„Etwas Sinnvolles machen“
Florian Rogge wird seinen Zivildienst in den USA leisten

(Lena Herbers, Lingener Tagespost vom 20.06.2007)


Gespannt auf „sein Jahr“ in Pittsburgh in den USA ist Florian Rogge, der in den nächsten Wochen zur Vorbereitung ein Sozialpraktikum absolvieren wird.

ena Lingen. Am 1. September geht es los. Genau an diesem Tag wird sich der 19-jährige Florian Rogge aus Lingen auf den Weg nach Berlin machen, wo ein Ausreiseseminar für Freiwillige der Organisation „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ stattfindet. Zehn Tage später wird er in die USA, genauer gesagt nach Philadelphia, fliegen.

Von dort aus wird er nach einem weiteren Vorbereitungsseminar nach Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania reisen und dort seinen einjährigen Wehrersatzdienst leisten. Florian, der in diesem Jahr sein Abitur am Franziskus-Gymnasium bestanden hat, wird im „Holocaust Center of Greater Pittsburgh“, einer Holocaust-Gedenkstätte, neben vielen Holocaust-Überlebenden tätig sein. Mit diesen wird er unter anderem Vorträge beispielsweise vor Schulklassen halten, Ausstellungen sowie Veranstaltungen planen. Außerdem wird Florian einen Kultur- und Schreibwettbewerb und ein Theaterprojekt mit Schülern durchführen. Darauf freut er sich als ehemaliges Mitglied der Theater-AG am meisten. Außer im Museum wird er in der Bibliothek der Einrichtung arbeiten.
Damit wird sich Florians Wunsch, nach dem Abitur „etwas Sinnvolles , ganz Neues zu machen“, sicher erfüllen. Die Idee, seinen Zivildienst im Ausland zu leisten, hatte er schon vor über zwei Jahren. Da er sich während seiner Schulzeit viel und gern mit Geschichte, vor allem mit der der deutschen, beschäftigt hat, wollte er seinen Wunsch, im Ausland eine fremde Sprache zu lernen, mit einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit der Geschichte verbinden. „Es ist schön, viele meiner Interessen wie den Umgang mit Menschen, Geschichte, Sprache und Kultur in diesem Jahr miteinander kombinieren zu können.“
Er möchte mit diesem Dienst „seiner Verantwortung, die er als junger Deutscher, der sich zu seinem Heimatland Deutschland bekennt, hat, gerecht werden und einen Beitrag leisten, die Geschichte zu bewahren, zu überliefern. Außerdem ist es für ihn spannend „als junger Mensch mit noch relativ wenig Lebenserfahrung mit Holocaust-Überlebenden und deren Lebensgeschichten zusammenzutreffen und viel von ihnen zu erfahren“. Diese Chance möchte er nutzen und freut sich deshalb sehr auf „sein Jahr“.
Als Vorbereitung wird er Anfang Juli ein zweiwöchiges Sozialpraktikum in einem Lingener Altenheim absolvieren und Ende Juli für fünf Tage an einer Fahrt der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ zur KZ-Gedenkstätte Stutthof in Polen teilnehmen und sich dort gemeinsam mit anderen Teilnehmern auf seinen einjährigen Einsatz im Ausland einstimmen.
Besonders gut gefällt ihm der politische Hintergrund der Organisation, da er an Politik interessiert ist und sich gut vorstellen kann, im Bereich der politischen Bildung zu arbeiten.

Als Teilnehmer muss Florian sich einen Förderkreis aufbauen, der die Arbeit seiner Organisation unterstützen möchte und während eines Jahres pro Monat je Person zehn Euro an die Organisation überweist. Florian sucht noch Förderer und würde sich über Unterstützung freuen. Nähere Informationen unter Tel. 0591/74655 oder unter florianrogge@web.de.