Beispiele guter Kooperation
Emsbüren: Großes „Klassenzimmermusizierorchester" als Abschluss

(Bericht von Raphael Bonitz in der Lingener Tagespost vom 08.11.2006; Fotos Raphael Bonitz)

EMSBÜREN. Ein Flötensignal gibt, wie bei einer alten Dampflok, das Zeichen zum Aufbruch der „Lustigen Klangreise" von Bernhard Gortheil. Diese Uraufführung eröffnete die Abschlussveranstaltung der Emsbürener Musiktage 2006.
Sie war gleichzeitig ein Paradebeispiel für gute pädagogische Zusammenarbeit, denn das „große Klassenmusizierorchester" kam aus insgesamt sieben allgemein bildenden Schulen sowie der Musikschule des Emslandes.
Gortheil verbindet in diesem Werk auf vorbildliche Weise eine einfache Melodie aus fünf Tönen mit unterschiedlichen rhythmischen Elementen und variiert diese in vielfältiger Weise. Das Bestechende ist, dass bei diesem Arrangement alle mitmachen können.
Bei der Abschlussveranstaltung wurden diesmal neue Wege beschritten. Es spielten nämlich neben dem Symphonieorchester auch die anderen Orchester der Musikschule des Emslandes. Ob nun der „Streichelzoo" unter Karoline Braun und Ursula Wahnelt demonstrierte, wie herrlich der Wackelbogen auf der Geige funktioniert oder der Streicherchor, geleitet von Ulrike Seiling und Felix Hammer, sehr akkurat Jeremiah Clarks „King Williams march" und das Menuett aus Händels „Wassermusik" intonierte: Hier wurde demonstriert, wie wichtig und richtig das gemeinsame Musizieren von Anfang an ist und wie Musik den Menschen fördert und weiterbringt. Schon ziemlich routiniert und trotzdem mit viel Spielfreude war die Sinfonietta, für die Dirk Kummer und Olaf Nießing verantwortlich zeichnen. Sie verbreiteten mit Johann Helmich Romans Orchestersuite C-Dur viel gute Laune.



Ein weiteres gutes Beispiel der Kooperation von Musikschulen mit allgemein bildenden Schulen ist das gelungene Projekt „Orpheus geht zur Schule" mit den Chören des Franziskusgymnasiums, dem Sinfonieorchester der Musikschule und Studierenden der Musikhochschule Hannover, welches bereits innerhalb der Niedersächsischen Musiktage in Sögel und Lingen erfolgreich aufgeführt wurde (wir berichteten). Dies war unter der bewährten musikalischen Gesamtleitung von Dirk Kummer der richtige Abschluss dieses Konzertes, welches den Veranstaltern ein übervolles Haus bescherte und den Hausmeister zu der Bemerkung veranlasste „Ich hab einfach keine Stühle mehr!" Und das ist irgendwie auch eine Bestätigung für den Erfolg.