählen, dem sie einen Platz in der Zeitung geben würden. Das lockerte die Atmosphäre deutlich auf, und auch die Schüler zeigten, dass sie durchaus schon gute Kenntnisse durch den vorangegangenen Unterricht erworben hatten.
Durch diese Vorbereitung fiel es den Schülern auch leicht, dem Vortrag zu folgen und neue Erkenntnisse aufzunehmen. Besonders hilfreich waren hier die Tipps und Hinweise zum Verfassen einer Rezension – beispielsweise welche Formulierungen vermieden werden sollten oder weswegen es verschiedene Möglichkeiten gibt, einen Text zu strukturieren.
Nicht nur als gelungener Abschluss des Halbjahres und der Thematik hat sich der gut 50-minütige Vortrag trotz der aus dem Emsland längeren Anreise gelohnt. Neben der Abiturrelevanz dieses Themas für 2009 ist Frau Schröder und auch der Neuen OZ „ein interessanter Einblick in das Redaktionsleben abseits von Sensationsjournalismus gelungen, den man nur weiterempfehlen kann“, so das Fazit eines Schülers.