Mehr als guter Wein und Käse
Das „France Mobil“ besuchte Lingener Gymnasien

(Bericht und Fotos von Daniel Borchers; Lingener Tagespost vom 20.12.2007)


Vor der Entscheidung stehen Max Teschke, Daniel Rohoff und Kai Hiller (vorne von links): Französisch oder Latein? Romain Bardot hilft hierbei gerne.

Lingen
Ein Franzose tourt seit zwei Jahren für seine Muttersprache durch Stadt und Land: Romain Bardot war jetzt zu Besuch am Lingener Franziskusgymnasium und tags drauf am Gymnasium Georgianum. Demnächst wird er auch am Gymnasium Johanneum Kindern einen Eindruck darüber vermitteln, was die französische Sprache und Kultur ausmacht: mehr als guter Wein und Käse.
Unterwegs ist er in einem von zwölf „France Mobil“, die seit 2002 im Auftrag der französischen Botschaft durch Deutschland fahren, um Schülern die französische Kultur und Sprache nahe zu bringen. Seit 2001 touren übrigens auch „Deutsch Mobile“ durch Frankreich.

Am Franziskusgymnasium ist das kleine Kulturinstitut auf Rädern bereits zum dritten Mal. Romain Bardot trifft an diesem Vormittag alle fünfte Klassen, erreicht also ungefähr 150 Schüler. Diese haben zwar zunächst leichte Berührungsängste und stellen gerne Fragen wie „Bist du wirklich Franzose?“, aber gewöhnen sich schnell an den bärtigen Mann aus Orléans, der mittlerweile in Bremen wohnt und von einem Dolmetscherstudium träumt.


„Spaß macht es mit jeder einzelnen Klasse“, sagt Romain Bardot, der in den nächsten Monaten noch ungefähr 50 Schulen mit seinem France Mobil ansteuert.

In der letzten Stunde ist die Klasse 5e dran. Mit kleinen Spielen und französischer Musik, auf die die meisten Kinder sofort positiv reagierten, war die Aufmerksamkeit schnell geweckt. Interessante Infos waren zum Beispiel, dass Französisch in sechs europäischen Ländern gesprochen wird. Die Kinder haben fast alle erraten. Auf Länder wie Andorra und Monaco wären aber vermutlich auch einige Erwachsene nicht gekommen. Dass es tatsächlich aber 53 Länder weltweit sind, in denen Französisch offiziell gesprochen wird, wissen noch weniger. Französisch sei, so Bardot, die am zweithäufigsten gelernte Fremdsprache der Welt.
Am Franziskusgymnasium müssen sich die Schüler laut Angelika Vehr von der Fachschaft Französisch in den sechsten Klassen entweder für Französisch oder für Latein entscheiden. In Klasse 7 gibt es dann die Möglichkeit, die dritte Fremdsprache noch dazu zu nehmen; dies ist aber nicht verpflichtend. Verpflichtend ist nur Englisch.
Daniel Rohoff (11), Max Teschke (10) und Kai Hiller (10, alle Lingen) aus der Klasse 5e sind sich noch nicht ganz sicher, wofür sie sich entscheiden. Daniel und Kai glauben, dass man Französisch „später besser gebrauchen“ kann, Max hingegen meint: „Latein ist sicher einfacher.“