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Gespannt auf „sein Jahr“ in Pittsburgh in den USA ist Florian Rogge, der in den nächsten Wochen zur Vorbereitung ein Sozialpraktikum absolvieren wird. |
ena Lingen. Am 1. September geht es los. Genau an
diesem Tag wird sich der 19-jährige Florian Rogge aus Lingen auf den Weg
nach Berlin machen, wo ein Ausreiseseminar für Freiwillige der Organisation
„Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ stattfindet. Zehn Tage
später wird er in die USA, genauer gesagt nach Philadelphia, fliegen.
Von dort aus wird er nach einem weiteren Vorbereitungsseminar nach Pittsburgh
im Bundesstaat Pennsylvania reisen und dort seinen einjährigen Wehrersatzdienst
leisten. Florian, der in diesem Jahr sein Abitur am Franziskus-Gymnasium bestanden
hat, wird im „Holocaust Center of Greater Pittsburgh“, einer Holocaust-Gedenkstätte,
neben vielen Holocaust-Überlebenden tätig sein. Mit diesen wird er
unter anderem Vorträge beispielsweise vor Schulklassen halten, Ausstellungen
sowie Veranstaltungen planen. Außerdem wird Florian einen Kultur- und
Schreibwettbewerb und ein Theaterprojekt mit Schülern durchführen.
Darauf freut er sich als ehemaliges Mitglied der Theater-AG am meisten. Außer
im Museum wird er in der Bibliothek der Einrichtung arbeiten.
Damit wird sich Florians Wunsch, nach dem Abitur „etwas Sinnvolles , ganz
Neues zu machen“, sicher erfüllen. Die Idee, seinen Zivildienst im
Ausland zu leisten, hatte er schon vor über zwei Jahren. Da er sich während
seiner Schulzeit viel und gern mit Geschichte, vor allem mit der der deutschen,
beschäftigt hat, wollte er seinen Wunsch, im Ausland eine fremde Sprache
zu lernen, mit einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit der Geschichte
verbinden. „Es ist schön, viele meiner Interessen wie den Umgang
mit Menschen, Geschichte, Sprache und Kultur in diesem Jahr miteinander kombinieren
zu können.“
Er möchte mit diesem Dienst „seiner Verantwortung, die er als junger
Deutscher, der sich zu seinem Heimatland Deutschland bekennt, hat, gerecht werden
und einen Beitrag leisten, die Geschichte zu bewahren, zu überliefern.
Außerdem ist es für ihn spannend „als junger Mensch mit noch
relativ wenig Lebenserfahrung mit Holocaust-Überlebenden und deren Lebensgeschichten
zusammenzutreffen und viel von ihnen zu erfahren“. Diese Chance möchte
er nutzen und freut sich deshalb sehr auf „sein Jahr“.
Als Vorbereitung wird er Anfang Juli ein zweiwöchiges Sozialpraktikum in
einem Lingener Altenheim absolvieren und Ende Juli für fünf Tage an
einer Fahrt der „Aktion Sühnezeichen Friedensdienste“ zur KZ-Gedenkstätte
Stutthof in Polen teilnehmen und sich dort gemeinsam mit anderen Teilnehmern
auf seinen einjährigen Einsatz im Ausland einstimmen.
Besonders gut gefällt ihm der politische Hintergrund der Organisation,
da er an Politik interessiert ist und sich gut vorstellen kann, im Bereich der
politischen Bildung zu arbeiten.
Als Teilnehmer muss Florian sich einen Förderkreis aufbauen, der
die Arbeit seiner Organisation unterstützen möchte und während
eines Jahres pro Monat je Person zehn Euro an die Organisation überweist.
Florian sucht noch Förderer und würde sich über Unterstützung
freuen. Nähere Informationen unter Tel. 0591/74655 oder unter florianrogge@web.de.